
In den letzten Tagen bekomme ich einfach einen zuviel. Erst flippt das TrumpELTIER im Weißen Haus wieder aus und unsere Bundesregierung zeichent sich durch „Hilflosigkeit” aus, während anderen Orts klar Position bezogen wird. Dann wird durch einen Anschlag ein Blackout in Teilen Berlins verursacht. Und einmal mehr bin ich fassunglos über die Reaktion der „verantwortlichen Entscheider“.
Etwas passiert. Was erleben wir? Hilflosigkeit und die Suche nach einem Schuldigen ohne Bereitschaft daraus zu lernen. Es wird sich auf die Suche nach Schuldigen fokussiert. Alle Aufmerksamkeit darauf. Das ändert nichts. Es bringt uns nicht weiter. Wir lernen nichts daraus. Mit anderen Worten: Niemand übernimmt echte Verantwortung. Und das ist weder gute Mitarbeiterführung noch gute politische Führung. Bedauerlicherweise leider viel zu oft die Regel als die Ausnahme.
Was kann man auch von Menschen erwarten, die das Narrativ des „nutzenmaximierenden“ Individuums so verinnerlicht haben, dass sie nur noch ihren kurzfristigen Eigennutz maximieren? Selbst Menschen, von denen man aufgrund ihrer Selbstzuschreibung erwarten könnte, dass sie diesem Narrativ kritisch gegenüberstehen – beispielsweise Menschen, die sich als politisch „konservativ“ (traditionelle Werte) oder „links“ (kapitalismuskritisch, eher sozial orientiert) bezeichnen –, lassen mehr als deutlich erkennen, dass sie das Narrativ des vermeintlichen Wirtschaftsliberalismus verinnerlicht haben. Im Zweifelsfall stellen sie den kurzfristigen persönlichen Eigennutz über ethische Grundsätze sowie das Denken in zweiter bzw. dritter Ordnung. Letzteres bedeutet, sich selbst mittel- bis langfristig ein Bein zu stellen. Dies aber nur am Rande bemerkt.
Was ich mir jetzt wünschen würde, wäre eine klare Übernahme der Verantwortung: „Okay, wir waren auf eine solche Situation offenbar nicht gut vorbereitet. Was können wir daraus für die Zukunft lernen? Wie können wir es künftig besser machen? Wen und was brauchen wir dafür?” Schonungslos, ehrlich und transparent. Dabei sollte man auch sich selbst kritisch hinterfragen und gegebenenfalls in Kauf nehmen, nicht im Licht der Scheinwerfer zu glänzen. Das ist keine Schwäche, sondern Stärke. Führungsstärke!
Übrigens habe ich – soweit ich mich erinnern kann – nie erlebt, dass jemand abgestraft wurde, weil er oder sie Verantwortung übernommen hat. Ganz im Gegenteil. Diese Menschen haben jedes Mal an Ansehen gewonnen.