#LINKSDERWOCHE | 27/2021: Produktivität, Lean, Agile, Leadership

PRODUKTIVITÄT

Enthusiasmus in der Routine: Wie es gelingt, in der Alltagsroutine den Schwung nicht zu verlieren

Wenn die Routine zuschlägt, ist der Enthusiasmus und Schwung schnell dahin. Diese nette Erfahrung dürften die meisten von uns sicherlich schon mehr als einmal gemacht haben. Die täglichen Herausforderungen können einen ganz schön runterziehen. Es ist da gar nicht so einfach, seinen Schwung nicht zu verlieren. Dan Rockwell schlägt drei Dinge vor, mit denen wir dem entgegenwirken können. Funktioniert aber leider nicht immer. Als reflektierte Menschen wissen wir aber auch gelegentliche Rückschläge gehören zum Geschäft und lassen uns natürlich nicht unterkriegen:

https://leadershipfreak.blog/2021/06/30/3-steps-to-face-daily-challenges-with-fresh-enthusiasm-every-day/

Auszeit: Bewusste Auszeit genießen

Nach wie vor steckt in vielen Köpfen bedauerlicherweise die fixe Idee, nur wer ständig unter Strom steht und beschäftigt ist, sei auch tatsächlich produktiv. Die Wahrheit ist das genau Gegenteil. Sich bewusst Auszeit zu nehmen, ist daher ziemlich wichtig. Und doch ist die Umsetzung, wie so oft nicht ganz so einfach, wie selbst ein Experte für Achtsamkeit, wie Leo Babauta aus eigener Erfahrung weiß. Mehr dazu:

https://zenhabits.net/time-off/

Asynchrone und synchrone Kommunikation: Muss es den immer eine synchrone Besprechung sein?

Nicht für jedes Thema, für welches in der Regel eine Besprechung angesetzt wird, muss es wirklich eine Besprechung sein. Oft gibt es Besprechungstermine, bei denen ich mich Frage, ob es nicht einfach über asynchrone Kommunikation möglich gewesen wäre und am Ende für alle Beteiligten deutlich entspannter zum Ergebnis zukommen. Reine Fortschrittsupdates zum Beispiel. Hier reicht mir oft die reine Info an zentraler Stelle und transparent kommuniziert zum Beispiel über einen virtuellen Obeya-Room. Die Impulse, die Kat Boogaard im Trello-Blog gibt, könnten ein guter Anlass sein, darüber nachzudenken, wann asynchrone Formate besser sind als synchrone Formate. Ansonsten gilt, wie auch schon C. N. Parkinson sinngemäß saget: Zuviel Besprechungen sind ein Zeichen schlechter Organisation. Wer über zu viele Besprechungen klagt, sollte sich dringend die Organisation näher anschauen.

https://blog.trello.com/meetings-that-should-always-be-async

LEAN

Kontinuierliche Verbesserung: Fokus auf den Prozess

Eine der zentralen Erkenntnisse aus dem Lean Management ist, dass wir bei kontinuierlichen Verbesserungen uns auf den Prozess fokussieren und nicht zu sehr auf die Ergebnisse (was nicht bedeutet, diese aus dem Auge zu verlieren). Um Verbesserungen identifizieren und entwickeln zu können, müssen wir die Hindernisse und ihre Ursachen gründlich verstehen. Und diese stecken in aller Regel im Prozess. Kontinuierliche Verbesserung ist auch nichts, was punktuell durchgeführt wird, sondern ständig und permanent am laufenden Motor stattfinden. Mehr dazu von Jon Miller:

https://blog.gembaacademy.com/2021/06/28/the-five-step-to-getting-better-at-anything/

Ehrlichkeit: Lüge Deinen Kunden niemals an

Eigentlich kein Lean-Thema, sondern ein grundsätzliches überall „Managementschulen“ hinweg. Der Umgang mit Kunden oder weiter gefasst mit Mitmenschen. Ich habe schon früh als Kind eingeimpft bekommen: Ehrlich währt am längsten. Sag freundlich, wie es ist. Und ich bin damit immer gut gefahren. Selbst bei kritischen Themen. Und ich habe noch niemanden den Kopf abgerissen, der ehrlich (und freundlich) mir gegenüber war, auch wenn er/sie mir damit nicht weiterhelfen konnte. Werde ich angeflunkert, rieche ich den Braten schnell und da werde ich sauer. Weil dies Vertrauen infrage stellt. Und genau darum geht es auch. Vermutlich mit ein Grund, warum ich den Artikel von Mark Graban hier verlinke. Den er titelt sehr schön: „Don’t Lie to Your Customer About Scores or Seats (or Anything)“. Damit trifft seinen Artikel eine Nerv, der mich selbst immer wieder antriggert.

https://www.leanblog.org/2021/06/dont-lie-to-your-customer-about-scores-or-seats-or-anything/

Zusammenspiel: Qualität entsteht durch das Zusammenbringen von Menschen und technischer Innovation

Was mich an Toyota und dem dort geprägten Verständnis von Lean (nicht die grottenschlechte Fehlinterpretation von Lean als krankmachende Kostendiät) fasziniert, ist die Erkenntnis, das gute Qualität nahezu immer nur dadurch entsteht, in dem man technische Innovation mit dem Faktor Mensch kombiniert. Diesen Aspekt beleuchten Toshiko Narusawa und John Shook im folgenden Beitrag. Ein Aspekt, der meines Erachtens viel zu oft ignoriert worden ist.

https://www.lean.org/LeanPost/Posting.cfm?LeanPostId=1453

AGILE

Agilität einführen: Was Agilität mit Fahrradfahren zu tun?

Agilität erlernen ist wie Fahrradfahren lernen, meint Marcus Raitner. Es braucht Zeit und Raum, um auszuprobieren und die Möglichkeit vom Fahrrad zufallen. Damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Agilität ist nichts, was man einfach mal schnell anordnet, um ein Projekt zu retten. Das muss gelernt, geübt werden. Ohne den Druck sofort erfolgreich zu sein. Den es geht um Veränderungen. Veränderungen gelingen selten über Nacht. Noch weniger, wenn sie nachhaltig sein sollen.

https://fuehrung-erfahren.de/2021/06/agilitaet-ist-wie-fahrradfahren/

Sprint Review im Remote-Modus: Wie gelingt ein Sprint Review im Remote Modus?

Das Remote etwas anders ist aber nicht unmöglich, das dürften wir alle in den letzten Monaten zur Genüge mitbekommen haben. Gutes Feedback online zu Arbeitsergebnissen zu generieren, hat sich für mich in der Tat in Remote-Reviews als größere Herausforderung herausgestellt. Größer sogar als bei Retrospektiven. Mit etwas Vorbereitung hat es dennoch gut geklappt. Was ich allerdings nicht getan habe und auch etwas ambivalent bin, ist das Teilen der Daten zu Entwicklung des Scrumteams, wie es Barry Overeem in seinem Blogartikel zeigt:

https://www.scrum.org/resources/blog/how-run-sprint-review-online

Psychologische Sicherheit: Warum sie für die Teameffektvität Bedeutung hat

Ich habe ein Problem damit, wenn ich Kolleg*innen erlebe, die fast schon esoterisch angehaucht die perfekte Teamharmonie anstreben und damit die Konfliktfähigkeit eines Teams untergraben, sich dabei auf psychologische Sicherheit berufen. Meines Erachtens haben sie das Konzept nicht verstanden. Es geht nicht um Harmonie, sondern um einen Raum, der es erlaubt, in einen kritisch-rationalen Diskurs einzutreten, der konträre Standpunkte als wichtigen Treiber einer Weiterentwicklung sieht. Es geht um eine professionelle Haltung, die schon Kraft ihrer Professionalität wertschätzend ist und bei der es – frei nach Popper – in erster Linie darum geht, Themen weiterzuentwickeln. Psychologische Sicherheit bedeutet eben nicht Harmonie, sondern durch auch Konflikte, aber in einem fairen und ehrlichen Rahmen. Mehr zum Thema von Christian Verwijs:

https://medium.com/the-liberators/why-psychological-safety-improves-the-effectiveness-of-your-team-7592d76f3c9b

Akzeptanzkritieren: Akzeptanzkritierien als Beispiel formuliert

Akzeptanzkriterien zu formulieren, scheint etwas, mit dem sich viel schwertun. Oder besser gesagt, sie so zu formulieren, dass alle Projektbeteiligten ein gleiches Verständnis davon haben. Hier kann die Methode Spezification by Example hilfreich sein, die im folgenden Beitrag von Diana Lowey vorgestellt wird. Sie ist simple und effektiv. Den Testern macht es das Leben einfacher und letztendlich fördert es die Qualität.

https://flowwork.rocks/specification-by-example/

Kanban-Klassiker: Tickets wandern niemals rückwärts

Warum ein Ticket in Kanban niemals rückwärts wandern sollte, beantwortet Anna Radzikowska im folgenden Beitrag sehr schön. Ich will da gar nicht großartig vorgreifen. Ich weiß aus der Beobachtung, die Versuchung ist oft groß. Dennoch: Widersteht ihr bitte. Aus guten Gründen.

https://djaa.com/kanban-evergreen-dont-move-items-backward-on-the-kanban-board/

Kanban: Warum ein Spaltenunterteilung in „In Bearbeitung“ und „Done“ sinnvoll sein kann

Tim Themann hat mit seinem aktuellen Blogartikel einen schönen Impuls gesetzt. Wann macht es Sinn, die Spalten nochmals in „In Bearbeitung“ und „Done“ zu unterteilen? Und ja, es macht Sinn. Auch wenn der eine jetzt einwenden mag, dass dies unnötig Komplexität des Boards erhöhen könnte. Was ich persönlich nicht sehe. Es kommt natürlich immer auf den Kontext an.

https://die-computermaler.de/wenn-to-do-und-done-fehlen/

Stakeholder einbinden: Wie bindet man die anspruchsberechtigen Personen effektiv und effizient ins Projekt ein?

Der Scrum-Leitfaden ist sehr eindeutig. Die Anspruchsgruppen eines Projekts werden eindeutig als wichtige Feedbackquelle definiert. Und doch gelingt es in vielen Projekten nicht, die Stakeholder effizient und effektiv einzubinden. Die Gründe sind vielfältig. Die Lösungen nicht immer ganz einfach. Dennoch: Fehlt eine gute Stakeholdereinbindung, ist dies ein Alarmzeichen und schlägt sich direkt auf die Qualität der Ergebnisse durch. Mehr dazu im Podcast von Ralf Kruse:

https://enablechange.de/podcast-scrum-meistern/

Kundenwert stiften: Die Impact Ladder als Hilftsmittel zur Visualisierung

Über Lars Richter bin ich über die Impact Ladder gestolpert. Oder besser über die Adaption mit Blick auf den Kundenmehrwert. Eine einfache, aber effektive Methode, um Klarheit darüber zu bekommen, wo die Stellschrauben liegen, um den Mehrwert für den Kunden deutlich zu steigern.

https://flowwork.rocks/impact-ladder/

LEADERSHIP

Persönlichkeit: Das am meisten falsch verstandene Führungswerkzeug

Ich bin eigentlich kein Freund davon, die Persönlichkeit der Führung allzu sehr hervorzuheben. Sie spielt zwar eine Rolle, aber nicht alleine. Der Kontext, die Geführten selbst und die Aufgabe sind ebenso wichtige Einflussfaktoren dafür, dass Führung gelingt. Warum ich trotzdem dem Beitrag von Dan Rockwell verlinke, ist schnell erklärt: Die Persönlichkeit des Führenden spielt eine Rolle. Mehr noch als Methoden. Im Zusammenspiel mit den bereits genannten Faktoren. In diesem Sinne:

https://leadershipfreak.blog/2021/06/25/the-most-neglected-and-misunderstood-tool-of-leadership/

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