#LINKSDERWOCHE | 48/2021: Produktivität, Agile, Strategie und Management

PRODUKTIVITÄT

Kognitive Verzerrungen | Oder warum „kopieren“ nicht zum Ziel führt

Es gibt keine „Anleitung“, wie es geht, die für alles und jeden passt. Auch wenn uns viele Ratgeber uns genau diese suggerieren. Nur weil etwas erfolgreiche scheint, hilft die einfache Übernahme nicht weiter. Einer der wenigen Produktivitätscoaches, die hier immer wieder positiv herausstechen, indem sie betonen, dass dem so ist, ist Ivan Blatter. Daher taucht er vermutlich fast jede Woche in den Links der Woche auf 😉 Den auch in Produktvitätsfragen gibt es keine Blaupause, die für alle passt und auch hier müssen wir uns vor Verzerrungseffekten hüten. Warum? Das lass ich Euch mal von Ivan erklären:

https://ivanblatter.com/podcast/kein-rezept/

In stürmischen Zeiten navigieren | 5 Tipps um für streßige Zeiten

Das Leben besteht nicht nur aus Sonnenschein. Ganz im Gegenteil. Ein Sturm kann auch plötzlich ohne lange Vorwarnzeit aufziehen. Und dann heißt es Nerven behalten, mit klarem Kopf navigieren und Entscheidungen treffen. Aber wie? Dan Rockwell zählt ein paar Punkte auf, die mir gute gefallen haben. Vielleicht helfen sie Euch auch weiter.

https://leadershipfreak.blog/2021/11/23/how-to-navigate-stress-in-a-storm/

AGILE

Agile Wert und Prinzipien | Ein Überblick

Ich bin ein Freud davon, sich immer wieder die grundlegenden Werte und Prinzipien anzuschauen, auf denen „Methoden“ aufbauen. Die Methoden sind „Werkzeuge“, die diese unterstützten und damit „nachrangig“. Die Prinzipien und Wert zu verstehen hingegen halte ich für extrem wichtig, um die Werkzeuge richtig zu Anwendung zu bringen. Die regelmäßige Reflexion gehört mich daher dazu. Anlass dazu geben zum Beispiel auch Beiträge wie der der folgende – aus meiner Sicht – gelungene „Überblick“ über die agilen Werte und Prinzipien von Lars Richter, der zum eine die „Originalen 4 Werte und 12 Prinzipien“ und die Weiterentwicklung der „Modern Agile Prinzipien“ umfasst und gegenüberstellt:

https://flowwork.rocks/agile-werte-prinzipien/

Kanban und „Fitness“-KPIs | Ein Impuls

Einer der Agenden von Kanban zielt auf die „Überlebensfähigkeit“ der Organisation ab. Also ob sie auch tatsächlich den Zweck erfüllt, für den sie geschaffen worden ist. Anderson spricht von „Fit for purpose“. Um dies sichtbar zu machen, brauchen wir „Metriken“. Das Problem bei den meisten Metriken, sie messen nicht wirklich, ob die Organisation „gesund“ ist und ob Verbesserungen umgesetzt werden. Das sind jedoch die Schlüsselmetriken. Dazu ein kurzer Impuls (und gerne zum Thema die Verbesserungskata und das Nordstern-Modell von Toyota bemühen):

https://djaa.com/your-kpis-probably-arent-but-what-are-they-2/

Sprint Planning | Warum ein Kapazitätscheck vor dem Sprint Planning wichtig ist

Hand aufs Herz – wie oft wird im Sprint Planning versäumt, die Frage aufzuwerfen, wie es mit verfügbaren Kapazitäten im Sprint aussieht? Ich vermute ziemlich oft. Dabei ist es ganz einfach: Wir wissen in aller Regel, wer in der nächsten Zeit wie lange Urlaub hat oder ggf. sogar auf eine mehrtägige Fortbildung geht. Wir wissen auch, dass wenn erfahrene Teammitglieder das Team verlassen und neue Kolleginnen und Kollegen dazu kommen, das Team vorübergehend einen „Performanceknick“ erfährt. Naheliegend, den die neuen Kolleginnen und Kollegen müssen sich ja erst mal mit allem vertraut mache und das Team muss sich neu einspielen. Gerade letzterer Fall wird – nach meiner Beobachtung – oft ignoriert. Das sind dann aber Kapazitäten, die wir nicht haben. D. h. wir sollten uns für den geplanten Sprint entsprechend weniger vornehmen und damit auch die Erwartungen an das Team nach unten korrigieren. Es führt sonst zu Frust bei allen Beteiligten. Der Kapazitätscheck sollte daher nicht unterschätzt werden und als Teil eines guten „Erwartungsmanagements“ im Team und im Zusammenspiel mit dem Umfeld verstanden werden. Mehr dazu von Stefan Wolpers:

https://www.scrum.org/resources/blog/what-capacity-check-making-your-scrum-work-23

Agile Coaching | Bin ich der richtige Coach für das Pojekt/dasTeam/die Clienten?

Bei jedem Projekt stellt sich immer auch die Frage, ob man selbst der Richtige für den Job ist. Es ist durch aus legitim, ein Projekt abzulehnen und eine/n Kollegen oder eine Kollegin zu empfehlen, die ggf. besser zum Kontext passt. Und ja, ich habe so etwas schon öfter getan. Was bringt einem der beste Coach der Welt, wenn er oder sie nicht zum Team/Umfeld/Projekt passt? Nichts! Meiner Meinung ist es sogar ein Qualitätszeichen, wenn man ein Projekt bewusst nicht annimmt und Kolleg*innen empfiehlt, weil man den Eindruck hat, diese wären besser geeignet in der konkreten Situation zu übernehmen. Die Reflexionsfragen, die R. Galen im Folgenden vorschlägt, halte ich daher für sehr wertvoll:

https://rgalen.com/agile-training-news/2021/10/8/am-i-the-right-agile-coach

Scrum Master*in | Warum das „Mandat“ niederlegen?

Es gibt immer wieder mal auch Situationen, in denen das Mandat als Scrum Master*in niederzulegen durch aus eine Option sein kann und ist. Eine solche Konstellation habe ich selbst auch schon erlebt. Das ist keinen Spaß. Quasi eine Notbremse. Die Diagnose Zombie-Scrum und die fehlende Bereitschaft der Organisation etwas dagegen zutun, kann zum Beispiel ein Grund dafür sein. Sprich, wir haben es mit einer Situation zu tun, in der Teams, PO und am Ende der/die Scrum Master*in verbrannt werden. Als Scrum Master*in kann dies dann eine Art letztes „Eskalationsstufe“ sein. Ein totes Pferd reiten zu wollen, macht schließlich wenig Sinn. Simon Kneafsey beschreibt es näher:

https://www.scrum.org/resources/blog/time-i-quit-scrum-master

Scrum Master*in | Neu in einem neuen und unerfahrenen Team

Nicht gerade wenige Scrum Master*innen werden direkt nach einer zweitägigen Zertifizierung mit einem unerfahrenen Team, dass noch nie mit Scrum gearbeitet hat, kombiniert. Harter Tobak. Mit etwas Glück haben alle Beteiligten ein grundlegendes Training besucht und noch besser, es steht im Hintergrund noch ein/e erfahrene/r Scrum Master*in als „Mentor“ mit Rat und Tat zur Verfügung. Für diese Zielgruppe hat Marc Löffler eine Podcastfolge mit den wichtigsten Grundlagen für den Start zusammengefasst:

https://marcloeffler.eu/2021/11/25/was-macht-ein-neuer-scrum-master-am-ersten-tag/

Product Owner*in | Was gute Product Owner*innen machen

Wow, da hat Christiaan Verwijs richtig in die Vollen gelangt und unter der Überschrift „What Makes A Good Product Owner?“ einen inhaltlich, wie fachlich spannenden Beitrag mit insgesamt fünf Einblicken vorgelegt. Eine Leseempfehlung für jede/n Product Onwer*in und jeden Agilen Coach oder jede/n Scrum Master*in, die Product Ower*innen auf ihre Entwicklungsreise begeleiten.

https://www.scrum.org/resources/blog/what-makes-good-product-owner

Retrospektiven | Müssen sie immer abwechslungsreich sein?

Ralf Kruse hat in der aktuellen Folge ein Thema aufgegriffen, dass mich ein wenig an die Coaching Kata von Toyota erinnert. Durch das tägliche Wiederholen der immer gleichen Coaching-Fragen wird der Verbesserungsmuskel trainiert. Das ist nicht von der Hand zu weisen. Auch finde ich sehr angenehmen, dass Ralf empfiehlt, den fünf Phasen einer Retro zu folgen. Auch das versuche ich in meinen Projekten konsequent umzusetzen. Was ich allerdings im Laufe der Zeit etwas aufweiche, ist die Methodik. Zumindest bei längeren Projekten und eingespielten Team spiele ich gerne etwas mit den „Methodik“ innerhalb der jeweiligen Phase, um verschiedene Blickwinkel als Stimuli zu nutzen. Gelegentlich packe ich die Retro – je nach Entwicklungsgrad – auch mal eine etwas andere Verpackung, um der Routine etwas entgegenzuwirken. In dem Punkt folge ich Ralf nicht ganz. Was mir aber immer wieder auffällt, ist, dass viele Teams beim Nachhalten der Verbesserungsmaßnahmen schwächeln und auch sonst der Verbesserungsmuskel außerhalb der Retro nicht ganz so ausgeprägt ist. Mit ein Grund, warum ich seit einigen Monaten verstärkt die Coaching-Kata und Kaizen-Philosophie aus dem Lean-Kontext in meine Projekte trage:

https://enablechange.de/2021/11/24/sind-abwechslungsreiche-retrospektiven-ein-irrweg/

STRATEGIE

Blue Ocean | Nicht-Kunden finden

Der „Companpirat“ Tobias Leisgang startet gerade eine neue Artikelserie rund um die Blue Ocean-Strategie. Auftakt: Finde Deinen Nicht-Kunden. Also ich bin neugierig geworden und freue mich schon auf die Folgebeiträge. Mal schauen, was noch auf dem blauen Ozean herumschippert.

https://www.companypirate.de/2021/11/26/shot-1-und-tschuess-finde-deine-nichtkunden/

MANAGEMENT

Ressource Utizilization Trap | Warum die Fixierung auf Auslastung vollkommener Nonsens ist

Felix Stein hat ein Video von Hendrik Kniberg im Blog gepostet, dass auch schon langer Zeit immer wieder von mir bemüht, um zu verdeutlichen warum die „Auslastung“ als „Kennzahl“ vollkommener Nonsens ist. Ein echter Klassiker, den hoffentlich viele schon kennen. Für alle anderen hier der Hinweis. Übrigens: In diesem Zusammenhang auch sehr viel Wert, dem Management Why Limit WiP vom Jim Benson als Hausaufgabe mitzugeben 😉

https://www.lean-agility.de/2021/11/resource-utilization-trap.html

Moral, Hierarchie und Organisation | Warum moralische „Prinzipien“ allein in einer Organisation nicht tragfähig sind

Organisationen sind komplexe Gebilde und so sind die informellen und formellen Institutionen, Regeln, Normen und Werte in Organisation ein komplexes Zusammenspiel. Auch wenn viel es ungern hören, formelle Hierarchien erfüllen auch in Organisationen daher eine wichtige Funktion in diesem komplexen Zusammenspiel. Zumindest in Teilen. Auch im Sinne einer Schutzfunktion. Ein Thema, dass mir beim Lesen des Beitrags von Stefan Kühl wieder vor Augen geführt wurde. Rein auf „moralphilosophischen“ Überlegungen, Organisationen aufzubauen, kann sehr schnell zur Schieflage führen.

https://sozialtheoristen.de/2021/11/22/das-scheitern-der-moralphilosophie-an-der-organisationsfrage/

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