#LINKSDERWOCHE | 39/2021: Produktivität, Lean, Agile

PRODUKTIVITÄT

Klarheit und Transparenz: Ein Wirkung, die man nicht unterschätzen sollte

Klarheit und Transparenz – zwei Themen, die für mich nicht nur aus „ideologischen“ Gründen, sondern auch aus ganz praktischen Argumenten heraus von zentraler Bedeutung sind. Klarheit und Transparenz sind wesentliche Säulen der (persönlichen) Produktivität und Voraussetzung für gute Entscheidungen. Sehr schön kommt dies in der folgenden Podcast-Folge von Ivan Blatter zum Vorschein:

https://ivanblatter.com/podcast/klarheit-schluessel/

Mindmaps: Tipps für besser Mindmaps

Mindmaps nutze ich gerne im kreativen Prozess, um Ideen zu strukturieren und zu entwickeln. Die von Annalena Simonis vorgestellten Kniffe und Tricks kann ich aus meiner Erfahrung heraus auch genauso unterstreichen. Insbesondere, weil sie auch sehr nah an die Umsetzungsideen des Erfinders der Methode Tony Buzan erinnern, die bei vielen Anwendungsszenarien, die ich in der Praxis gesehen habe, oft ignoriert werden. Buzan hat die Bedeutung von Farben, Bildern und grafischen Elementen sowie ihre Wirkung im kreativen Prozess – zumindest in den Schriften, die ich gelesen habe – immer sehr stark betont und hervorgehoben.

https://www.inloox.de/unternehmen/blog/artikel/ideenfindung-leicht-gemacht-5-praktische-tipps-fuer-bessere-mindmaps/

Ziele formulieren: Die GUT-Methode

Im Blog von Christian Müller habe die Idee für GUT als Formulierungshilfe für Ziele entdeckt. Das Akronym SMART wird in aller Regel bei der Zielformulierung in Spiel gebracht. Ich kann allerdings verstehen, dass es je nach Kontext, indem man sich bewegt, mit der Umsetzung hapert. Diese Beobachtung hat wohl auch Christian gemacht, der gerade im sozialen Umfeld unterwegs ist. Hier sind gute Beziehungen essenziell und eine extreme Fixierung auf messbare Indikatoren, wie sie SMART nahelegt, kann hier schnell zum Problem werden. Nachvollziehbar. Hier nutzt er GUT. Ein schöner Impuls für einen reflektieren Umgang mit dem Akronym SMART, dass ich gerne auch mal bemühe und eine Erweiterung je nach Kontext entweder auf GUT oder SMART zu setzen.

https://www.sozial-pr.net/smart-ziele-ade-die-gut-methode-als-alternative-fuer-kommunikation-und-soziale-arbeit/

Zeit limitieren: Über die Wirkung der Nutzung eines Timers

Wer das parkinsonsche Gesetz kennt, der weiß – stark vereinfacht ausgedrückt: „Arbeit“ dehnt sich mit den verfügbaren Ressourcen aus. So ist es auch mit der Zeit. Die Limitierung der verfügbaren Zeit wirkt Wunder. Sie hilft dabei sich zu fokussieren. Eine sehr schöne Umsetzung dieses Ansatzes ist die Pomodoro-Technik, auf die ich auch schon mal zurückgreife. Mark Forster (nein, nicht der Sänger) erklärt die Wirkung in seinem Blog sehr schön unter der Überschrift „Using a timer“. Ein schöne Inspiration, um wieder öfter den Timer zum Einsatz zu bringen.

http://markforster.squarespace.com/blog/2021/9/20/using-a-timer.html

LEAN

Visuelles Management unserer Einsatzfähigkeit: Wenn alles am richtigen Platz ist, sind wir jeder Zeit startklar

Es leuchtet eigentlich jedem ein, dass alles, was wir immer brauchen, einen festen Platz hat, sodass wir es sofort griffbereit haben, wenn wir es brauchen. Wir sind so sofort startklar und können sofort an eine neue Aufgabe gehen, weil wir nicht suchen müssen. Klingt schlüssig. In Produktion unterstützt man diese mit visuellen Hilfen u. ä. Hilfsmitteln, indem man aufzeigt, wo der Platz eines Werkzeuges ist. Lässt sich dies auch ins Wissensmanagement übertragen? Ich denke ja und der Blogartikel von Jon Miller hat mich dazu angeregt, mehr auf meine „Readiness“ zu achten 😉

https://blog.gembaacademy.com/2021/09/20/visual-management-of-our-readiness/

AGILE

Perspektivwechsel: Wenn die Methode nicht zum Problem passt

Der aktuellen Blogartikel von Marcus Raitner könnte ebenso unter der „Kategorie“ Lean einsortiert werden. Auch wenn Marcus hier auf Agilität referenziert, ist das Empirie-Konzept, um welches letztendlich geht, keine Erfindung der „agilen Gemeinschaft“, sondern findet sich ebenso in der Lean-Welt wieder. Gut, in bei Toyota waren es Luftfahringenieure, die vor der Aufgabe standen, Autos zu bauen, wo sie doch vorher Flugzeuge konstruiert hatten, aber auch hier war das Prinzip nahezu ähnlich. Statt rein plangetrieben zu arbeiten, entwickelt man Toyota den Ur-Corolla nach empirischen Grundsätzen. Davon abgesehen ganze wissenschaftliche Zweige waren schon Empirie getrieben, als noch niemand auch nur ansatzweise über „agile Frameworks“ nachgedacht hat. Die Parallelen zur Wissenschaftstheorie waren vor fast 15 Jahren für mich extrem hilfreich für den Einstieg in die agile Welt. Spannend finde ich am Artikel von Marcus allerdings den Schluss, der eines zeigt: Wenn wir uns zu sehr auf eine „Methode“ einschießen, erkennen wir oft nicht, dass wir das Problem mit dem falschen Werkzeug bearbeiten. Echte Agilität besteht für mich genau darin: Im Bewusstsein, dass das beste Werkzeug versagt, wenn es nicht zum Problem passt.

https://fuehrung-erfahren.de/2021/09/wenn-die-methode-zum-problem-wird/

Sprint Zero: Der Versuch einer Begriffsklärung

Der Scrum-Leitfaden kennt den Begriff Scrum Zero nicht. Wie ich finde auch aus guten Gründen. Ich bin kein Freund davon. Wer die Erläuterung, was sich in dem Begriff verbirgt, von Derek Davidson gelesen hat, versteht vielleicht besser warum. Sprint Zero sind – vereinfacht ausgedrückt – die Aktivitäten bevor ein Scrum Team in seinem Sprint durchstartet. Man kann es auch als „Vorbereitung“ des Projekts bezeichnen. Ein echter Sprint im Sinne von Scrum ist es auf jeden Fall nicht. Dennoch ist der Begriff im Scrum-Umfeld geläufig und findet häufig Anwendung, auch wenn ich persönlich bei den gelisteten Aktivität nicht von einem Sprint sprechen würde. Auch wenn diese nachvollziehbar sind.

https://www.scrum.org/resources/blog/truth-about-sprint-zero-and-why-ken-hates-it

Schätzung: Warum Schätzungen sinnvoll sind, aber auch ein Problem darstellen

Es gibt in der agilen Welt beim Thema Schätzung zwei Lager. Das eine lehnt sich als „Verschwendung“ ab, die einen halten sie sie für essenziell. Und dann gibt es noch die mittlere Fraktion, zu der ich mich zähle. Die Schätzung der Komplexität halte ich persönlich für hilfreich, um der Rolle PO ein Feedback zum Zuschnitt der User Storys geben zu können. Storypoints als Planungsgröße halte ich hingegen für wenig zielführend, da sie keine Aussage über den „Nutzwert“ enthalten und die Fixierung auf die „Velocity“ in vielen Projekten auf die falsche Fährte führt, wie es auch Stefan Wolpers beschreibt:

https://www.scrum.org/resources/blog/estimates-are-useful-just-ditch-numbers

Sprintziel und Product Backlog: Ein unterschätzer Zusammenhang

Die Beobachtung, die Lars Richter in seinem folgenden Artikel schön auf den Punkt bringt, kann ich aus meiner eigenen Praxis nahezu 1:1 bestätigen. Vielen Teams scheitern daran, ein gutes Sprintziel zu formulieren, dass ihnen hilft während des Sprints den Kurs zu halten. Den letztendlich geht es bei einem Sprintziel um genau dies: Orientierung, Klarheit, Fokus und Richtung für die Dauer eines Sprints zu bieten. Einer der Gründe, warum es nicht gelingt, kann bereits im Product Backlog liegen. Ist dieser nicht gut gepflegt und strukturiert, schlägt es unmittelbar durch. Neben den sonst üblichen Tipps bringt Lars ein WiP-Limit ins Spiel, was mir persönlich sehr gut gefällt. Eine super Idee, die leider viel zu wenig Berücksichtigung findet. Noch.

https://flowwork.rocks/sprintziel/

Product Owner*in: Ausschlußkriterien für POs

Der Verantwortungsbereich und der Fokus der Rolle Product Owner (PO) ist im Scrum Guide klar umrissen (wie übrigens auch für das ganze Team und den Scrum Master). Und doch zeigt sich in der Praxis immer wieder, dass POs Verantwortung für Tätigkeiten übernehmen, die nicht in ihrem Fokus liegen. Im Produktwerker-Blog werden ganz klar fünf Ausschlusskriterien benannt, die jede/r PO auf dem Schirm haben sollte.

https://produktwerker.de/product-owner-no-gos/

Dinge fertig bekommen: Warum wir in Scrum großen Wert drauf liegen, fertige Inkremente auszuliefern

Ziel von Scrum ist es, am Ende jedes Sprints ein potenziell auslieferbares Produktinkrement zu liefern. Also einen echten Mehrwert zu schaffen, der von den Anwendern und dem Projektauftrageber genutzt werden kann. Das ist mit eine Stärke von Scrum, dass das Rahmenwerk genau diese Orientierung auf einen „Mehrwert“ unterstützt. Dafür gibt es handfeste Gründe, die Mary Iqbal in ihrem Artikel zusammenfasst:

https://www.scrum.org/resources/blog/why-getting-done-matters-scrum

Horrorgeschichten aus der Praxis: Scrum-Projekte, die zur Verzweiflung treiben können

Ich weiß ja, dass man sich lieber Erfolgsgeschichten erzählt. Ich finde ich aber persönlich eher langweilig und freue mich immer wieder, wenn Menschen erzählen, was alles so nicht funktioniert. Frei nach dem Motto kein Problem ist ein Problem, finde ich es spannender, mir anzuschauen, was nicht funktioniert, um daraus zu lernen. Und ich lerne viel auch aus den „Horrorgeschichten“ von Kolleginnen und Kollegen. So wie aus dem Bericht von Felix Stein, der sein wohl schlimmstes Scrum-Projekt vorstellt. Ich schätze mal, dass es in die Kategorie Zombie-Scrum gehört 😉 Fazit: Wenn Ihr denkt Euer Projekt wäre eine Katastrophe – es gibt irgendwo sicherlich noch eine Steigerung. Zwar ein schwacher Trost, dennoch einer der vielleicht weiter helfen kann. Durch das Lernen aus anderen „gescheiterten“ Projekten.

https://www.lean-agility.de/2021/09/worst-scrum-ever.html

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