#LINKSDERWOCHE | 39/2024: Produktivität, Lean, Agile, Leadership und Management

Produktivität

Logbuch führen mit Obsidian | Ein Überblick über den Unterschied zwischen Logbuch und Tagebuch sowie seine Umsetzung mit Obsidian

Ich habe schon viele Werkzeuge und Methoden ausprobiert, um eine Art Logbuch zu führen. Protokollieren und Notieren hilft bei der Reflexion. Leider vernachlässige ich das in der täglichen Routine in jüngerer Zeit wieder zu oft. Ich kann es trotzdem jedem empfehlen. Man darf keine großen Erkenntnissprünge oder täglich neue Erkenntnisse erwarten. Allerdings habe ich in den Phasen, in denen ich konsequent Logbuch geführt habe, immer wieder Muster erkennen können, die mich zu neuen Ideen und Erkenntnissen geführt haben. Logbuch führen ist etwas anderes als Tagebuch führen. Man notiert über den Tag hinweg immer wieder verschiedene Dinge, um sie später nachvollziehen zu können. Gerade wenn ich mich in einem neuen Umfeld, Projekt oder Kontext bewege, hilft mir das Führen eines Logbuchs, die Informationen, die ich über den Tag habe, später nachzuvollziehen und einzuordnen. Etwas ausführlicher erklärt das übrigens Thomas Mathoi in folgendem Blogbeitrag zum Thema und zeigt, wie man mit Obisidian relativ einfach ein Logbuch elektronisch führen kann.

https://www.mathoi.at/2024/09/27/ein-logbuch-mit-obsidian/

Andere beeinflussen | Wie man es nicht machen sollte und auf was wir stattdessen achten sollten, wenn wir andere für uns gewinnen wollen

Ich habe in meinem Leben schon mit einigen Menschen zu tun gehabt, auch mit Führungskräften, denen ich den folgenden Artikel von Dan Rockwell gerne zur Lektüre empfohlen hätte. Gut gemeint ist kein überzeugendes Argument und Mikromanagement ist eine Form der Bevormundung, die ich nicht gutheißen kann. Rockwell bezieht sich zwar auf Führungskräfte, aber was er beschreibt, können wir im täglichen Umgang miteinander genauso anwenden.

https://leadershipfreak.blog/2024/09/25/5-ways-leaders-sabotage-their-influence-with-others/

Mit Worten inspireren | Begeistern und überzeugen

Der zweite Artikel von Dan Rockwell ergänzt den ersten und zeigt, wie man Menschen mit Worten inspirieren kann. Begeistern und überzeugen, ohne zu manipulieren. Darum geht es. Und so sollte gute Zusammenarbeit sein. Nicht anders. Besonders gut gefällt mir seine Empfehlung „Erkläre warum“. Das „Wozu und Warum“ halte ich für äußerst wirkungsvoll. Wer weiß, warum er etwas tut, denkt mit und handelt entsprechend.

https://leadershipfreak.blog/2024/09/26/how-to-inspire-with-words/

Auszeiten als „Booster“ | Weshalb Auszeiten und Pausen für das meistern von Herausforderungen einen Voraussetzung sind

In den letzten Tagen habe ich viele Gespräche geführt, in denen es darum ging, warum sich in manchen Organisationen nichts ändert, obwohl die meisten unzufrieden sind. Was mir wieder einmal aufgefallen ist: Wenn sich alle ständig im Hamsterrad drehen und nur noch reagieren statt zu agieren, kann sich nichts ändern. Die bewusste „Auszeit“ aus dem Hamsterrad wirkt Wunder. Kai Pukall beschreibt das hier sehr ausführlich. Die erschreckenderweise immer noch in vielen Köpfen verankerte Vorstellung von 100 % Auslastung als erstrebenswertes Ziel führt genau in dieses Hamsterrad, in dem statt Problemlösung und dem Upstream-Denken das reine reaktive Agieren ohne Sinn und Verstand hocheffizient dazu führt, in die falsche Richtung zu fahren.

https://www.inspectandadapt.de/mach-mal-pause/

Lean

Flow | Die zwei Ebenen des Flows

Interessanter Gedanke von Götz Müller, den Begriff „Flow“ einmal aus der Prozessperspektive des Lean Management und aus der Perspektive der Psychologie bezogen auf das Individuum zu betrachten. Meines Erachtens bringt es wenig, „Flow“ rein technisch-organisatorisch zu betrachten und den „Menschen“ außen vor zu lassen. Beides muss „koppelbar“ sein, damit es funktioniert. Es sind zwei verschiedene Ebenen, die sich aber gegenseitig beeinflussen können. Wenn der „Flow“ auf beiden Ebenen stimmt, dann können wir die Vorteile spürbar nutzen.

https://www.geemco.de/artikel/welche-vorteile-flow-mit-sich-bringt

Agile

Hilfreich für Facilitator | Interaktion und Kleingruppenarbeit

Ich bin diese Woche über einen Artikel auf Srum.org von Simon Flossmann gestolpert, der mir zwar viel Erkenntnis gebracht hat, aber auch noch einmal deutlich gemacht hat, wie wichtig Facilitation in Großgruppen sein kann und warum – auch in Großgruppenformaten – das Aufbrechen durch Kleingruppenarbeit extrem wichtig ist. Ein zweiter Punkt, der mir auch wieder aufgefallen ist – übrigens bei einer Konferenz: Interaktiv macht es viel mehr Spaß und schafft mehr Energie. Die meisten Konferenzen nerven mich genau deswegen. Sie sind reine Frontalkonferenzen von Wenigen für Viele. Das macht mich extrem schnell müde. Letzte Woche war ich auf einer Konferenz, auf der es anders war. Wo die Interaktion im Vordergrund stand. Und genau das hat diese Konferenz für mich so spannend gemacht. Übertragen auf die Arbeit in Teams: Lasst uns mehr Interaktion und Kleingruppenarbeit nutzen.

https://www.scrum.org/resources/blog/zwei-dinge-die-ich-als-scrum-master-von-einem-face-face-event-mit-zahlreichen-professional-scrum-trainern-gelernt-habe

Refinement | Tipps für die Verbesserung des Refinements

Für agile Profis sind die Empfehlungen von Robert Briese fast schon alte Kamelle. Könnte man meinen. Aber wie so oft kann man sich täuschen. Nicht umsonst gibt es jede Menge Anti-Patterns, die sich auch um Backlog-Refinement und Backlog-Management drehen. Der oder die Product Owner:in sind für das Product Refinement verantwortlich. Verantwortung heißt aber nicht, dass sie das im stillen Kämmerlein machen, sondern in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Den Entwicklern und den Stakeholdern rund um das Projekt. Das ist anspruchsvoll. Und richtig Arbeit. Sehr interessant finde ich, dass die Rolle des Scrum Masters hier mit keinem Wort erwähnt wird.

https://t2informatik.de/blog/verbessern-sie-ihr-product-backlog-refinement/

Produktexperimente | Wie man in der Produktentwicklung effektiv experimentiert

Produktentwicklung ist in erster Linie forschendes Entdecken nach wissenschaftlichen (empirischen) Standards. Ich erinnere mich noch zu gut an „Methoden der empirischen Sozialforschung“ und die Frage, wie ein gutes Forschungsdesign aussehen muss, damit wir zu guten Erkenntnissen kommen. Zentraler Punkt: Hypothesen so formulieren und aufstellen, dass die Ergebnisse zuverlässig überprüfbar und aussagekräftig sind. Dies spiegelt sich in den 9 Schritten im Blogbeitrag von Krystian Kaczor zur Produktentwicklung wider. Dort finden sich auch Hinweise auf geeignete Techniken für Produktexperimente.

https://www.scrum.org/resources/blog/how-craft-effective-product-experiments

Komplexe Systeme | Einfache Lösungen für komplexe Systeme sind keine gute Idee

Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie man wieder versucht, besseres Wissen 1:1 in Frameworks umzusetzen und sich dann wundert, warum es nicht funktioniert. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob wir „Reformprojekte“ oder eine Lean oder Agile Transformation durchführen. Es gibt nicht die Blaupause und den Bauplan, der über rationale Kausalitäten umgesetzt werden kann. Man versucht es auch mit agilen Frameworks, die – wie der Name schon sagt – auf agilen Prinzipien basieren sollen. Interessanterweise sind es aber gerade die agilen Prinzipien, die davon ausgehen, dass dieses Vorgehen in einem komplexen Kontext so nicht funktioniert. Zu Recht. Organisationen sind komplex. Entsprechend ist die bloße Anpassung von Frameworks selten zielführend. Der evolutionär-adaptive Ansatz ist zielführender. Frameworks helfen sicher, aber einfach überstülpen? Keine gute Idee. Das gemeinsame Lösen von Problemen ist der Schlüssel zum Erfolg und das hört nie auf, denn in komplexen Organisationen werden immer wieder neue Probleme auftauchen. Mehr von Marcus Raitner.

https://raitner.de/2024/09/wie-man-komplexe-systeme-gestaltet-nicht/

Leadership und Management

Vertrauensvolle Führung | Weshalb sich Führungskräfte heraushalten sollten …

Ich habe eine Weile überlegt, wo ich den Beitrag von Holger Zimmermann einordnen soll. Er bezieht sich zwar auf das Projektmanagement, aber in dem ausführlichen Artikel sind einige Punkte enthalten, die ich für das Thema Führung allgemein für wichtig und richtig halte. Führung bedeutet für mich, einen Auftrag zu definieren und die Rahmenbedingungen abzustecken. Dann halte ich mich als Führungskraft aus der operativen Umsetzung heraus, es sei denn, es wird Hilfe benötigt oder es sind Entscheidungen zu treffen, die über die definierten Leitplanken hinausgehen. Warum? Weil ich gelernt habe, dass ich als Führungskraft dann einen guten Job mache, wenn die richtigen Leute am richtigen Platz sind und in meinem Sinne handeln. Mikromanagement ist hier kontraproduktiv. Das gilt nicht nur für „Projekte“, sondern ist für mich grundsätzlich ein Merkmal guter Führung, die auf gegenseitigem Vertrauen basiert.

https://blog.projektmensch.com/2024/09/25/fuehrungskraefte-haltet-euch-raus/

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