#LINKSDERWOCHE | 9/2022: Produktivität, Lean, Agile und Leadership

PRODUKTIVITÄT

Auswahl reduzieren | Wie das Einschränken der Auswahl die Produktivität steigert

So mancher Tipp, den Ivan Blatter in der aktuellen Podcast-Folge parat hat, kann man damit mit „Reduzieren die Auswahl“ über schreiben. Den genau darum geht es. Die Arbeit geht uns nicht aus. Unser Aufgaben und Themenspeicher ist immer gut gefüllt. Das führt unter Umständen dazu, dass wir mehr damit beschäftigt sind, auszuwählen, was war wir als nächstes tun werden als mit produktiv Dinge zum Abschluss zu bringen. Gute Planung hilft uns dabei, die Auswahlmöglichkeiten so zu reduzieren, dass wir diesen Effekt umkehren können. Nicht alle Taktiken werden eins zu eins für jeden übertragbar sein, aber die eine oder andere Inspiration ist sicherlich dabei.

https://ivanblatter.com/podcast/entscheidungen/

Vereinbarung mit sich selbst | 5 Wege hin zu einer funktionierenden Selbstvereinbarung

Leo Babauta errinnert mich wieder daran, dass derjenige, mit dem ich die meisten getroffenen Vereinbarungen nicht einhalte, ich selbst bin. Wenn es um Zusagen anderen gegenüber geht, bin ich ziemlich schwer dahinter, diese auch einzuhalten. Während ich mir selbst gegenüber nicht immer die gleiche Disziplin aufbringe. Das ist insofern ungünstig, wenn ich mir eine neue Gewohnheit antrainieren will und dann die Zügel Anfange schleifen zu lassen. Wie kommt man zu einer bessern Vereinbarung mit sich selbst? Hierfür hat er fünf Ansätze identifziert, die seiner Erfahrung nach gut funktionieren.

https://zenhabits.net/self-committed/

Bisoziation | Mit Bildern auszdrücken, was mit Wort schwerfällt

Lösungen und Ideen für eine Problemstellung zu entwickeln ist ein kreativer Prozess, der gar nicht so einfach sei kann. Metaphern und Bilder können durch Assoziationen manchen Knoten zu lösen. Hier setzt Bisoziation an. Die Technik und Ihre wirkweise erklärt Annette Hexelschneider in einem Blogpost sehr anschaulich:

https://wissendenken.com/visuelles-denken/bisoziation/

Proaktiv vs Reaktion | Wenn wir reagieren, erzeugen wir mehr vom Gleichen statt die Symptome zu behandeln

Der Blogartikel von Dan Rockwell erinnert mich wieder daran, dass proaktives Agieren zielführender ist als reagieren auf Probleme. Oder anders ausgedrückt, wenn wir beständig Probleme lösen, statt deren Ursache zu beheben, erzeugen wir mehr davon. Das sieht im ersten Moment toll aus, wenn man ein gefragter „Problemlöser“ ist und unabkömmlich zu sein scheint. Aber wirklich zielführend ist es nicht. Man wird zum Engpass. Außerdem ist es bequem für andere, die Probleme bei einem abzuladen, weil man sie für sie löst, statt an die Wurzel zu gehen.

https://leadershipfreak.blog/2022/02/25/two-dangers-of-reactive-management/

LEAN

Etablierung einer Kultur der kontinuierliche Verbesserung | Warum es nicht ausreicht, die Unterstützung der Führung zu haben

Wenn wir eine Organisation „transformieren“, wie zum Beispiel bei der Etablierung einer Kultur der kontinuierlichen Verbesserung, dann ist es naheliegend, dass wir hierfür die Unterstützung der Führung und des Managements brauchen. John Knotts verdeutlicht sehr gut, dass es dabei nicht ausreicht, dass das Management seine Absicht erklärt, mit gutem Vorbild voranzugehen, sondern sich selbst entsprechend entwickeln muss. D. h. genauso den Veränderungs- und Entwicklungsprozess durchläuft wie der Rest der Organisation und es einen entsprechenden Etablierungsweg braucht:

https://blog.gembaacademy.com/2022/02/25/continuous-improvement-development-for-leadership-and-professionals/

AGILE

Lernprozess | Scrum als organisationelles Lernen verstehen und fördern

Was mich an Scrum von Beginn an fasziniert hat, war das beständige Lernen und verbessern auf Basis des Neuerlernten. Ein schöner Ansatz, der diese Lernen in Scrum in meinen Augen sehr schön verdeutlicht die Idee es Double-Loop-Learnings in Organisationen nach Chris Argyris. Allerdings habe ich in den letzten Jahren gelernt, dass es – trotz des eingebauten „Feebackprozesses“ in Form der Retro und des Reviews, aber auch des Scrum Dailys – kein Automatismus ist, durch den ein Scrumteam diesen Reflexionsprozess auch als Lernreise versteht, sondern hin und wieder dabei etwas Anstoß notwendig ist. Dazu mehr von Barry Overeem.

https://www.scrum.org/resources/blog/make-learning-ongoing-activity-not-scrum-event

Scrum Mythen | 17 der gängigsten Fehlinterpretationen aufgelöst

Ich beschäftige mich zwischenzeitlich seit mehr als einem Jahrzehnt mit Scrum, Kanban und anderen agilen Frameworks. In der Zwischenzeit hat sich viel getan und Rahmenwerke wie Scrum haben einen doch beachtlichen Verbreitungsgrad erreicht. Gleichzeitig halten sich nach wie vor viele Mythen rund um Scrum hartnäckig, von denen man eigentlich erwarten könnte, dass sie mit der starken Verbreitung verschwinden würden. Trotzdem begegnen mir die 17 – fast schon klassischen – Fehlinterpretationen, die Simon Flossmann hier aufgeschrieben hat, immer wieder.

https://www.scrum.org/resources/blog/17-scrum-mythen-die-jeder-professional-scrum-master-widerlegen-konnen-muss

Product Owner*in | Wie man die Rolle des Product Owners sabotiert

Im Folgenden findet Ihr eine kleine Anleitung, wie Ihr Product Owner*innen in ihrer Rollenausübung nahezu perfekt lahmlegen könnt. Stefan Wolpers dabei gründliche Arbeit geleistet und gleich 53 mögliche Möglichkeiten aus diversen Workshops mit seinen Teilnehmern zusammengetragen. Erstaunlich, wie leicht/schnell man eine Rolle und die daraus resultierende Aufgaben sabotieren kann. Wenn man allerdings weiß, auf was man achten muss, kann man frühzeitig gegensteuern. Ergo – Liste merken. Nicht um sie dazu zu verwenden, die/den PO lahmzulegen, sondern früh zu erkennen, wenn Gefahr droht. Den nur, wenn alle Scrum-Rollen gut ineinandergreifen, gelingt auch die Arbeit mit Scrum.

https://www.scrum.org/resources/blog/how-sabotage-product-owner-53-anti-patterns-trenches

Scrum Master*in | Muss man vom Fach sein, um die Rolle auszuüben?

Bei der Frage, ob ein Scrum Master selbst vom Fach sein muss, bin ich beinah befangen. In meinem aktuellen Projekt bin ich durchgängig als „Fachfremder“ tätig. In den meisten Projekten der letzten drei Jahre war es in der Tat kein nennenswertes Hindernis. Teilweise sogar von Vorteil, um andere Perspektiven auf die Problemlagen ins Projekt einzubringen. Es ist allerdings nicht verkehrt ein Grundverständnis von Fachthematik des Scrumteams zu haben, auch um hinter der „Sprachcode“ blicken zu können, den Experten zwangsweise entwickeln. Der Vorteil eines fachfremden Scrum Masters liegt darin, dass er/sie nicht in Versuchung gerät ins operative „Tagesgeschäft“ aktiv einzugreifen und so die Selbstorganisation des Teams zu untergraben. Mehr zum Thema im Podcast von Mac Löffler.

http://passionateteams.com/e/muss-ich-mich-als-scrum-master-fachlich-auskennen/

Agile Coaching | Droht der Agile Coach/Scrum Master zum Feelgood Manager zu verkommen?

Die These von Olaf Hinz mag manchem etwas heftig vorkommen. Für mich deckt sie sich mit meinen Beobachtungen über einen Zeitraum, der über die letzten Monate hinaus geht, in der agile Szene. In erster Linie geht es bei Agilität darum, qualitativ hochwertige Ergebnisse für den „Kunden“ zu erzielen. Gute Stimmung im Team und Ähnliches sind dabei ein „Gelingensgrund“ von mehreren. Bei manchen Diskussionen habe ich allerdings den Eindruck, dass die „Coaches“ den eigentlichen Sinn und Zweck der Agilität aus den Augen verloren haben und das Mittel zum Zweck zum neuen Ziel auserkoren haben. Und genau in diese Kerbe schlägt Olaf Hinz. Das ist übrigens mit ein Grund, warum ich mich in jüngerer Zeit auch verstärkt mit dem Toyota Production System (das für das Lean Management Pate gestanden hat, sich aber genauso im agilen Ansatz wiederspiegelt) beschäftige. Im Sinne einer kritische Selbstreflexion meiner Meinung nach ein gelungener Impuls:

https://www.hinz-wirkt.de/lotsenblog/artikel/3205-agile-coaching-am-scheideweg

LEADERSHIP

Agile Leadership | Leadership im Kontext agile Rahmenwerke erklärt

Zum Begriff „Agile Leadership“ habe ich persönlich ein ambivalentes Verhältnis. Was unter „Agile Leadership“ in der Regel verstanden wird, ist für mich persönlich – losgelöst von „Agilität“ – gute Führung/Selbstführung. Und wie ich in den letzten Tagen wieder festgestellt habe, ist dieses Führungsverständnis durchaus älter als der „Agilitätsbegriff“, wie er aktuell verwendet wird und findet sich unter anderem bereits im Toyota Production System, dessen Ideen/Philosophie selbst einige Vorläufer hat, wieder. Dennoch ist allenthalben von agile Leadership die Rede und in diesem Sinne sollte man verstehen, was damit gemeint ist und wie der Zusammenhang mit agilen Ansätzen ist. Andreas Diehl nutzt hierfür Scrum und das Spotify-Model.

https://digitaleneuordnung.de/blog/agile-leadership/

Führen durch Fragen | Was eine einfache Frage auslösen kann …

Vielleicht kennt der eine oder andere das Buch Turn the Ship Around von L. David Marquet. Die Geschichte eine U-Boot-Kapitäns, der die Art und Weise sein U-Boot zu führen komplett auf den Kopf gestellt hat, in dem die „Selbstführung“ der Manschaft in den Vordergrund gestellt hat. Zentrales Element dabei Führen durch Fragen, die zum Selbstdenken animieren. Mark Rosenthal verweist nicht nur auf das Buch, sondern zeigt, wie eine Führungskraft inspiriert durch Marquet mit einer simplen Frage mehr erreicht hat, als hätte der Detailfragen gestellt:

http://theleanthinker.com/2022/02/24/leading-to-learn-ask-more-tell-less/

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