#LINKSDERWOCHE | 21/2022: Produktivität, Agile, Leadership und Management

PRODUKTIVITÄT

Zeitmanagement-Seminare | Was sie leisten können und was nicht

Eigentlich hat Ivan Blatter seine Podcast-Folge mit den Worten „Funktionieren Zeitmanagement-Seminare heutzutage noch?“ überschrieben. Inhaltlich wirft er jedoch die Frage auf, was sie leisten können und was nicht. Und ganz ehrlich, für mich haben sie schon früher nicht funktioniert. Wissen kann ich mir anlesen. Dafür hatte ich auch schon vor dem Internet mit gut sortierten Bibliotheken ausreichend Möglichkeiten. Zumindest geht es mir so. Für mich waren und sind heute noch Seminare deshalb wichtig, um in den Austausch mit Gleichgesinnten zu treten und den Praxistransfer besser gestemmt zu bekommen. In Sachen Zeitmanagement kommt dabei noch ein Faktor dazu, der schlicht und ergreifend Verhaltensänderung bedeutet. Und da musste ich mehrfach die Erfahrung machen, dass Wissen allein bei Weitem nicht reicht. Coaching, Mentoring, regelmäßige Reflexionsrunden mit Gleichgesinnten sind da eine sehr gute Ergänzung. Leider waren nicht alle Arbeitgeber in meiner Vergangenheit bereit, dies zu unterstützen. Auch ein Thema, welches Ivan anspricht. Genauso wie das Thema „Seminarteilnahme“ verordnet vom Chef, spricht er an. Bedauerlicherweise nicht ganz mit der erhofften Kritik, dass es wenig bringt, dem Mitarbeitende zu verdonnern, wenn diese gar nicht wirklich die Chance haben, es in Umsetzung zu bringen. Insgesamt wieder eine gelungene Podcastfolge zur Frage, was Zeitmanagementseminare im klassischen Stil leisten können und was nicht, weshalb die Kombination der Formate wichtig ist u. ä.

https://ivanblatter.com/podcast/zeitmanagement-seminare-heute/

Konflikte | Konflikte als Indikator für einen Veränderungsbedarf

Dan Rockwell trifft für mich den Nagel auf den Kopf, wenn er Konflikte als Indikator definiert, dass es einen Veränderungsbedarf gibt. Einen Veränderungsbedarf, den wir auf drei Ebenen nutzen können: Reflexion unserer Selbstwahrnehmung, Weiterentwicklung unserer Wahrnehmung, Anlass unser Tun und Handeln anzupassen.

https://leadershipfreak.blog/2022/05/19/the-3-opportunities-of-conflict/

Energiegeladen durch den Tag | 5 Tipps für den Alltag

Und noch einmal kommt Dan Rockwell zu Wort. Im Folgenden listet er fünf Wege auf, die er für hilfreich hält, um energiegeladen in den Tag zu starten. Alle fünf halte ich für treffend. Angesichts der Kürze des Blogposts erspare ich mir allzu lange Erläuterungen 😉

https://leadershipfreak.blog/2022/05/16/5-ways-to-energize-your-day/

AGILE

Scrum Leitfaden | Missverständnisse aufgeklärt

So leichtgewichtig der Scrumleitfaden ist, so oft wird doch immer wieder in Teilen fehlinterpretiert, sodass einige Missverständnisse im Raum stehen. Das beginnt bereits mit dem Anwendungsfeld von Scrum an. Scrum ist für mich ein Rahmenwerk, dass es einem Team erlaubt, durch kurze Feedbackzyklen neues Wissen zu entdecken und zu integrieren. Es ist ein explorativer Ansatz, der auf Lernen als Team ausgelegt ist. Und nicht, wie oft behauptet wird, eine Methode zur Entwicklung neuer Produkte. Das Framework ist daher auch geeignet, in anderen Feldern eingesetzt zu werden, bei denen es darum geht, explorativ neue Erkenntnis zu gewinnen und zu erlernen. Das ist allerdings nur eines der 10 Missverständnisse, die Willem-Jan Ageling mit seinem Artikel auflösen möchte. Seine Punkte helfen sicherlich – nicht nur Neulingen – sondern auch Fortgeschrittenen dabei, Denkfehler und Fehlinterpretationen aufzudecken und zu korrigieren.

https://medium.com/serious-scrum/the-10-most-misunderstood-parts-of-the-scrum-guide-898b8b25f3d9

Retrospektiven I | Konkrete Maßnahemn, die realistisch und zeitnah umsetzbar sind als Ergebnis

Die Überschrift des Beitrags von Chuck Suscheck war im ersten Moment für mich irritierend. Was haben Maßnahmen in der Retro mit Katzen zu tun? Des Rätsels Lösung, CAT steht für ein Akronym. Nämlich: Concrete, Attainable, Timely. Danach wird ein Schuh daraus, den ich sehr gut nachvollziehen kann. Konkrete Maßnahmen, die realistisch erreichbar und zeitnah umsetzbar sind, sollten aus einer Retro hervorgehen. Etwas, dass ich sehr gut nachvollziehen kann. Klingt zwar einfach, aber Praktiker wissen, dass es für viele Teams gar nicht so einfach ist, hier zu Ergebnissen zu kommen.

https://www.scrum.org/resources/blog/retrospectives-making-action-items-are-cats

Sprint-Retrospektive II | Warum sie ein essentieller Teil des Sprints ist

Es gibt Diskussionen, die immer wieder auftauchen und die ich schon x-fach geführt habe. Dazu gehört die Notwendigkeit der Sprint-Retro. Selbstverständlich haben alle viel zu tun und ja, nicht in jeder Retro kommen Wunder was für Verbesserungsmaßnahmen heraus. Dennoch halte ich das regelmäßige Innehalten und Reflektieren für ein zentrales Element. Und zwar nicht nur in Scrum-Teams, sondern auch im Zeitmanagement des Einzelnen und Teams, unabhängig vom Kontext. Der Scrumleitfaden definiert nicht ohne Grund Retrospektiven als festen Bestandteil des Sprints und als Pflichtveranstaltung. Dazu etwas mehr von Mary Iqbal.

https://www.scrum.org/resources/blog/power-sprint-retrospective

Sprint-Retrospektive III | Starfish – ein Klassiker für die Werkzeugkiste

Zum Retro-Format Starfish will ich gar nicht Erklärung liefern. Sie ist ein Klassiker, den viele Kennen. Wer das Retro-Format noch nicht kennt, dem empfehle ich den Artikel von Lars Richter, der das Format sehr gut erklärt, die Grenzen und Stärken erläutert und auch einige Abwandlungen vorstellt.

https://cdi.digital/starfish-retro/

Sprint-Retrospektive IV | Was alles „schief laufen“ kann

Da wir ohnehin schon sehr stark heute in den Links der Woche auf Retrospektiven fokussiert sind, schiebe ich noch einen Artikel von Stefan Wolpers nach. Dieser stellt eine ganze Palette an möglichen „Fehlerquellen“ rund um Retrospektive vor. Bei den meisten stimme ich ihm zu. Nur bei einem Punkt folge ich ihm nicht vollständig: „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Hier wäre ich etwas vorsichtig. Allzu viele Varianz beim Format u. ä. kann auch kontraproduktiv sein. Gerade bei unerfahrenen Teams bin ich eher der Ansatz der Coaching-Kata folgend, der Meinung, dass ein Standardformat sinnvoller ist. Zumindest bist der Verbesserungsreflex im Team ausgeprägt ist. Den Artikel gibt es in 2 Versionen: Deutsch und Englisch:

Deutsch: https://www.scrum.org/resources/blog/21-sprint-retrospektive-anti-patterns

English: https://www.scrum.org/resources/blog/21-sprint-retrospective-anti-patterns-scrum-anti-patterns-guide-2022

Backlog | Warum der Backlog in Scrum von großer Bedeutung ist und noch viel mehr

Ich kann mit der Idee hinter Sprint 0 nicht viel anfangen. Entweder es ist Teil von Scrum und damit konkret auch ein Sprint oder eben nicht. Ein Scrum-Team startet mit Produkt-Ziel und dann mit dem ersten, initial gefüllten Backlog in den ersten Sprint. Ich weiß natürlich, dass ich das alles leicht sagt als umsetzen lässt. Aber zum Glück gibt es erfahrene Agilisten wie Erik de Bos, die Neulinge nicht alleine lassen und ihr Wissen teilen und erklären, warum der Backlog von Beginn an eine zentrale Rolle in Scrum besitzt.

https://medium.com/serious-scrum/starting-with-scrum-backlog-refinement-212342a040ea

Evidenzbasierend gesteuertes Scrum | Ein kurzer Überblick

Der Artikel von Simon Flossmann ist zweifach interessant: Zum einen zeigt er, wie evidenzbasierende Steuerung in Scrum-Kontext funktioniert und davon halte ich sehr viel. Zum anderen wird sichtbar wie Lean und Agile zusammenwirken. Evidenzbasierendes Scrum bedient sich nämlich bei Lean. Und zwar nicht wenig. Die Idee der Verbesserungskata spiegelt sich nahezu 1:1 in der verwendeten Grafik wieder (allerdings, ohne explizit erwähnt zu werden, was ich sehr Schade finde).

https://www.scrum.org/resources/blog/5-wege-wie-agile-fuhrungskrafte-ziele-und-messungen-effektiver-nutzen-konnen

Sprintziel | Ein Anleitung zur Weiterentwicklung und Verbesserung der Sprintziele

Das Sprintziel ist während des Sprints der Referenzpunkt und damit auch der wichtigste Gradmesser des Sprinterfolgs in Bezug auf den erreichten Business Value. Diese Aufgabe kann das Sprintziel aber auch nur dann erfüllen, wenn wir es entsprechend würdigen und formulieren. Und sieht es in der Praxis doch manchmal sehr dürftig aus. In diesen Fällen möchte ich Euch den Artikel von Barry Overeem empfehlen, weil ihr hier vielen Anregungen finden Euer Sprintziel auf das nächste Level zu heben:

https://www.scrum.org/resources/blog/quickstart-improve-how-your-team-uses-sprint-goals

OKR | Werkzeuge und Software – ein Überblick

Mit dem Erfolg von OKR stellt sich auch eine Vielzahl von Werkzeugen verschiedenster Art ein. Es gibt Vorlagen für die üblich verdächtigen wie Excel, Whiteboards u. ä. und es gibt spezielle Softwareangebote, wobei die Liste von Andreas Diehl keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Dennoch gibt sie einen sehr guten Überblick. Erspart dem einen oder anderen die Recherchearbeit. Mein Credo zu Tools gilt übrigens auch hier: Einfachheit ist Trumpf. Und erst den „Prozess“ definieren danach das passende Werkzeug. Nicht umgekehrt.

https://digitaleneuordnung.de/blog/okr-tools/

Agile Transformation | Fokus mehr auf „Befähigung“ statt Methoden

Da hat Marcus Raitner mal wieder einen Volltreffer gelandet, wenn er schreibt: „Die oftmals hitzig geführte Diskussion um die richtige agile Methode oder das richtige Framework zur Skalierung verstellt den Blick auf das eigentlich Wesentliche: das Empowerment der Mitarbeiter zur Selbstorganisation.“ Voll Zustimmung auf ganzer Länge. Bereits zu Beginn. Noch besser wird es in der Erläuterung, in der er Bezug zum Toyota Production System und nimmt und herausstreicht, was mit „respect for the people“ als Säule des TPS gemeint ist.

https://fuehrung-erfahren.de/2022/05/empowerment/

LEADERSHIP UND MANAGEMENT

Grundsatz | Erst der Mensch, dann der Profit

Der Artikel von Tim McMahon trifft einen wunden Punkt, den ich in vielen Organisation ganz massiv sehe: Finanzziele sind wichtiger als die Menschen, die dafür sorgen, dass die Arbeit gemacht und der Mehrwert geschaffen wird. Um es mit Gunther Dueck auszudrücken: Wir verfallen zu oft der Effizienzneurose und sind fixiert auf Finanzkennzahlen, verlieren dabei aus dem Auge, dass es die Menschen in der Organisation sind, die dies alles erst ermöglichen und das die Menschen sind, die die Leistung abnehmen, denen wir letztendlich den finanziellen Erfolg verdanken. Die Stilblüten, die es treibt, sind leider überall unübersehbar. Dagegen argumentiert der Beitrag an, versucht das Bewusstsein für die Menschen zu schärfen. Davon brauchen wir mehr. Danke!

http://www.aleanjourney.com/2022/05/put-people-before-profits-for-success.html

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