#LINKSDERWOCHE | 9/2021: Produktivität, Agile, New Work

PRODUKTIVITÄT

Homeoffice: Co-Working-Atmoshphäre schaffen, Einsamkeit überwinden und produktiver arbeiten

Keine Ahnung, wie es Euch geht, aber das Dauer-Homeoffice macht mich langsam mürbe. Und dies lässt mich natürlich aufhorchen, wenn das Thema irgendwo dann am Rande meines Gesichtsfeldes aufflackert. So geschehen auch bei dem folgendenden Artikel aus dem t3n-Magazin, der beansprucht 3 Werkzeuge für mehr Produktivität und gegen die Einsamkeit im Homeoffice vorzustellen. Tut er auch, wenn ich auch bei den erst beiden genannten Tipps eher skeptisch bin. Im Zentrum dieser drei Werkzeugtipps steht die Vernetzung mit Dritten, die helfen soll, die Einsamkeit im Homeoffice zu überwinden. Das hat aber mit meinen persönlichen Vorlieben zu tun, auch wenn ich den Austausch mit anderen sehr schätze, aber fokussiert still vor mich hinarbeiten, dann doch lieber ohne Kamera. Beim 3ten Tipp bin ich auf jeden Fall hellhörig geworden, dass passt dann doch etwas mehr in mein persönliches Schema. Falls Euch etwas über den Weg läuft, zögert nicht – ich verlinke es gerne, wenn Ihr mir einen Hinweis gebt.

https://t3n.de/news/tools-mehr-produktivitaet-homeoffice-135

Vorlagen: Mit Vorlagen die Produktivität verbessern

Es soll Leute geben, die Checklisten und Vorlagen für total „unagil“ halten. Sorry, aber diese Leute haben für mich keine Ahnung. Keine Ahnung von Agilität und Produktivität. Ganz im Gegenteil halte ich – die Betonung liegt auf richtig und reflektiert angewendet – Checklisten und Vorlagen für sehr hilfreich. Nämlich immer dann, wenn sie mir zum Beispiel Routinearbeiten vereinfachen und er mir erlauben, mich auf die Dinge zu fokussieren, die meine volle Aufmerksamkeit bedürfen. Hier zu passt sehr gut der Artikel aus dem Blog Flipping Heck, der die Wirkung und den Kontext in dem Checklisten und Vorlagen hilfreich sind, etwas beleuchtet:

https://www.flippingheck.com/5-ways-templates-can-improve-your-office-productivity/

Motivation: In kleinen Schritten zum „Erfolg“

Es ist eigentlich ein offenes Geheimnis, dass viele kleine Erfolg hintereinander am Ende zum großen Erfolg führen. Warum liegt eigentlich auch nahe. Jeder noch so kleine „Teilerfolg“ gibt uns einen kleinen Motivationskick. Ich frage mich gelegentlich, warum wir uns diese Motivationstreiber im Alltag eigentlich so selten zu eigen machen. Lassen wir uns doch von Dan Rockwell inspirieren und starten ganz einfach mit kleinen Schritten und kleinen Erfolgen durch. Mehr Spaß, mehr Freude und mehr Motivation sollten uns doch ein wenig Engagement wert sein 😉

https://leadershipfreak.blog/2021/02/25/momentum-how-a-series-of-small-wins-maximizes-the-flywheel-effect

Resilienz: Die ersten Schritte zur Stärkung der Widerstandskraft

Resilienz bezeichnet die Widerstandskraft, die nötig ist, um Krisen ohne „Schaden“ zu meistern. In einer Welt, in der der Umbruch zum Regelzustand wird, ist dies eine Schlüsselkompetenz. Dafür kann man auch einiges tun, um sie zu befördern. Leo Babauta beschreibt sehr schön, wie der Einstieg gelingt und was wir – mit relativ einfachen Mittel tun können – um unsere persönliche Resilienz zu stärken.

https://zenhabits.net/creating-resilience/

AGILE

Product Discovery: Kontraproduktive Lösungen und Denkfehler

Der Beitrag von Stefan Wolpers behandelt sehr ausführlich Denkfehler aus dem Kontext der Product Discovery. Sehr ausführlich betrachtet er mehrere Kategorien, die in der Praxis immer wieder auffallen. Darunter die altbekannten Silos, aber auch eben die berüchtigten „Denkbias“. Eine sehr gelungene Reflexionshilfe. Den, wenn wir wissen, auf was wir achten müssen, können wir auch aktiv gegensteuern.

https://www.scrum.org/resources/blog/product-discovery-anti-patterns-leading-failure

Skalierung I: Statt „rauf“ skalieren, „runter“ skalieren

Ich weiß, skalierte Ansätze erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Kaum ein Großunternehmen spielt nicht damit SAFe – zumindest LeSS – einzusetzen. Ich frage mich dabei immer wieder, ob es nicht einfacher wäre, die Notwendigkeit einer Skalierung zu verringern, statt durch Skalierungsframeworks die Komplexität zu steigern. Warum die Organisation skalieren, wenn es einfacher und effektiver ist, das Produkt zu „deskalieren“? In diesem Sinne lest den Artikel von Christiaan Verwijs und kommt nicht allzu schnell in die Versuchung, skalieren zu wollen. Skalierung ist der Weg, den es erst dann einzuschlagen gilt, wenn es keine Alternativen gibt:

https://medium.com/the-liberators/dont-scale-up-scale-your-product-down-c70f335ccf3a

Skalierung II: Mehrere Product Owner sind keine gute Idee

Ich habe schon mehrere Projekte gesehen, die tatsächlich mit mehreren Product Ownerinnen gearbeitet haben. Für ein Produkt. Das Ansinnen dahinter konnte ich zwar verstehen, aber für sinnvoll halte ich es nicht. Ganz im Gegenteil. Das ist etwas, was ich tunlichst vermeiden würde. Einige dieser Gründe beschreibt Simon Flossmann sehr gut und genau. Man kann auch sagen, mehrere Product Ownerinnen erhöhen die Komplexität, den Abstimmungs- und Kommunikationsaufwand und machen das Ganze unnötig kompliziert, ohne das es hierfür in den meisten Fällen eine Notwendigkeit gibt. Womit wir wieder beim Thema wären, warum ich es für wichtig halte, Skalierungen so weit als möglich zu minimieren:

https://www.scrum.org/resources/blog/mehrere-product-owner-eine-ineffektive-art-product-ownership-zu-skalieren

Scrum und Controlling: Wie passt das zusammen?

Herrlich. Ralf Kruse spricht in seinem Podcast mit Michael Klein über Scrum und Controlling. Die meisten denken vermutlich, dass die beiden Dinge nicht zusammenpassen. Falsch gedacht 😉 Ich hatte die Ehre, in meiner Vergangenheit als Interim-Scrum Master sogar zwei Controlling-Projekte zu begleiten und zu coachen. Das war extrem spannend, lehrreich. Eines dieser Projekte hatte tatsächlich einen echten „Vorbildcharakter“, wenn es um gelebtes Scrum geht. Hört einfach mal rein. Es soll sich lohnen.

https://enablechange.de/2021/02/23/controlling-und-scrum/

Produkt- und Sprintziel: Workshopformate

Ich bin persönlich fest davon überzeugt, dass jedes Projekt – ob groß oder klein, klassisch oder agil – einen „Nordstern“ als Navigationshilfe braucht. Daher lege ich auch viel Wert auf eine gute Produktvision, eine transparente Projektzielsetzung und – letztendlich auch – auf ein gut definiertes Sprintziel. Es braucht einen Referenzpunkt, mit dem man abgleichen kann, ob man tatsächlich einen „Wertbeitrag“ erzeugt. Der Blogartikel von Barry Overeem erklärt dies noch etwas ausführlicher und gibt Euch noch drei gute Workshop-Formate für Eure Praxis mit:

https://www.scrum.org/resources/blog/3-do-it-yourself-workshops-get-started-product-and-sprint-goals

Scrum Master: Welche Wirkung hat die Rolle?

Gefühlt wir mir die Rolle des Scrum Master noch viel zu oft auf Moderation reduziert. Das wird den Rolleninhaber*innen gerecht. Leider bleibt die eigentliche Leistung meist unsichtbar, weil kein unmittelbarer Zusammenhang zum Teamergebnis wahrnehmbar ist. Hier hilft möglicherweise der Beitrag von Peter Koning und Mijno van der Ploeg, die die Wirkung der Rolle und der Rolleninhaber*innen in den Fokus stellen.

https://www.scrum.org/resources/blog/how-can-you-measure-impact-your-scrum-masters

Scrum Guide: True Leadership

Der Scrum Guide hat im letzten Update vor knapp zwei Monaten den Begriff „Servant Leader“ durch „True Leader“ abgelöst. Das sollte eigentlich in Bezug auf die Rolle des Scrum Masters mehr Transparenz erzeugen. Ich bin da allerdings noch skeptisch. Nicht desto trotz finde ich die inhaltichen Ausführungen zur Begriffsdefinition von Joshua Partogi wichtig und zielführend.

https://www.scrum.org/resources/blog/what-does-it-mean-scrum-master-be-true-leader-written-scrum-guide

Kanban: Wie Kanban den evolutionären Wandel unterstützt

Ich bin ein großer Freund der Kanban-Prinzipien. Sie bringen für mich kurz und prägnante zum Ausdruck, was es für einen evolutionären Lern- und Veränderungsprozess in Organisationen braucht. Daher finde ich es sehr schade, dass zu häufig Kanban auf die Visualisierung in Form eine Kanbanboards reduziert wird (wobei auch der Begriff gerne falsch verwendet wird, wenn das WiP-Limit fehlt). Gefühlt geistern mittlerweile mehr Fehlmythen über Kanban durch die agile Welt als über Scrum. Der Beitrag von Ben Linders ist daher für mich eine Wohltat, da er eben jenen – eingangs erwähnten – Aspekt von Kanban in den Fokus stellt:

https://www.infoq.com/news/2021/02/kanban-evolutionary-change/

NEW WORK

Wissensarbeit: Wissensarbeit in der Autonomiefalle

Agilität und New Work haben beide mit denselben Herausforderungen zu kämpfen: Autonomie der Wissensarbeitenden gewährleisten, ohne sie und ihr Umfeld zu überfordern. Was Marcus Raitner beschreibt, passt sehr gut in mein tägliches Erleben. Auf der einen Seite wird gefordert, dass Teams selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten und dies auch einfordern. Auf der anderen Seite Führungskräfte, die dem Anspruch gerecht werden wollen. Am Ende sind beide überfordert, weil sie zu viel „Autonomie“ ermöglichen und zu wenig stabilen Rahmen schaffen. Anders ausgedrückt: Selbstorganisiertes Arbeiten braucht immer auch einen stabilen Rahmen als Orientierung. Scrum bietet einen solchen Rahmen für die Projektarbeit. Dieser passt – so viel sei auch angemerkt – nicht in jeden Kontext. Aber auch hierfür gibt es genug Lösungen.

https://fuehrung-erfahren.de/2021/02/wissensarbeiter-in-der-autonomie-falle/

Weiterentwicklung I: New Work muss weiterentwickeln

Klare Worte von Olaf Hinz zum Stichwort New Work. Er stellt die Idee von Frithjof Bergmann im Übrigen – soviel vorneweg – nicht in Frage, sondern was wir daraus zwischenzeitlich daraus gemacht macht haben. Vieles, was mir im Alltag begegnet, erinnert mich ein wenig an „Show“ und „Fassadenkosmetik“. Damit schadet es der Idee mehr, als es fördert. Den eines ist auch klar: Am Ende muss es jemand bezahlen und neue Arbeit ist kein Selbstzweck. Somit ist klar: New Work muss „erwachsen werden“, damit es nicht nur leere Phrasendrescherei ist und bleibt:

https://www.hinz-wirkt.de/lotsenblog/artikel/2937-new-work-muss-erwachsen-werden

Weiterentwicklung II: Das Ende von New Work und der Beginn eines neue New Work-Verständnisses?

Ein weiterer Blogartikel zum Thema New Work, den ich Euch nahe legen möchte, stammt von Hendrik Epe. Er nähert sich dem Thema aus einer ganz anderen Richtung und wirft die Frage auf, was es mit uns macht, wenn wir den Anspruch von New Work wirklich mit allen Konsequenzen ernst nehmen wollen. Selbstbestimmtes Arbeiten bedeutet auch eigenverantwortliches Arbeiten. Mit allen Konsequenzen und Schattenseiten. Und die gibt es nun mal auch. Am Ende müssen wir die Frage aufwerfen, ob New Work, wie wir es bisher verstanden haben, nicht weiterentwickelt werden sollte. Oder wie es Olaf Hinz ausdrückt: New Work muss erwachsen werden 😉

https://www.ideequadrat.org/the-end-of-new-work/

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