PRODUKTIVITÄT
Gute Gefühle | Ein Lächeln, ein freundliches Wort wirkt Wunder
Es ist so einfach und doch immer wieder schwer. Ich meine, jeder hat mal einen schlechten Tag. Und dann kommt jemand daher und ist einfach nur freundlich. Das steckt an, oder? Gerade deshalb fand ich den Beitrag von Anna Koschinski sehr anregend (und, ich muss mich aktuell selbst an die Nase fassen). Aber lest selbst:
https://anna-livia.de/gute-gefuehle/
5S im Kopf | Weshalb sich besser organisieren?
Apropos Inspiration von Ivan Blatter gibt es wieder eine spannende Folge seines Podcasts: Sich besser organisieren als Super-Power. Natürlich ist nicht alles „Mindset“. Was er in seiner Podcastfolge macht, würde ich eher als „Bewusstsein schaffen“ bezeichnen. Weshalb mache ich etwas für wen und weshalb? Oder anders ausgedrückt: 5S im Kopf auf die Selbstorganisation übertragen.
https://ivanblatter.com/podcast/sich-besser-organisieren/
Wahrnehmung | Unterschiedliche Wahrnehmungen der gleichen Situation
Dan Rockwell erinnert mich mit seinem Impuls daran, dass unsere Wahrnehmung sehr stark auch von uns selbst bestimmt wird. Je nachdem, durch welche Brille wir auf einen Sachverhalt schauen, nehmen wir ihn unterschiedlich war. Unsere Wahrnehmungsfilter bestimmen wie wir etwas sehen. Das vergessen wir nur zu oft.
https://leadershipfreak.blog/2023/09/04/your-lens-determines-vision/
Selbstreflexion | Ohne Selbstreflexion fällt uns das Wachsen schwer
Selbst an Tagen, an den ich denke, bescheidener geht es nicht, merke ich es meist doch etwas gab, das mir Kraft und Energie gegeben hat und das mildert dann den „Weltschmerz“ oder ich entdecke eine Ideen oder einen Gedanken wieder, den ich sonst „verloren“ hätte, weil ich in diesem Moment keine Zeit hatte. Mehr zum Thema Selbstreflexion von Dan Rockwell:
https://leadershipfreak.blog/2023/09/06/grow-and-give-discovering-the-path-forward/
Obsidian | Plugins
Ich entdecke gerade Obsidian, mit dem ich anfangs doch so meine Anlaufschwierigkeiten hatte. Noch ersetzt es Notion nicht ganz, aber ich bin ernsthaft am überlegen, es als Notizwerkzeug zu nutzen. Ursprünglich hatte ich überlegt, es als Zettelkasten und Archiv-Verwaltung meiner Evernote-Notizen zu nutzen. Je mehr ich jedoch damit arbeite, desto sympathischer wird es mir. Noch habe ich keine befriedigende Lösung für den geräteübergreifenden Sync, aber daran arbeite ich bereits. Und wenn ich die Plugins sehe, die Thomas Mathoi hier erwähnt, wird es noch spannender für mich 😉
https://www.mathoi.at/2023/09/08/obsidian-plugins-weniger-ist-mehr/
Getting Results | Die Kernelemente
J. D. Meier fasst die wesentlichen Kernelemente, seine Idee hinter Getting Results in einem ausführlichen Blogartikel zusammen. Unterer anderem stellt er sein Manifest, die Werte, Grundsätze und Praktiken vor. Wem es bekannt vor kommt, ja das agile Manifest stand hier Pate. Seine Idee war oder ist die Übertragung vom Team auf die persönliche Ebene. Ein guter Einstieg, um sich näher mit seinen Gedanken zu befassen und die eine oder andere Idee für die Selbstreflexion zu holen:
https://gettingresults.com/agile-results-original-core/
AGILE
Spotify-Modell | Ein (kritischer) Überblick
Das „Spotify-Modell“ erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit rund um die Skalierung von Agilität in Organisationen, auch wenn man sich durchaus fragen kann, ob es sich dabei um ein „Modell“ im Sinne eines Frameworks handelt, war es doch nur eine Momentaufnahme eines Entwicklungsstandes, wie zumindest von Land zu Land kolportiert wird. Unter uns: Ich kenne kein einziges Skalierungs-Framework oder „Modell“, das auch nur annähernd in der Lage ist, die Komplexität einer modernen Organisation abzubilden. Und dennoch hält sich hartnäckig die Idee, Komplexität vereinfachend mit einem Framework abbilden und steuern zu wollen (ich sage nur SAFe). Ein Versprechen, das kein Framework und kein Modell lösen kann. Sie bieten bestenfalls Orientierung, Hilfestellung und Anregung, sind aber nie die erhoffte und perfekte Lösung für die Probleme der Organisation. In diesem Sinne sollten wir uns auch dem Spotify-Modell nähern. Einen Einstieg bietet u.a. der Beitrag von Lars Richter.
https://cdi.digital/spotify-modell/
Scrum Master als coachende Führung | Aktives Zuhören als „Softskill“?
Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die Rolle des Scrum Masters sehr stark am Idealbild der „dienenden Führungskraft“ (Servant Leader) orientiert. Für Eingeweihte ist es kein Geheimnis, dass u.a. der coachende Manager des Toyota Production Systems Pate für den Scrum Master stand. In diesem Sinne gehört aktives Zuhören zu den „Kernkompetenzen“, oder wie Simon Flossmann es ausdrückt: „Es ist kein Soft-Skill, es ist ein Hard-Skill.
Wirkmächtige Fragen | Mit wirkmächtigen Fragen, Dinge umgesetzt bekommen
Als hätten sich die Liberators und Simon Flossmann abgsprochen, ist prompt noch ein passender Beitrag von deren Seite zum Thema erschienen.. Der Fokus liegt hier auf „wirkmächtigen Fragen“ und nicht nur auf dem Scrum Master. Passt aber sehr gut zum bereits erwähnten Thema aktives Zuhören, wie ich finde.
https://medium.com/the-liberators/experiment-ask-powerful-questions-to-get-things-done-d184dc73889b
Trennung disziplinarische Führung und Scrum Master | Weshalb es keine gute Idee ist, wenn disziplinarische Vorgesetzte zugleich die Rolle Scrum Master ausüben
Es gibt Gründe, warum in Scrum verschiedene Rollen mit unterschiedlichem Fokus unterschieden werden. Einige dieser Gründe werden verständlich, wenn man wie Mark Levison die Frage aufwirft, warum es wenig Sinn macht, dass „Führungskräfte“ die Rolle des Scrum Masters übernehmen. Im konkreten Fall zielt der Spot auf den „technical lead“ (das Management). Für erfahrene Agilisten keine neue Erkenntnis. Trotzdem ist es spannend, sich das „Warum“ noch einmal vor Augen zu führen.
Kanban | 8 kritische Punkte, an denen sich erkennen lässt, dass ein Kanban-System noch lange nicht ausgereift ist
Es hält sich hartnäckig das Gerücht, Kanban sei viel einfacher als Scrum. Ich sage, das Gegenteil ist der Fall. Kanban ist eine „Methode“ und kein Framework, es ist anpassungsfähiger und lässt in vielen Dingen mehr Spielraum. Das macht es herausfordernder. Kanban basiert auf 6 Prinzipien und 6 Kernpraktiken, die in der Umsetzung vieles offen lassen und damit auch herausfordernder sind. Und Kanban ist mehr als eine Tafel an der Wand mit Spalten und einem WiP-Limit. Der Artikel von Alex Brown streift das Thema leider nur an der Oberfläche, macht aber deutlich, dass es für Kanban nicht ausreicht, ein Board an die Wand zu hängen und Tickets durchzureichen und/oder ein Limit für paralleles Arbeiten einzuführen. Es gehört viel mehr dazu. Und das macht Kanban anspruchsvoller, aber auch spannender.
https://www.scrum.org/resources/blog/8-critical-red-flags-your-kanban-adoption-incomplete
Scrum Master und Change Management | Weshalb Change Management mit zu den Aufgaben der Rolle gehört
Ich erlebe immer wieder, dass die Rolle des Scrum Master stark unterschätzt wird. Viele Scrum Masterinnen werden auf Moderation und Teamassistenz reduziert. Das wird der Idee und dem Sinn der Rolle nicht gerecht. Gute Scrum Masterinnen arbeiten nicht nur im System, sie arbeiten am System. Das ist der Kerngedanke der Rolle. Sie sollen alle Beteiligten, das Team, das Management und das Umfeld im Lern- und Entwicklungsprozess unterstützen. Ob der Begriff Change Management hier richtig ist, darüber kann man streiten, denn es ist ganz im Sinne von Kaizen ein kontinuierlicher Lernprozess der Organisation, der nie wirklich endet. Was man dazu braucht, lernt niemand in einem 2-tägigen Zertifizierungskurs. Leider. Als Anregung bietet sich daher der Beitrag von Andrii Glushchenko an, der sich Gedanken darüber macht, was die Rolle des Scrum Masters in diesem permanenten Veränderungsprozess bedeutet. Was er aber leider zu kurz kommen lässt, ist die Frage, wie viel Veränderung das „System“ verträgt und wie viel Stabilität notwendig ist. Also bitte nicht vergessen: Veränderung gehört im agilen Kontext zum Geschäft, aber zu viel davon ist auch ungesund. Das wird leider auch von vielen Scrum Master*innen im enthusiastischen Überschwang vergessen.
https://www.scrum.org/resources/blog/scrum-master-skills-we-rarely-talk-about-change-management
Cognitive Load | Komplexität überfordert
Unter dem Stichwort „Change Management“ habe ich bereits angedeutet, dass der Spagat zwischen Veränderung und Stabilität nicht zu unterschätzen ist. In eine ähnliche Richtung geht der Beitrag von Lars Richter zum „coginitive load“. Scrum ist explorativ, d.h. die ständige Weiterentwicklung und die ständige Veränderung sind unmittelbarer Teil der täglichen Erfahrung und genau dafür ist Scrum bestens geeignet. Das macht es gleichzeitig herausfordernd, denn wir sind alle nur Menschen. Zu viel des Guten führt zur Überforderung. Deshalb lautet mein Credo auch immer: Agilität braucht Stabilität. Nur wenn bestimmte Dinge verlässlich stabil sind, kann sich ein Team auch auf Komplexität einlassen. Genauer gesagt: Wir müssen eine kognitive Überforderung vermeiden:
https://cdi.digital/cognitive-load/
Scrum Daily | Wer moderiert das Daily?
Hand aufs Herz – wenn Sie sich fragen, wer den Daily moderiert, wen schauen Sie zuerst an? Genau, die Scrum Masterinnen. Warum eigentlich? Das Moderieren der einzelnen Scrum Events ist nicht die Kernaufgabe der Rolle, auch wenn es in der Praxis leider so gesehen wird und letztlich dazu führt, dass der eigentliche „Job“ nicht wahrgenommen wird: das Unterstützen und Befähigen eines Scrum Teams. Ich hatte bereits erwähnt, dass die Rolle des Scrum Masters auch von der coachenden Führungskraft im Toyota Production System inspiriert ist. Wer dieses System kennt, weiß, dass es darum geht, die Problemlösungskompetenz der Mitarbeiter zu entwickeln. Dazu gehört auch, dass sie selbst proaktiv Probleme lösen und angehen. Übertragen auf ein Scrum-Team bedeutet dies: Im Daily übernimmt nicht der Scrum Master aktiv die Rolle des Problemlösers, sondern die Teammitglieder selbst. Er oder sie animiert und unterstützt das Team dabei. Mit anderen Worten: An der Position, die der/die Scrum Masterin des Teams während der Dailys einnimmt, lässt sich ablesen, wie es um das Selbstmanagement im Team bestellt ist. Man ahnt also schon, wohin die Podcast-Episode von Marc Löffler führt, wenn die Frage lautet, wer das Daily moderiert.
Impediments | Sichtbar und unsichtbare Impediments/Hindernisse
Kein Team, das ich kenne und bisher erlebt habe, hatte keine Impediments im Sinne von Hindernissen, Blockaden, Störungen. Es liegt in der Natur der Organisation, dass sie auftreten. Auch in vermeintlich stabilen Umfeldern, die sich durch geringere Komplexität und damit einen höheren Grad an Standardisierung auszeichnen. Nur am Rande bemerkt. Sie sind mal sichtbar, mal weniger sichtbar, und es macht durchaus Sinn, sie zu kategorisieren, denn je nach Kategorie gibt es unterschiedliche Strategien, Adressaten und Vorgehensweisen. Rob Galen unterscheidet vier. Die ersten drei sind klar. Interessant finde ich die 4. Kategorie, denn diese ist nicht offensichtlich und wird dann doch gerne unterschätzt. Dabei liegt hier das größte Potenzial, „upstream“ zu denken und Probleme zu lösen, bevor sie wirklich gravierend werden.
https://rgalen.com/agile-training-news/2023/1/2/visible-amp-invisible-impediments
MANAGEMENT
Veränderungsträgheit der Organisation | Weshalb eine zu hohe Personenorientierung Veränderung erschwert
Der Podcast von Hendrik Epe hat es in sich. Die Frage ist: Warum wird es nicht besser? Im Fokus steht der Spagat zwischen Personen- und Aufgabenorientierung. Personenorientierung fördert Veränderungsträgheit. Spannender Gedanke. Sehr hörenswert. Fazit: Es macht Sinn, den Organisationszweck in den Mittelpunkt zu stellen.