Produktivität
Produktivitätsfunktion | Was uns ein mathematisches Modell zur Produktivität lehrt
Ich bin kein Freund der neoklassischen Wirtschaftstheorie, die viele Betriebswirte immer noch für das Nonplusultra halten, die meines Erachtens als Modell viel zu vereinfacht einen homo oeconomicus abbildet, den es empirisch nie gegeben hat und die die Komplexität unserer Welt sträflich ausblendet. Deshalb mag es den einen oder anderen verwundern, dass ich hier den Blogbeitrag von Thomas Mathoi verlinke, der mit einer mathematischen Funktion zu erklären versucht, was es braucht, um die Produktivität zu steigern. Die Lösung findet sich am Ende des Artikels im Fazit. Denn die Produktivitätsfunktion ist in der Tat ein stark vereinfachtes Gedankenexperiment. Spannend ist, dass hier schön gezeigt wird, dass nicht die investierte Arbeitszeit der richtige Hebel ist, sondern der Fortschritt – ganz im Sinne des Agile Manifests – der eigentliche Maßstab ist 😉
https://www.mathoi.at/2024/07/18/produktivitaetsfunktion/
Wirksamkeit erzeugen | Wie wir langfristige Wirksamkeit erzeugen können
Wir sind leider viel zu oft auf den kurzfristigen Erfolg ausgerichtet, auch wenn wir oft von Nachhaltigkeit sprechen. Mittel- und langfristige Perspektiven scheinen nicht belohnt zu werden. Dabei sind es genau diese, die ich bevorzuge. Und das gilt umso mehr für meine persönliche Entwicklung. Der Mensch, der ich heute bin, mit all den Kompetenzen, die mir zugeschrieben werden, ist das Ergebnis einer langen Entwicklung, in der ich viel gelernt, mich oft geirrt und immer wieder Neues entdeckt habe. Dazu passt der Artikel von Dan Rockwell, der das Thema nachhaltige Wirkung in den Mittelpunkt stellt.
https://leadershipfreak.blog/2024/07/18/the-surprising-guide-to-lasting-impact/
Lean
Orientierung auf der Lean-Reise | Drei Prinzipien und vier Regeln
Tim McMahon bringt es auf den Punkt: Drei Prinzipien und vier Regeln bilden den Kern dessen, was wir „Lean“ nennen. Ich möchte hinzufügen, dass „Verschwendung vermeiden“ nicht bedeutet, die Kosten zu senken, sondern die Auskömmlichkeit zu erhöhen. Ein Denkfehler, der leider viel zu oft gemacht wurde und wird. Leider.
http://www.aleanjourney.com/2024/07/3-principles-and-4-rules-to-remember.html
Agile
Weglassen unnötiger Arbeit | Wirksamkeit erzeugen, Auskömmlichkeit erhöhen, Unnötiges vermeiden
Einen eigenen Artikel, den man für einen anderen Blog geschrieben hat, hier zu verlinken, kommt mir zwar immer etwas seltsam vor und ich mache auch selten davon Gebrauch – aber heute mache ich mal eine Ausnahme. In meinem letzten Blogbeitrag für das Forum Agile Verwaltung habe ich einen Lean-Klassiker, der 7 Arten von nicht wertschöpfender Arbeit in Beziehung zur agilen Arbeits- und Denkweise setzt, in den Mittelpunkt gestellt. Denn bei Lean geht es nicht, wie oft kolportiert, um gnadenlose Kostenoptimierung, sondern um die Steigerung der Auskömmlichkeit oder anders ausgedrückt um die Steigerung der Effektivität durch das Weglassen unnötiger Arbeit.
5S im Kopf | Value Story Canvas als Hilfsmittel
Über einen Blogpost von Rob Galen bin ich auf das Value Story Canvas von Chris Stone gestoßen (das ich übrigens sehr empfehlen kann). Bekanntlich bin ich ein großer Freund des „Lean“-Gedankens: 5S im Kopf oder anders ausgedrückt: Warum tun wir was für wen zu welchem Zweck, regelmäßig überprüfen und verfeinern. Die Cavas von Christ Stone mit den Ergänzungen von Rob Galen passen hier sehr gut.
https://bobgalen.substack.com/p/chris-stones-value-story-canvas
Agiles Arbeiten | Die richtigen Fragen stellen, statt Methodendiskussionen führen
Da trifft Jan Fischbach, glaube ich, den Nagel auf den Kopf, wenn er sagt, dass die Frage, ob wir agil arbeiten können, eigentlich falsch gestellt ist. Ich glaube, es geht immer um die Frage, was machen wir für wen zu welchem Zweck und wie schaffen wir es, genau diesen Zweck effektiv und in guter Qualität mit Leben zu füllen. Genau diese Frage gilt es zu beantworten. Interessant finde ich, dass Jan hier – für mich wenig überraschend – die Verbesserungs-Kata ins Spiel bringt. Ich selbst arbeite auch gerne mit der Idee der Verbesserungs- und Coaching-Kata, deren Wurzeln übrigens im Lean-Kontext liegen und damit ein schöner Beleg dafür sind, dass Lean und Agile sehr viel gemeinsam haben und zusammengehören. Und nicht, wie viele meinen, getrennte Dinge sind. Zurück zu Jans Beitrag, der sich für mich wie folgt zusammenfassen lässt: Die Frage, ob ein bestimmtes agiles Framework geeignet ist oder nicht, ist die falsche Ausgangsfrage. Die Frage ist, was wir brauchen, um unsere Mission zu erfüllen. Eine Frage, die wir uns übrigens öfter und immer wieder stellen sollten, auch wenn wir vermeintlich agil unterwegs sind.
https://www.teamworkblog.de/2024/07/agil-arbeiten-in-internen-service.html
Einsichten eines Scrum Masters | Fünf persönliche Erkenntnisse mit großer Wirkung
Simon Flossmann fasst in seinem Beitrag Erkenntnisse zusammen, die auf den ersten Blick „trivial“ erscheinen. In der Praxis ist er damit aber vielen weit voraus. Allein die Erkenntnis, dass es in erster Linie darum geht, Nutzen zu stiften, um Umsatz zu generieren, ist in den Köpfen mancher effizienzneurotischer Topmanager nicht wirklich angekommen. Zumindest ist das mein Eindruck. Denn wo kein echter Nutzen ist, da ist auch kein Kunde, der am Ende bereit ist, dauerhaft dafür zu bezahlen. Der Nutzenaspekt wird leider viel zu oft sträflich vernachlässigt, um an irgendeiner Stelle die Kosten zu optimieren. Auch die anderen vier Punkte klingen einleuchtend. Je mehr Probleme wir lösen, desto mehr Probleme entdecken wir. Das liegt in der Natur komplexer Dinge. Ich will nicht weiter vorgreifen. Lest selbst.
Retrospektiven mit Liberating Structures | Strategy Knotworking als Hilfsmittel, um den Lösungshorizont zu erweitern
Ich persönlich schätze Liberating Structures. Das „gezielte Ausbrechen“ aus Strukturen eröffnet neue Sichtweisen und ermöglicht so die Entwicklung von Lösungen, die wir sonst nicht wahrnehmen würden. Die Methodik ist ein deliberativer Ansatz, der viel mit Bürgerbeteiligung zu tun hat. Durch die Schaffung eines offenen Diskursrahmens mit mehreren Schleifen wird ein vertieftes Verständnis aller Beteiligten erzeugt, um zu tragfähigen Lösungen zu gelangen, die eine höhere Entscheidungsqualität aufweisen und in der Regel ganz neue Lösungswege eröffnen. Im Artikel greift Barry Overeem auf einen der über 30 Ansätze zurück. Im konkreten Fall auf „Strategy Knotworking“ und zeigt, wie dieser Ansatz in Retrospektiven eingesetzt werden kann.
https://medium.com/the-liberators/level-up-your-retrospective-with-strategy-knotworking-ffcfe4c9509b
Spass muss sein | Wenn sich Scrum, Kanban, Extrem Programming und SAFe unterhalten würden
Das folgende Fundstück von Felix C. Stein entdeckt hat (ich bin so frei und verlinke es gerne auch hier), habe ich herzlich gelacht. Ein fiktives Gespräch zwischen Gesprächen zwischen Scrum, Kanban, Extreme Programming und SAFe. Herrlich. Auch wenn ich Kanban nicht ganz so „verschlafen“ finden würde. Viel Spaß beim Anschauen.
https://www.lean-agility.de/2024/07/agile-cookies.html
Aglinment | Wege und Methoden für Alginement im agilen Kontext
Eine zentrale Erkenntnis der letzten Jahre ist für mich, dass gute Zusammenarbeit ein gemeinsames „Warum“ voraussetzt, das als „Kompass“ hilft, die gemeinsame Richtung zu finden. Neudeutsch geht es um „Alignment“. Stefan Wolpers versucht in seinem Beitrag verschiedene Methoden vorzustellen, die dabei helfen, genau dieses herzustellen. Dabei konzentriert er sich besonders auf die Produktentwicklung und hier auf die Bereiche Produktfindung und Produktvalidierung. Dabei stellt er verschiedene Werkzeuge vor. Was mir noch fehlt und wo ich in der Praxis oft die Herausforderung sehe, ist das Verständnis zwischen Strategie, Taktik und Umsetzung mit den Zusammenhängen. In diesem Zusammenhang empfehle ich gerne und immer wieder Obeya.
Story Mapping | Ein gutes Werkzeug, um den „Mehrwert“ zu entdecken
Ich schätze das Story Mapping (wie auch das Process Mapping) als visuelles Werkzeug sehr. Und mit Visualisierung meine ich nicht künstlerisch anspruchsvolle Bilder und Grafiken, sondern die einfache visuelle Darstellung von Informationen und Zusammenhängen mit „Post-its“ und einem Whiteboard. Story Mapping hilft uns, den Nutzen von etwas für diejenigen zu erforschen, für die wir etwas bauen und entwickeln. Wir erkennen Zusammenhänge, wir verstehen, was die solide Basis ist, auf der wir beginnen können und auf der wir das Ganze weiterentwickeln können. Mike Cohen erklärt die Methodik dahinter sehr schön, so dass man nicht gleich das Buch von Jeff Patton lesen muss 😉
https://www.mountaingoatsoftware.com/blog/user-story-mapping-how-to-create-story-maps
Timeboxing in Scrum | Weshalb Iterationen zeitlich begrenzt sind
Zentrales Element vieler agiler Ansätze ist die „Timebox“. Eine bewusste Begrenzung der Zeitspanne, in der „Arbeit“ erzeugt wird. Auch Scrum nutzt diese Limitierung der Zeit in Form des Sprints. Geplant wird für die Dauer eines Sprints, der für diese Zeitdauer geschützt ist und mit einer Reflexion der Arbeitsergebnisse (Review) und der Zusammenarbeit (Retrospektive) endet. Das hat gut Gründe. Rythmisierung und Fokus helfen dabei, dass die „Lernerfahrung“ als Team ermöglicht wird, die die hohe Adaptionsfähigkeit eines guten Scrum-Teams ausmacht. Dazu mehr von Mary Iqbal.
https://www.scrum.org/resources/blog/benefits-sprint-timebox
Alarmzeichen im Scrum-Team | Hier sollten die Alarmglocken klingeln
Ralf Kruse hat wieder eine gelungene Podcast-Episode online gestellt, die ich Euch sehr ans Herz legen möchte. Es geht um „Warnzeichen“ in Scrum Teams, die darauf hindeuten, dass etwas nicht stimmt. Für alte Hasen sicher nichts Neues, aber dennoch sehr spannend. Gerade auch, weil sich verschiedene Dinge immer wieder beobachten lassen. Auch oder gerade dort, wo viele meinen, mit Scrum schon gut unterwegs zu sein.
https://enablechange.de/scrum/team/scrum-ohne-team/
Leadership und Management
Anti-Arschlochkultur als Führungsaufgabe | Woran erkennt, dass es mit Augenhöhe und Respekt nicht weit her ist …
Ein kluger Kopf hat mir einmal gesagt: Wenn du wissen willst, wie es um ein Unternehmen steht, dann schau dir an, wie es mit den Menschen umgeht, die vermeintlich nur Hilfsaufgaben erfüllen. Diese Aussage hat sich in meiner beruflichen Laufbahn immer wieder bestätigt. Wobei, wenn man den Artikel von Felix C. Stein auch für externe Mitarbeiter gilt. Um es mit Robert I. Sutton zu sagen: Die Durchsetzung der „Anti-Arschloch-Regel“ ist eine Führungsaufgabe. Und hier gilt wehret den Anfängen. Unabhängig davon, ob es sich um eigene Mitarbeiter oder externe Dienstleister handelt. Und da ich immer wieder den Eindruck habe, dass dort, wo Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht wertgeschätzt werden, auch Lieferanten und Kunden als lästig empfunden werden, ist es ein deutliches Warnsignal, wenn Respekt zur einseitigen Forderung wird. Damit es nicht so weit kommt, sollten sich Führungskräfte an die eigene Nase fassen, „Arschloch“-Verhalten möglichst unterlassen und die Weichen so stellen, dass es gar nicht erst entstehen kann.
https://www.lean-agility.de/2024/07/wie-wichtig-sind-respekt-und-augenhoehe.html
System versus Mensch | Menschzentrierter Ansatz als Führungsaufgabe
Der Beitrag von Bernd Geropp passt zu dem oben genannten Thema. Wir sind alle Teil eines Systems, das wir Organisation nennen können, und wir sind nicht immer frei in unserem Handeln, aber wir haben Handlungsspielräume. Handlungsspielräume, die es uns ermöglichen, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Das ist übrigens keine neue Idee. Ansätze dazu finden sich bereits im TPS, auch wenn Lean auf „Kostenoptimierung“ reduziert wurde. Ein menschenzentrierter Ansatz, das ist die Zukunft. Auch für die Führung – sonst können wir das eines Tages wirklich der KI überlassen …
Mo
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