#GEDANKENBLITZ | Scheitern ist nicht geil, aber auch kein Kainsmal

FuckUp-Nights  und die Diskussion, um Fehlerkultur – das Kainsmal des Scheiterns droht seinem Schrecken zu verlieren. Und das ist gut so. Zuzugeben, dass mensch gescheitert ist, war bis vor Kurzem noch so etwas wie ein „No Go“. Tabu! Wer scheitert, der ist ein Versager, war lange genug Usus. Dabei ist das Scheitern etwas, dass zum Leben dazu gehört. Es ist Teil unseres Lebens. Ich bin in meinem Leben mehrfach „gescheitert“, weil der Plan den ich hatte, nicht aufging. Ich bin gescheitert, weil Ding nicht so eingetreten sind, wie ich sie erwartet habe. Im ersten Moment habe ich mich jedes Mal bescheiden gefühlt. Mit zeitlichen Abstand habe ich fast jedes Mal festgestellt, dass diesem Scheitern ein versteckter Erfolg innegewohnt hat. Ich habe neue Ideen entdeckt; Türen wurden sichtbar, die ich vorher nicht wahrgenommen habe und haben sich geöffnet, ich habe spannende neue Kontakt geknüpft. Sprich ich habe neue Erkenntnisse, neue Impulse erhalten und mir neue Chance eröffnet. In jedem Scheitern wohnt daher ein Neubeginn inne, eine neue Chance und eine neue Gelegenheit etwas besser zu machen und dazu zu lernen. Jeder der ehrlich ist, kann Geschichte darüber erzählen. Auch ich bin schon mehrfach gescheitert und werde sicherlich noch des öfteren scheitern.

Sicherlich Scheitern ist relativ. Weil es darauf ankommt, was mensch daraus macht. Und doch bleibt das bescheidene Gefühl des Versagens über. Ein schaler Beigeschmack, der bleibt. Auch darüber sollten wir reden. Die Ratio ist das eine. Der Bauch das andere. Scheitern ist nicht geil. Auch wenn uns „Fehlerkultur-Debatte“ und Fuckup-Nights das Gegenteil zu vermitteln scheinen. Scheitern ist richtig „scheiße“. Bei jedem gescheiterten Versuch verschleißt auch das noch so optimistische Stehaufmännchen ein wenig. Das hinterlässt Spuren. Wer etwas anderes erzählt, hat entweder keine Ahnung oder lügt, das sich die Balken biegen.

Was heißt das jetzt und auf was will ich raus? Ganz einfach. Scheitern gehört zum Leben, scheitern ist normal – es bedeutet, dass jemand etwas gewagt hat und jemand Mut bewiesen hat. Dass er oder sie eben nicht im Bau geblieben ist, sondern sich dem Unvorhersehbaren gestellt hat. Aber Scheitern tut weh. Scheitern bedeutet Schmerz. Zu scheitern sind Verletzungen. Diesen Schmerz muss mensch aushalten, ertragen – da ist nicht einfach. Scheitern ist nicht geil. Es ist aber auch kein Kainsmal. Es bleiben aber Wunden zurück. Wunden, die erst mal verheilen müssen ehe wir den Blick wieder nach vor richten können und unsere Lektionen daraus lernen.

Ein Kommentar zu „#GEDANKENBLITZ | Scheitern ist nicht geil, aber auch kein Kainsmal

  1. „Bei jedem gescheiterten Versuch verschleißt auch das noch so optimistische Stehaufmännchen ein wenig. Das hinterlässt Spuren.“ Bin bei Dir Thomas – allerdings können die Spuren auch lernen bedeuten – und das sollte auch im Vordergrund bei der (Nach)betrachtung des Scheiterns stehen!

    Beste Grüße Dirk

    Gefällt 1 Person

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