#LINKSDERWOCHE | 16/2022: Frohe Ostern, Produktivität, Agile, Management und Leadership

FROHE OSTERN

Die Links der Woche starten heute mal nicht sofort mit einem Feuerwerk an Linktipps, sondern – da sie an einem Ostermontag erscheinen – mit einem Ostergruß. Allen Unterstützern. Lesern und Freunden der Links der Woche wünsche ich frohe Ostern – auch wenn dieses Jahr die Stimmung etwas getrübt ist. Die Links der Woche fallen etwas kürzer aus als sonst. Die Ausbeute war diese Woche entsprechend geringer.

PRODUKTIVITÄT

2-Faktor-Authentifikation | Damit der Frust ausbleibt

Ich hatte es erst wieder: Das Konto eines guten Bekannten in einem der vielen sozialen Netzwerke, die es so gibt, war „gehackt“ worden. 2-Faktor-Authentifikation kann dem vorbeugen. Ich weiß, sie ist lästig. Dennoch habe mittlerweile fast alle Konten, bei denen es möglicht ist, so abgesichert. Was ich allerdings (noch) nicht bei allen sauber dokumentiert und abgesichert habe, ist eine „Notfall“-Sicherung für den Fall, dass der „2. Faktor“ mal defekt sein sollte. Zwar habe ich damit begonnen, die „Back-up-Codes“ ebenfalls zu sichern, aber noch nicht konsequent umgesetzt, wie mir ein Artikel bei heise online vor Augen geführt hat. Es gibt also immer noch was zu verbessern, auch dann, wenn man schon vieles richtig macht. Mein Tipp: sichert Eure Back-ups für den 2. Faktor an einem zentralen und sicheren Ort, idealerweise verschlüsselt – wie Eure Passwörter. In meinem Fall habe ich sie verschlüsselt in der Passwortverwaltung abgelegt, von der es übrigens mindestens eine Back-up-Datei gibt 😉

https://www.heise.de/hintergrund/Zwei-Faktor-Strategien-Kein-Frust-bei-Verlust-6660819.html

Alternativen zu Doodle | 5 Opensource-Lösungen für die Terminfindung

Es muss nicht immer der große Player unter den Anbietern sein. Zum einen, weil der Wettbewerb dem Markt befördert und zum anderen, weil nicht alle Anbieter bei elektronischen Werkzeugen offen legen, was mit Euren Daten tatsächlich passiert. Es lohnt sich also hin und wieder auch mal nach Alternativen zu schauen, insbesondere wenn sie datensparsamer sind als die bekannten Player wie Doodle. Und zu Doodle gibt es einige Opensource-Alternativen. Ich persönliche nutze Nuudel bereitgestellt von Digitalcourage, was meines Wissens auf derselben Grundlage wie Framebase basiert, das ihr in der folgenden Auflistung findet:

https://opensource.com/article/22/4/open-source-alternatives-doodle-polls

Zeitplanung | Wie mit Aufgaben umgehen, deren Umfang man noch nicht kennt

Wie schätzt man den Aufwand von etwas, was man noch gar nicht kennt? Agilisten wissen, was ich meine. Das ist etwas, was uns ja nicht nur in agilen Teams begegnet. Auch wen man den Eindruck manchmal gewinnen könnte. Unter uns: Alle Ansätze, die sich in diesem Kontext wiederfinden, sind keine Allheilmittel und erfinden das Rad auch nicht neu. Sie kochen auch nur mit Wasser, bedienen sich eine Repertoire von Ideen und Ansätzen, die es schon dem Begriff der Agilität gab. Sie sind eine Essenz bewährter Praxis, zusammengedampft auf die wesentlichen Gelingensgründe („lean“). Das aber nur Rande. Zurück zum Thema: Jede/r, absolut jede/r, hat es irgendwann mal mit Aufgaben zu tun, bei denen er zu Beginn nicht sagen kann, wie lange er/sie braucht. Und dann wird es spannend. Hier gilt, wie es auch Ivan Blatter schön sagt, erst mal in einer festgelegten Zeit beginnen und am Ende der „Timebox“ (Iteration) schauen, was wir an neuen Erkenntnisse gewonnen haben. Ganz so, wie ein „agiles Team“ es tun würde. Simple? Ja. Leicht? Nicht ganz 😉

https://ivanblatter.com/podcast/zeitschaetzung/

Ziele | SMART mit Sinnhaftigkeit

Wann auch immer der Begriff Ziel fällt, ist das Akronym SMART nicht weit. Und in der Tat ist es extrem hilfreich, wenn es um die Formulierung guter Ziele für eine Iteration geht. Die Herausforderung ist „M“ für messbar. Messbar allein ist nicht wirklich hilfreich, weil es nichts darüber sagt, was wirklich sinnvoll ist. Maghan Haggerty führt dazu wesentlich mehr aus und ich würde dem vorgreifen, wenn ich jetzt noch mehr darüber erzählen würde. Nur so viel: Sie ersetzt „measurable“ durch „meangingful“. Es gibt übrigens einige nette Abwandlungen von SMART. Ich meine, ich hätte die Variante „GUT“ auch schon hier in den Links der Woche erwähnt.

https://www.productiveflourishing.com/a-smart-goal-is-a-meaningful-one/

AGILE

Retrospektive | Die epische Heldenreise eines agilen Teams

Das Storytelling ein hilfreiches Mittel ist, um Ideen und Wissen zu transportieren, hat sich herumgesprochen. Ich habe mich auch schon des öfteren damit beschäftigt, bin aber nicht wirklich gut darin geworden, Hollywood-Blockbuster zu schreiben. Auf die Idee Storytelling-Muster für Retrospektiven und vergleichbare Reflexionsrunden zu nutzen, bin ich noch nicht (bewusst) gekommen. Eines der wohl bekanntesten Schemata, ihr kennt es garantiert sofort wieder, weil extrem viel erfolgreiche „Geschichten“ darauf basieren, ist die Heldenreise. Eine Retro auf Basis dieses Schemata zu machen hat was – ist aber, wie auch Lars Richter beschreibt – anstrengend. [Ich frage mich gerade, warum Lars die Spartaner zu Illustration gewählt hat, wäre ich nicht Tolkien mit dem Herrn der Ringe etwas weniger verfänglich?] Mehr dazu:

https://customerdriveninnovation.digital/heldenreise/

Teammoral | Mit Liberating Structures positiven Effekt erzielen

Die Teammoral ist im Keller? Kommt öfter vor, als man denkt und sich wünscht. So viel kann ich Euch verraten. Und sollte auch nicht verwundern. Die Ursachen sind so komplex wie da Umfeld, indem sich ein Team bewegt und es ist nie vollständig unabhängig. Dieser kleine Seitenhieb sei mir bitte verziehen. Aber was tun, wenn die Teammoral im Keller ist? Die Hände in den Schoß legen? Niemals. Wir geben nicht auf, denn wir haben ja noch ein paar Optionen in der Reserve. Eine, nein, gleich 3 solcher Optionen erklärt Euch Barry Overeem sehr schön. Er greift dabei auf Ideen aus den „Liberating Structures“ zurück, die sich wiederum auf deliberative Methoden zurückführen lassen, die den Dialog und Diskurs fördern.

https://www.scrum.org/resources/blog/quickstart-improve-your-scrum-teams-morale

Prognosen im agilen Kontext | Schätzen im Scrum-Kontext

Leidiges Thema: Prognostizierbarkeit im Scrum-Kontexxt. Ich kann ja verstehen, dass es durch aus Bedeutung hat, Voraussagen treffen zu können, wie lange etwas dauert. Aber genau vorauszusagen, für was ich wie lange extakt brauche, setzt eine solide Datenbasis voraus, die ich bei hoher Komplexität wegen der vielen Unwägbarkeiten oft nicht habe. Deshalb setzt man hier auf relatives Schätzen. Auf Komplexitätspunkten basierend Voraussagen zu treffen, ist eine Wette mit vielen „Unschärfen“ und mittel- bis langfristig daher alles andere als exakt. Daher ist das Schätzen für mich in unter Bedingungen der Komplexität ein Mittel, um Feedback zum Zuschnitt der PBI für den Sprint zu erhalten. Über kurze Zeiträume bekommt man so eine doch passable Prognose. Mittel- bis langfristig ist das Ganze mit Vorsicht zu genießen. Als Kanban-Fan stehe ich voll auf Flowmetriken (die im Artikel erwähnten Metriken sind alle Kanban entlehnt), wie diese aber bei fehlender Vergleichbarkeit unter Bedingungen der Komplexität die Lücke schließen sollen, erfährt man hier nicht. Spannender wäre im Kontext hoher Komplexität gewesen, aufzuzeigen, wie diese als Indikatoren zur Verbesserung des Flows dienen. Insofern ist der Artikel von Mary Iqbal für mich etwas ambivalent.

https://www.scrum.org/resources/blog/when-will-we-get-there-how-estimate-scrum

Frameworks als Blaupausen | Warum wir nicht in „Blaupausen“ denken sollten

Mal ein Beitrag ganz nach meinem Geschmack von Christiaan Verwijs, der auf ein Problem verweist, was mir schon lange im Magen liegt: das Denken in „Blaupausen“. Etwas, was ich besonders in der Skalierungsdebatte immer wieder feststelle. Frei nach dem Motto, man braucht nur eine Blaupause über die Organisation legen und fertig ist alles. Sorry. Nein. Das kann eigentlich jeder mit etwas Ahnung von sozialdynamischen Prozessen sofort widerlegen. Und genau dies tut Christiaan sehr gut. Es geht nicht um das Verteufeln von Frameworks (obwohl ich bei der „Vermarktung“ hier schon gerne vom Leder ziehen möchte, was so alles getrieben wird), sondern sinnvollen Umgang. Sehr lesenswert.

https://medium.com/the-liberators/is-blue-print-thinking-limiting-the-potential-of-the-agile-community-a2ee716b6888

Backlogmanagement | Was im Kontext von Pflege und Nutzung des Backlogs schief gehen kann

Rund ums Backlogmanagement kann man so einiges Beobachten, was die Bezeichnung „Anti-Pattern“ durchaus verdient hat. Wenn ich mir die Liste von Stefan Wolpers so anschaue, entdecke ich viele bekannte Phänomene wieder, die mir schon zigfach den Weg gekreuzt haben. Soll heißen, es ist eine solide Aufzählung, die sich gut als „Frühwarnsystem“ verwenden lässt.

https://www.scrum.org/resources/blog/27-product-backlog-and-refinement-anti-patterns

MANAGEMENT UND LEADERSHIP

Vertrauen und Machtspiele | Wenn von Vertrauen in die Unternehmenskultur die Rede ist, ist Misstrauen das Ergebnis

Einen nachdenkwürdigen Impuls Gitta Peyn in einem Gastbeitrag bei t2informatik aufgeworfen. Eigentlich ist allein schon die Überschrift ausreichend: Wer auf Vertrauen setzt, hat schon verloren? Der Begriff Vertrauen geistert viel durch die Diskussion. Und irgendwie erinnert es mich an Georg Lakoff’s Don’t Think of an Elephant. Wenn wir von Vertrauen sprechen, lenken wir die Aufmerksamkeit auf den Vertrauensbruch, nicht auf den Voraussetzungen des Gelingens, nämlich regelmäßige selbstkritische Reflexion und Klarheit in der gegenseitigen Erwartungshaltung. Es lohnt mal wieder den guten alten Karl Popper mit seiner Idee, der (selbst-)kritischen Rationalität in den Fokus zu stellen.

https://t2informatik.de/blog/prozesse-methoden/wer-auf-vertrauen-setzt/

Dienende Führung und Veränderung | Dienende Führung als Erfolgsfaktor

Veränderungen gelingen in Organisationen nur, wenn sie von der Führung mitgetragen werden. Das ist ein offenes Geheimnis. Und ich denke auch, dass dabei der „Dienenden Führung“ eine zentrale Rolle zukommt. Menschen als mündige Teile der Organisation zu verstehen, die wertvolle Impulse liefern können, ist ein Erfolgsfaktor beim Streben nach einer wissenanreichernden Organisation, den nur gemeinsam kommen wir ans Ziel. Und hierfür brauchte es eine Führung, die genau dies fördert. Die dienenende Führung. Tim McMahon schreibt:

„People want to be engaged and also have some level of control over their environment. A servant leader recognizes that the people doing the work generally have the best ideas about how to improve the processes they participate in.“

http://www.aleanjourney.com/2022/04/servant-leader-as-change-agents.html

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