
Schon länger hadere ich mit dem Begriff „Fehlerkultur” (nicht mit der Sinnhaftigkeit dahinter). „Lernkultur” wäre für mich der treffendere und umfassendere Begriff. Es geht nicht nur darum, Fehler und Irrtümer begehen zu dürfen, sondern auch darum, aus ihnen zu lernen und Erkenntnisse für die Umsetzung zu gewinnen. Der Erkenntnisgewinn muss mehr im Fokus stehen. Fehler sichtbar zu machen und den sicheren Raum zu haben, über Fehler und Irrtümer sprechen zu können, ohne dafür öffentlich hingerichtet zu werden, ist eine von vielen Voraussetzungen für eine gelingende Lernkultur. Das allein reicht aber nicht aus. Um Erkenntnisse zu generieren, braucht es auch den Raum, im Sinne von Zeit und Ressourcen, um zu reflektieren und zu experimentieren. Es braucht Zeit und Ressourcen, um sich neues Wissen anzueignen. Der Begriff „Fehlerkultur” greift mir hier zu kurz. Fehler machen zu dürfen, ohne den Raum zum Lernen zu haben, bringt keine Erkenntnis. Das bringt uns nicht weiter. Es braucht eine echte Fehler- und Lernkultur mit Fokus auf Erkenntnisgewinn und Umsetzung.