
Der Einsatz von KI (wie bei allen technischen Lösungen im Übrigen auch) kann sinnvoll sein. Wenn er reflektiert, mit Sinn und Verstand und durchdacht erfolgt, kann das eine feine Sache werden. Nur leider sehe ich genau das oft genug nicht. Die Technik ist keine Wunderwaffe. Wer KI sinnvoll einsetzen will, muss selbst ein Kenner und Könner in seinem Fachgebiet sein – allein schon, um die Qualität der Ausgabe der KI zu prüfen und die Qualität der Daten, mit denen sie arbeitet, zu validieren. Ganz zu schweigen von der Qualitätsprüfung der Ergebnisse. Nicht ohne Grund lautet Prinzip 8 des Toyota Weges: „Nutze zuverlässige, gründlich getestete Technologie, um Menschen zu unterstützen.“ Die Welt der Dinge richtet sich nach den Bedürfnissen der Welt der Menschen. Die KI ist ein Werkzeug. Der Mensch als Fachkundiger prüft das Ergebnis. Effizienz ist kein Selbstzweck.
Nur weil etwas einfach und schnell geht, bedeutet noch lange nicht, dass es auch das ist, was wir wirklich brauchen, und Menge im Sinne von Output ist ohnehin ein schlechter Indikator für Effizienz. Man kann Menge produzieren – auf Halde, die dann irgendwo „gelagert“ und „verwaltet“ werden muss. Das gilt nicht nur für physische Dinge, sondern auch für nicht-physische Dinge wie Dokumente und Softwarecode.
Und wer bei der Qualitätssicherung spart, mag zwar an der einen Kostenstelle ordentlich Zeit und Aufwand reduzieren, sollte sich im Übrigen bewusst sein, dass an anderer Stelle dafür der Aufwand und die Zeit überproportional steigen können, weil Fehler und Irrtümer dummerweise die Eigenart besitzen, sich zu vervielfältigen. Je später ein Fehler entdeckt wird, desto teurer die Korrektur. Qualitätsprüfung vorzuverlagern ist daher oft billiger als Heilen. Das gilt auch beim Einsatz der KI. Mit anderen Worten: Der liebe Meister Konfus reibt sich die Hände, wenn er sieht, was unter dem Stichwort der KI-Transformation durch undurchdachte Verschwendungsbuster produziert wird. Mit etwas mehr Systemdenken, mit langfristigem (strategischem) Denken und etwas mehr Fokus auf echte empirische Beobachtung am Ort des Geschehens lässt sich sicherlich entgegenwirken – vorausgesetzt, man stellt sich nicht auf den Standpunkt, dass nur die eigene Kostenstelle/der eigene Verantwortungsbereich das Maß aller Dinge ist.