
PRODUKTIVITÄT
Obsidian | Mit oder ohne Ordner?
Ich beschäftige mich schon seit sehr langer Zeit mit Ablagestrukturen. Sowohl analog als auch digital. Gerade im digitalen Bereich würde ich davon abraten, eine zu tiefe und komplizierte Ordnerstruktur zu nutzen, und stattdessen über Verschlagwortung und Querverweise im Sinne von Luhmanns Zettelkasten und ähnlichen Ansätzen zu arbeiten. Die Suchfunktionen sind recht ordentlich, sodass man meist schneller ist als beim Durchklicken über zig Ordner. So handhabe ich es auf meiner „Festplatte” und in Obsidian. Lieber wenige Ordner, dafür klare Bezeichnungen der Dateien und Notizen mit sauberen Stichwörtern. In diesem Zusammenhang passt der Beitrag von Thomas Mathoi ganz gut, in dem er im Kontext von Obsidian darüber sinniert, ob eine Ordnerstruktur überhaupt nötig ist.
https://www.mathoi.at/2025/12/12/voellig-ordnerlos/
Fehler in der (Selbst-)Führung | 12 Fehler die wir alle kennen und vermutlich machen
Dan Rockwell spricht von Führungsfehlern. Alle Punkte auf seiner Liste dürften uns allen bekannt vorkommen. Zumindest in puncto „Selbstführung” lässt sich das gut auf jeden Einzelnen übertragen: 12 dumme (Selbst-)Führungsfehler. Und ich bin mir sicher, dass fast jeder von uns sie zur Genüge kennt. Wir wissen darum und machen sie trotzdem. Rockwell belässt es aber nicht dabei, sie zu benennen, sondern gibt auch ein paar Impulse, wie wir sie Stück für Stück überwinden können. Achtung, es handelt sich um eine zweiteilige Artikelserie. Daher gibt es auch zwei Links.
Teil 1: https://leadershipfreak.blog/2025/12/11/6-dumb-leadership-mistakes/
Teil 2: https://leadershipfreak.blog/2025/12/12/6-dumb-leadership-mistakes-part-deux/
Freund | Ironische Alltagsatire mit Tiefsinn über den inflationären „Begriffsmissbrauch” des Wortes „Freund”.
Ich bin ein großer Fan von ironischer Alltagssatire mit Tiefsinn, wie Thomas Speck sie in seinem Podcast präsentiert. Sein Podcast gehört schon fast zu den wöchentlichen Highlights, auf die ich mich sehr freue. Auch wenn ich nicht jede Woche jede Folge hier verlinke, halte ich seinen Podcast für sehr hörenswert. Die aktuelle Folge zum Thema Freundschaft und dem fast schon dramatisch inflationären „Missbrauch” des Begriffs in unserer sozialmedialen Welt trifft – zumindest bei mir – wieder einmal einen Nerv. Sie ist nicht nur gut anzuhören, sondern gibt auch wieder einen Denkanstoß in einer zunehmend „flach wirkenden” und „oberflächlich” daherkommenden Welt, in der große Begriffe inflationär verwendet und damit fast schon abgewertet werden.
Tod und Leben | Worauf es wirklich ankommt
Es ist kein leichtes Thema. Aber eines, das immer wieder präsent ist. Der „Tod“ und das Sterben. An Heiligabend nähert sich der 31. Todestag meines Vaters, der viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde. Ich habe ihn inzwischen um fast zehn Jahre überholt und meine Kinder werden ihren Großvater nie kennenlernen. In meinem Umfeld sind in den letzten Jahren viele Menschen gegangen, die mich ein Stück des Lebensweges begleitet haben. Viele davon hatten ein langes (und hoffentlich erfülltes) Leben, einige wenige wurden „zu früh“ aus dem Leben gerissen. Es gehört zum Leben dazu. Leben und Sterben. Es mag skurril klingen, aber jedes Mal, wenn ich mich von einem Menschen verabschiede, denke ich darüber nach, was wirklich wichtig ist und weshalb ich viele Dinge tue. Irgendwann habe ich auch eine Liste mit drei oder vier Liedern festgelegt, die auf meiner Beerdigung gespielt werden sollen (gut, ich höre sie dann nicht mehr). Der Tod erinnert mich immer wieder an meine eigene Unzulänglichkeit und Vergänglichkeit. Das steht auch in Zusammenhang damit, wo ich meine Prioritäten setze. Und so verstehe ich auch den Beitrag von Anna Koschinski als kleine Erinnerung, dass wir uns bewusst sein sollten, worauf es wirklich ankommt, denn jeder Tag könnte unser letzter sein.
https://anna-livia.de/sterben/
AGILE
Hindernisse sichtbar machen | Agilität macht Hindernisse sichtbar, sie ist nicht das Problem
Ich persönlich suche gerne nach Verbesserungsmöglichkeiten. Jeder „Fehler”, jeder „Irrtum”, den wir entdecken – mag er noch so schmerzhaft sein – ist für mich etwas, das wir feiern sollten. Er gibt uns die Möglichkeit, Dinge besser zu verstehen und neue Wege einzuschlagen. Gerade deshalb schätze ich den agilen Ansatz. Seltsam nur, dass, wenn Probleme sichtbar werden, oft die Agilität dafür verantwortlich gemacht wird. Dabei macht sie nur manches sichtbar. Und darin sehe ich eine Stärke. Wir entdecken Verbesserungspotenziale, die wir nutzen können. In diesem Sinne stimme ich Mary Iqbal gerne und bereitwillig zu.
https://www.rebelscrum.site/post/agile-shows-the-flaws
Adaptive Organisation | Die 3 Kompetenzfelder für adaptive Organisationsentwicklung
Achtung, jetzt wird es etwas „schlagwortlastig”. Stephanie Ockerman widmet sich den drei Kompetenzen einer adaptiven Organisation. Die Verdichtung auf drei Kompetenzfelder ist sicherlich etwas stark verkürzt, und das Schlagwort „Business Agilität” wird inzwischen so inflationär genutzt, dass es zumindest mir langsam wehtut. Dennoch enthält der Beitrag einiges an gutem Input.
https://www.agilesocks.com/three-competencies-adaptive-organizations-must-grow/
Agilität und Change Management | Hohe Veränderungsgeschwindigkeit braucht Agilität
Ich bin nicht ganz glücklich darüber, dass wieder einmal die KI als Beispiel herhalten muss. Betrachten wir das Ganze etwas weiter gefasst: Wir haben nicht nur eine hohe Komplexität, sondern gleichzeitig in vielen Bereichen eine hohe Veränderungsgeschwindigkeit, innerhalb derer sich die Rahmenbedingungen beständig verändern. Hier funktioniert das „klassische“ Changemanagement nicht wirklich gut. Ralph Jocham hat treffend festgestellt, dass das iterativ-inkrementelle Vorgehen mit kurzen und frühen Feedbackzyklen der bessere Weg ist, wenn wir es mit sich beständig verändernden Rahmenbedingungen zu tun haben. Und ja, die Entwicklung beim Thema KI scheint hierzu zu passen. Auch wenn ich der Meinung bin, dass das Tempo der Veränderungen etwas überschätzt wird und die Veränderungssprünge nicht ganz so rasant sind. Aber schauen wir uns doch einmal genau an, wo wir heute stehen. Ich kann mich noch an Rechner erinnern, deren Rechenleistung weit unter der üblicher Smartphones von heute liegt. Und ich bin noch kein Methusalem. Unsere Welt war schon immer komplex, jetzt kommt die Veränderungsgeschwindigkeit hinzu. Diese setzt einen adaptiven, sich mitentwickelnden „Veränderungsprozess” voraus.
Sprintplanning | Ein Ausflug in die Hölle und was daraus lernen
Das Sprint Planning aus der Hölle – vieles kommt mir doch bekannt vor, was Mark Levison da schreibt. Eine lange Liste an Themen und Herausforderungen. Achtung, bitte keine großen Veränderungssprünge versuchen. Sei lieber geduldig, beginne Schritt für Schritt mit dem dringendsten Problem und gehe dann zum nächsten über.
https://agilepainrelief.com/blog/sprint-planning-from-hell/
LEADESHIP UND MANAGEMENT
Teamleistung | Die wichtigsten Bücher
Das Thema „Teamleistung” ist „domänenübergreifend”. Es würde in fast jede der Kategorien der Links der Woche passen, von Lean über Agile bis hin zu Leadership und Management. Ich habe den Artikel von Jan Fischbach daher hier eingeordnet, weil er meiner Meinung nach am besten hierher passt. Nur für den Fall, dass sich jemand wundert. Worum geht es? Nun, Jan war so nett und hat die aus seiner Sicht wichtigsten Bücher zum Thema Teamleistung zusammengestellt. Kaum überraschend finden sich fast alle auch in meiner privaten BiB. Ich bin nämlich auch der Meinung, dass man sie kennen und gelesen haben sollte..
https://www.teamworkblog.de/2025/12/die-besten-bucher-zum-thema-teamleistung.html
Führung als Partnerschaft | Die Macht der Partnerschaft im Kontext von Leadership
In seinem Beitrag über das Verständnis von Führung als Partnerschaft nennt Dan Rockwell wichtige Punkte, die ich für relevant halte, die ich aber leider nur selten erlebt habe. Führung ist keine Einbahnstraße. Sie gelingt nur wirklich gut, wenn sie als „Partnerschaft” verstanden wird. Zur Erinnerung: Führung ist nur so gut, wie das Zusammenspiel aus Führungskraft, Geführtem und Begleitumständen gelingt.
https://leadershipfreak.blog/2025/12/10/tap-the-power-of-partnership/
Engpass | Den Engpass bei der Digitalisierung identifizieren und auflösen
Prinzipiell könnte man über den Artikel von Merlin Mechler schreiben, dass das Ganze nicht nur für die Digitalisierung von Unternehmen gilt. Es gibt immer und überall Engpässe, die es zu identifizieren und aufzulösen gilt. Engpässe hindern uns und unsere Organisation daran, uns zu entwickeln. Die wohl größte Herausforderung besteht darin, den Engpass zu identifizieren. Dafür lohnt es sich oft, tiefer zu bohren und sich nicht gleich auf die vermeintlich erste Lösung zu stürzen (die Ursachen liegen oft tiefer). Und noch etwas ist sehr wichtig: Man sollte nicht versuchen, alles auf einmal zu erreichen. Die „Theorie of Constraints” und das „WiP-Limit” hängen nicht ohne Grund eng zusammen. Auch für eine Organisation gilt: Weniger ist mehr, weshalb eine Limitierung der parallelen Arbeit sinnvoll ist.
https://t2informatik.de/blog/der-engpass-bei-der-digitalisierung/