#LINKSDERWOCHE | 27/2025: Produktivität, Lean, Agile und Leadership

PRODUKTIVITÄT

Perfektion | Wann ist sie erstrebenswert und wann nicht?

Die aktuell verlinkte Folge von Ivan Blatter behandelt das Thema „Wann ist gut, gut genug?” oder, anders ausgedrückt, wann muss etwas perfekt sein und wann ist das nicht erforderlich? Nun könnte man einwenden, dass es „perfekt” in einer komplexen Welt gar nicht geben kann. Auf diese Diskussion werden wir hier nicht weiter eingehen. Vielmehr geht es um die Frage, weshalb Perfektionismus zum Problem werden kann und wann Perfektion eine Voraussetzung für eine Aufgabe ist. Dies einzuordnen und abzuschätzen ist entscheidend für unsere Produktivität. Das erinnert mich ein bisschen an Charles Perrow (Complex Organizations) und die Thematik der engen und losen Kopplung. Je enger die Schritte gekoppelt sind, desto präziser und genauer müssen wir jeden einzelnen Schritt ausführen, da das Ergebnis sonst gefährdet wird. Je lockerer die Schritte gekoppelt sind, desto eher haben wir Spielraum und erreichen das gewünschte Ziel auch mit deutlich weniger Genauigkeit.

https://ivanblatter.com/podcast/perfektion/

Bullet Journaling Bullet Journaling mit Obisidian umsetzen

Ich finde, Bullet Journaling ist ein interessanter Ansatz, der für viele Menschen gut geeignet sein kann, um ihre Selbstorganisation zu verbessern. Ich persönlich habe es mit einem digitalen Werkzeug versucht, bin aber gescheitert. Das lag daran, dass ich dabei zu kompliziert gedacht habe. Vielleicht sollte ich es mit dem Ansatz von Thomas Mathoi in Obsidian noch einmal versuchen. Es sieht vielversprechend aus.

https://www.mathoi.at/2025/07/04/bujo-bullets-in-obsidian/

Stressmanagement | Weshalb Stressmanagement Selbstbetrug ist

Dan Rockwell gibt einen interessanten Hinweis, den wir oft zu wenig ernst nehmen: „Stressmanagement ist Betrug.” Wow! Harte Ansage. Aber eine mit Gehalt. Natürlich gibt es auch positiven Stress. Aber Stress bedeutet immer auch, dass irgendwo etwas nicht ganz rund läuft. Wenn wir nur die Symptome behandeln – so verstehe ich den Beitrag – lösen wir herzlich wenig an den Ursachen und der Stress bleibt bestehen. Wenn wir Stress wahrnehmen, sollten wir ihn nicht „nur” managen. Wir sollten auf Ursachenforschung gehen und die Ursache weiter vorne beheben. Agieren statt reagieren. Wir sollten an die Wurzel gehen und schauen, was wir ändern können, damit der Stress künftig gar nicht erst entsteht. Das gilt übrigens auch für Organisationen.

https://leadershipfreak.blog/2025/06/30/stress-management-is-a-scam/

Vertrauenswürdigkeit | Ein Selbstassessment

Das von Dan Rockwell vorgeschlagene „Assessment“, das die Vertrauenswürdigkeit in den Fokus stellt, kann ein netter Einstieg in die Selbstreflexion sein. Zwar richtet es sich an „Führungskräfte”, doch auch in der täglichen Zusammenarbeit in anderen Rollen geht es immer auch um Vertrauen. Vertrauen ist der Kitt, der soziale Beziehungen erst möglich macht. Vermutlich werden wieder diejenigen darauf reagieren, die ohnehin schon sensibel für das Thema sind und sich selbstkritisch reflektieren – nicht die Menschen, bei denen es dringend notwendig wäre.

https://leadershipfreak.blog/2025/07/01/the-trustworthy-or-toxic-assessment/

LEAN

Exploration und Standards | Navigation mit Kompass (Entdeckung) und GPS-Navi (Standard)

Interessantes Bild, das Götz Müller hier verwendet, um zu zeigen, wie wichtig es kein kann eigene Wege zu entdecken und wann es ggf. sinnvoll sein kann, „bewährte Praxis“ in Form von Standards zu übernehmen. Er nimmt als Erklärungshilfe Kompass und GPS-Navis als Metapher. Als großer Freund der Verbesserungskata und des Nordsterns springe ich da natürlich sofort an. Mit gefällt hier, dass deutlich wird, dass das explorative Erkunden genauso wie der Standard seine Daseinsberechtigung hat und das jede gute Organisation gut daran tut, beides mit Leben zu füllen. Die Beidhängigkeit lässt mal wieder grüßen.

https://www.geemco.de/artikel/die-rolle-von-kompass-und-gps-im-lean-kontext

AGILE

Stakeholdermanagement | Wertvolle Fragen rund um die Beziehungspflege mit Anspruchsgruppen

Eine der „Hauptaufgaben” von Product Owner:innen ist das sogenannte „Stakeholder-Management”. Der Begriff ist allerdings, wie Simon Flossmann richtig schreibt, eher irreführend. Wir „managen” Stakeholder nicht. Wir arbeiten mit ihnen zusammen. Sie sind wichtige Beteiligte in jedem unserer Projekte. Was wir hier also tun, kann man durchaus als Beziehungspflege bezeichnen. Die von Simon Flossmann aufgeworfenen Fragen helfen dabei ganz gut und sind aus meiner Sicht recht hilfreich für den Arbeitsalltag.

https://www.scrum.org/resources/blog/stakeholder-management-kompakt-6-fragen-die-du-als-product-owner-beantworten-musst-wenn-du-genug-von-machtkampfen-hast

Kontinuierlich liefern | Komplexität als Ausrede gegen kontinuierliche Ergebnislieferung

Ich finde den Beitrag von Martin Hinshelwood aus mehreren Gründen interessant. Zum einen spricht er ein Thema an, das sich in vielen Bereichen beobachten lässt: „Es ist zu komplex“ als Ausrede, um sich davor zu drücken, in die Tiefe zu gehen und die tatsächlichen Probleme zu erkunden. Ein Phänomen, das sich sicherlich nicht nur bei agilen Teams beobachten lässt. Ganz im Gegenteil. Die genannten Strategien klingen für mich plausibel und nachvollziehbar, auch wenn sie sehr Microsoft-lastig sind. Interessant ist auch, dass er evidenzbasierte Metriken als „Verbesserungsmetriken” ins Spiel bringt, die in der Praxis nach wie vor zu selten Anwendung finden. Das ist mehr als bedauerlich.

https://www.scrum.org/resources/blog/stop-hiding-behind-complexity-and-start-delivering-continuously

Anforderungen | Wann sind sie ausreichend formuliert?

Wann ist eine Anforderung im Backlog ausreichend formuliert und wann überfrachten wir sie mit unnötigen Informationen? Das ist eine gute Frage, auf die ich auch nach vielen Jahren keine klare Antwort geben kann. Ähnliche Gedanken, die in der aktuellen Podcastfolge von „No Bullshit Agile” von meinem Namensvetter Thomas aufgeworfen werden, habe ich mir in der Vergangenheit bereits auch schon mehrfach gestellt. Ergebnis: Die Extreme sind nichts. Irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit. Für mich ist die Erkenntnis, dies immer mit den Beteiligten auszuhandeln. Sie definieren, was sie brauchen, um gut zusammenzuarbeiten. Es ist ein konstanter Aushandlungsprozess der Bedürfnisse.

https://no-bullshit-agile.de/nba73-stories-ohne-stories.html

LEADERSHIP

Verhalten und Führung | Verhalten statt Ergebnisse in den Fokus stellen

Am Ende sind wir sehr oft darauf fokussiert, gute Ergebnisse zu erzielen. Was wir dabei leider vergessen: Wir erzielen gute Ergebnisse, indem wir den Rahmen für gute Zusammenarbeit schaffen. Das gilt besonders für das Thema Führung. Als Führungskraft neigt man daher gerne dazu, Ergebnisse zu würdigen, aber zu wenig Augenmerk auf das erforderliche Verhalten aller Beteiligten zu legen. Dabei funktioniert gute Zusammenarbeit nur, wenn sich niemand wie die Axt im Walde benimmt. Dan Rockwell fokussiert sich in seinem Beitrag genau darauf: die Förderung positiver Gewohnheiten als Aufgabe der Führung, die eine gute Zusammenarbeit ermöglichen. Ein interessanter Ansatz, der zu wenig ins Bewusstsein rückt. Und nein, es geht hier nicht um „Wohlfühlmanagement“, sondern darum, dass wir Zusammenarbeit würdigen, wenn sie gelingt, und als Führung klar Verhalten sanktionieren, das die Zusammenarbeit untergräbt. Das setzt jedoch voraus, dass die Führung selbst reflektiert genug ist, um zu verstehen, wie negatives Verhalten die Leistung bremst. Nur mal so nebenbei.

https://leadershipfreak.blog/2025/07/03/beyond-rewards-celebrations-that-work/

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