#LINKSDERWOCHE | 33/2021: Produktivität und Agile

PRODUKTIVITÄT

Ohne To-Do-List: Ein gescheitertes Experiment mit vielen Erkenntnissen

Es gibt Menschen, die tatsächlich ohne eine To-do-Liste auskommen sollen. Ich habe es versucht und bin gescheitert. Irgendwie geht es mir wie Ivan Blatter – ich brauche irgendwas, dass mir das Gefühl gibt, dass mir nichts Wichtiges verloren geht. Allerdings führe ich keine klassische To-do-Liste, sondern eher etwas vergleichbar einem Backlog und habe mich irgendwann auf Personal Kanban eingeschossen. Auch der Ansatz mit Timeblocking funktioniert bei mir persönlich nur eingeschränkt. Auch dies habe ich über ein Experiment, ähnlich wie es Ivan Blatter im Podcast vorstellt, herausgefunden. Solche Experiment mache ich gerne. Es gibt viele gute Ansätze. Aber ob sie zu mir passen oder nicht, das bekomme ich nur durch Ausprobieren heraus. Und so habe ich schon viele Zeitmanagementansätze probiert, teilweise dann übernommen, teilweise verworfen. Vermutlich werde es im Laufe meines Lebens noch einige werden. Es gibt einfach zu viele gute Ideen. Bei all diesen Experimenten habe ich viel gelernt. Über mich, über die verwendeten Methoden und mein Arbeitsumfeld. Von daher möchte ich diese Experimente nicht missen.

https://ivanblatter.com/podcast/keine-to-do-liste/

Bikeshedding: Wenn die Nebensache zur Hauptsache wird und was dies mit Moderation zu tun hat

Ich bin ein großer Freund von C. N. Parkinsons Werk „Parkinsons Gesetz und andere Studien über die Verwaltung“. Diesen Klassiker der Organisationssoziologie zitiere ich gern und oft, obwohl seit der 1. Auflage 1957 doch einige Jahrzehnte durch das Land gegangen sind. Die Erkenntnisse von Parkinson – unter anderem das häufig zitierte parkinsonsche Gesetz – sind zeitlos und Parkinsons Humor, mit dem er sie transportiert, ist einfach nur herrlich. Eines der Erkenntnisse, die sich in dem besagten Buch wiederfinden, ist auch das Gesetz der Trivialität „Die auf einen Tagesordnungspunkt verwendete Zeit ist umgekehrt proportional zu den jeweiligen Kosten.“ Kennen wir alle. Letzte Woche hatte ich es auf Twitter mal wieder bemüht. Daraufhin bekam ich den Hinweis auf den folgenden Beitrag von Dirk Bathen, der genau dieses Phänomen näher betrachtet und habe ganz nebenbei gelernt, dass ein Wort dafür gibt, wenn die Nebensache zur Hauptsache wird: Bikeshedding. Im weiteren Artikel wird im Übrigen auf die Rolle der Moderation eingegangen, die diesen Effekt verhinder kann. Fazit: lesenswert.

https://komfortzonen.de/bikeshedding-hauptsache-nebensache/

Selbstgenügsamkeit: Zufriedenheit mit Meditation

In letzter Zeit merke ich, wie sehr mich eine gewisse Unzufriedenheit heimsucht. In den ruhigen Momenten. Statt zur Ruhe zu kommen, gehen mir tausend Dinge durch den Kopf, die erledigt werden müssten. Zumindest meine ich dies. Und das stört mich. Es stört mich, weil ich weiß, wie wichtig Auszeiten sind, in denen wir zur Ruhe kommen. Vielleicht lese ich gerade deshalb so gern in Leo Babautas Blog, der – zumindest wenn man seinen Postings glauben schenkt – gute Ideen hat, um gegenzusteuern, die auch noch funktionieren. Eine Anregung nehme ich unter anderem auch aus dem folgenden Artikel mit, der meine Aufmerksamkeit auf Meditation lenkt. Ich werde es wohl wieder aufgreifen.

https://zenhabits.net/mind/

AGILE

Betroffene einbinden: Wenn Scrum Master*innen zu oft für andere sprechen

Die Beobachtung von Ralf Kruse, dass Scrum Master*innen Gefahr laufen, zu oft zum selbst ernannten Kümmerer*in zu mutieren, der/die für andere spricht, kann ich gut nachvollziehen. In diese Falle bin ich selbst bereits schon gestolpert und bin im Laufe der Jahre deutlich vorsichtiger geworden. Das Regelmäßige in Bewusstsein rufen, wer die Anspruchsgruppe sind und der regelmäßige Austausch über ihre Erwartungen gehört zum Pflichtprogramm. Daher finde ich es sehr gut, dass er das Thema in seinem Podcast aufgreift. Als Scrum Master*in läuft man gerne Gefahr, in seiner Euphorie und Begeisterung in genau diese Falle zu stolpern.

https://enablechange.de/2021/08/11/statt-fuer-andere-zu-sprechen-diese-besser-einbinden/

Evidenzbasierendes Management: Was verbirgt sich dahinter?

Aktuell scheint „evidence-based management“ die neu Sau zu sein, die durch die Scrum-Community getrieben wird. Zumindest lese ich zurzeit öfter darüber. Eigentlich kein Hexenwerk. Es geht um nichts anderes als um die Frage Kundennutzen permanent verbessert werden kann. Hierfür braucht es entsprechend Indikatoren, also Metriken, die dies sichtbar machen. Warum nur habe ich das Gefühl, dass hier wieder im Lean Management gewildert worden ist. Egal, wer kurz und prägnant wissen will, was sich dahinter verbirgt, der findet im Blog FlowWork.Rocks! einen schnellen Überblick:

https://flowwork.rocks/alles-ueber/evidence-based-management/

Time-to-Learn: Wie lange dauert es, bis wir als Team etwas lernen können

Eigentlich müssten wir – zumindest nach Anspruch den Agilisten gerne erheben – über evidenzbasierendes Management nicht sprechen. Es sollte selbstverständlich sein. Agile und Lean teile beide den Anspruch, empirisch zu sein. Und doch sieht die Praxis nicht immer danach aus. Klar, wir haben Retrospektiven und Reviews, in deren Rahmen wir reflektieren. Allerdings habe nur wenige agile Teams erlebt, die sich wirklich Gedanken gemacht haben, wie sie mit Zahlen, Daten und Fakten ihre „Lernhypothesen“ im Rahmen eines Sprints überprüfbar machen und die üblichen Metriken wie Velocity um entsprechende Indikatoren erweitern. Hier setzen Ideen wie „Time-to-Learn“ an. Eine Metrik, die eine Erweiterung der Lead-Time darstellt und misst, wie lange es dauert, bis ein Team tatsächlich aus eine gelieferten Inkremente Lehren zieht. Spannende Idee, die ich im Blog von Lars Richter entdeckt habe:

https://flowwork.rocks/time-to-learn/

Prozessverbesserung: Warum Fragen stellen so wichtig ist

Wer Prozesse verbessern will, der muss was tun? Fragen stellen. Genau. Fragen, die dabei helfen zu erkennen, wie Prozesse funktionieren, was in den jeweiligen Schritten passiert, was gebraucht wird, was das Ziel ist usw. usf. Fragen sind damit ein der zentralen Hilfsmittel der Prozessverbesserung. Den es geht um Verstehen. Nur wenn wir verstehen und zwar tiefergehend verstehen, können wir Potenzial erkennen und heben. Und genau deshalb hält Jan Fischbach das Fragen stellen für eine der wichtigsten Fähigkeiten der Prozessverbesserung:

https://www.teamworkblog.de/2021/08/die-wichtigste-fahigkeit-fur.html

Scrum: Zu viele Meetings?

Immer wieder taucht sie auf diese eine Frage. Scrum sei doch sehr zeitintensiv, weil es ja so viele Besprechungen bräuchte. Es dürfte kaum eine/n Scrum Master*in geben, der/die in seiner/ihrer Laufbahn nicht mit ähnlichen Aussagen konfrontiert worden wäre. Fast schon ein Klassiker. Ich hatte das Vergnügen bereits mehrfach und mehrmals habe ich mir den Spaß erlaubt vorzurechnen, wie viel Zeit ein Team vor Scrum in Besprechungen investiert hat und wie viel Zeit es nach der Scrum-Einführung war. Erstaunlich: Die Gesamtzahl der Stunden war nach der Scrum-Einführung niedriger. Wieso ist das so? Marc Kaufmann hat hierzu einen schönen Artikel geschrieben:

https://www.scrum.org/resources/blog/zu-viele-meetings-scrum

Scrum: Warum ist das iterativ-inkrementelle Arbeiten „wertstiftend“

Scrum nutzt eine iterativ-inkrementelle Arbeitsweise. D. h. ein Team liefert am Ende einer jeden Iteration ein potenziell auslieferbares Produktinkrement, welches einen realen Mehrwert erzeugt, der realisiert werden kann. Darin sehe ich die Stärke von Scrum in Entwicklungsprojekten. Am Ende jeder Iteration gibt es ein echtes Ergebnis, dass sich – im Idealfall – monetarisieren lässt oder zumindest ein konkreten Wert stiftet. Das hat weitere Vorteile, die ausführlicher im Artikel von Mary Iqbal erklärt wird:

https://www.scrum.org/resources/blog/value-incremental-delivery-scrum

Agile Transformation: Was sind die Erfolgskriterien?

Christiaan Verwijs ist mit seinen Mitstreitern angetreten über empirische Studien die Annahmen der agilen Community zu überprüfen und einer empirischen Evidenz zu untermauern. In dem folgenden Beitrag stehen Erfolgsfaktoren der agilen Transformation im Vordergrund. Überraschungen gibt es keine nennenswerten, aber allein das Unterfangen, eine handfeste, solide Basis für Agilität zu liefern, halte ich sehr, sehr erstrebenswert.

https://medium.com/the-liberators/what-makes-agile-transformations-successful-c50868dcb416

Scrum Master*in: Eine Reflektion der Rolle vor der dem Hintergrund ein Jahr im Homeoffice

Viele agilen Teams arbeiten seit über einem Jahr im Homeoffice. Manche wurden ohne große Vorbereitung damit konfrontiert, andere hat es nicht ganz so kalt erwischt. Ich muss sagen, dass ich zu Beginn auch skeptisch war, ob sich mein Job als Agile Coach oder Scrum Master so ohne Weiteres vernünftig umsetzen lässt. Mittlerweile kann ich sagen, dass es möglich ist. Allerdings mit Hindernissen, die sich manchmal lösen lassen, manchmal nicht ganz befriedigend aufgelöst werden. Insofern kann ich dem Beitrag von Marieke Dörschner sehr gut nachvollziehen. Spannend finde ich ihn auch, weil ich bisher wenig Artikel gelesen habe, die die Auswirkungen auf die Rolle Scrum Master*in bisher reflektiert haben.

https://www.piazzablu.com/scrum-master-homeoffice/

Scrum-Grundlagen: Das Scrum Daily und seine Bedeutung

Aus der Reihe Scrum-Grundlagen ist der folgende Artikel von Steven Deneir mit Fokus auf das Daily. Der täglichen Synchronisation des Teams zur gleichen Zeit am gleichen Ort in einem festdefinierten Zeitfenster. Im Beitrag erörtert er die Rolle des Dailys in Bezug auf das Thema „Inspection“, also der Überprüfung der Ergebnisse und des Fortschritts:

https://www.scrum.org/resources/blog/back-foundations-scrum-framework-13-how-daily-scrum-supports-inspection

Retrospektiven: 7 Retro-Formate mit Anspruch mehr Leben reinzubringen

Ich mag es, wenn Retrospektiven abwechslungsreich gestaltet werden, um der Langeweile der Routine entgegenzuwirken. Unter anderem weiche ich auch mal gerne das übliche Retro-Schema auf und nutze Retrospektiven mit den Teams auch für eine tiefergehende Analyse und Ursachenforschung zu spezifischen Themen. Für die klassische Retro bietet sich an, unterschiedlich Ansätze im Köcher zu haben und auch immer wieder neu zu mischen. Daher suche ich immer auch nach neuen Ideen. In der Aufstellung von Jörg Jelden sind einige Ideen dabei, die ich so noch nicht kannte:

https://komfortzonen.de/retrospektiven-in-action/

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