#GEDANKENBLITZ | Was ist gute Arbeit? #WayOutBubble

Christian Botta hat herausgefordert. Herausgefordert beim aktuell gehypten Thema #NewWork aus der typischen Blase des Netzwerks zu treten und nicht im eigenen Saft zu schmoren. Deswegen sammelt er fleißig Ideen, Anregungen und Gedanken zum Thema “ „Was ist gute Arbeit?„.

Wenn ich ehrlich bin, mir geht das #NewWork-Geblubber auf allen Kanälen langsam gehörig auf den Zeiger. Nicht, weil ich die ursprüngliche Idee dahinter falsch finde. Ganz im Gegenteil. Aber die Diskussion, wie sie zum Teil geführt wird, ist mir persönlich oft zu einseitig auf eine Dimension fokussiert. Viel zu häufig habe ich das Gefühl, dass der Hype von erfindungsreichen Selbstvermarktern genutzt wird, um sich selbst zu strahlendes Licht zu rücken. Daher finde ich die Herausforderung von Christian für eine gute Idee. Raus aus der Blase und rein in die Diskussion, jenseits „esoterischen“ Geblubbers einer sich selbstfeiernden und im eigenen Saft schmorenden Bewegung.

Auf die Frage, was gute Arbeit ist, muss ich etwas ausholen. Der Begriff hat für mich 3 Dimensionen: 1) das Arbeitsergebnis 2) den Arbeitsprozess 3) die Rahmenbedingungen der Arbeit. Alle drei sind nach meiner Auffassung eng verknüpft.

Zu 1) Arbeitsergebnis

Arbeit erfolgt nicht zum Selbstzweck. Sie schafft einen Wert und Sinn für jemanden. Wenn sie entsprechend gute Ergebnisse liefert, dann ist es gute Arbeit. Das Urteil darüber, ob Arbeit gute Ergebnisse zeitigt, treffen ggf. mehrer Personen: der Auftraggeber, der Ersteller und der spätere Anwender. Nur wenn das Arbeitsergebnis für diese sinnvoll und wertig ist, ist es gute Arbeit. Sinnvoll und werthaltig, muss nichtzwangsläufig heißen, dass es sich um „schöne“ Arbeit handelt, die Spaß macht. Es heißt nur, dass die Arbeit sinnstiftend ist, weil das Ergebnis einen Wert erzeugt, der gewertschätzt wird.

Zu 2)  Arbeitsprozess

Ein gutes Arbeitsergebnis setzt einen Arbeitsprozess voraus, der wertschaffend oder nutzenschaffend im Sinne eines gewertschätzen Ergebnisses ist. Das wiederum bedeutetet, dass die Beteiligten im Prozess wissen, was sinnstiftend für sie ist und worin der Wert ihrer Arbeit besteht. Sie müssen hierfür im Arbeitsprozess in den Dialog treten, um entsprechende Arbeitsergebnisse zu schaffen. Alle Beteiligten arbeiten konstruktiv zusammen, um das Zielbild des Ergebnisses zu erreichen, um für den den Arbeitgeber und den späteren Verwender „gutes“ Ergebnis zu erzielen.

Zu  3) Rahmenbedingungen

Voraussetzung für ein gutes Arbeitsergebnis ist nicht nur ein entsprechender Arbeitsprozess, sondern auch dass sich der Arbeitsprozess in Rahmenbedingungen eingebettet findet, die einen solchen befördern und ermöglichen. Es braucht einen geeigneten Rahmen, um gute Arbeit leisten zu können. D. h. die Möglichkeit, zum konstruktiven Austausch bereits während der Ergebniserstellung zu haben. Dazu müssen verschiedene Akteure bereit sein wertstiftend mitzuwirken. Gute Arbeit sind daher auch immer faire Arbeitsbedingungen.

Alle drei Dimensionen sind relevant, damit wir von guter Arbeit sprechen können. Gute Arbeit ist nicht nur Freude bei der Arbeit. Freude bei der Arbeit unterstützt den Arbeitsprozess hin zu einem guten Arbeitsergebnis und hierfür müssen die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Aber Freude an der Arbeit ist kein Selbstzweck. Am Ende wird das Ergebnis der Arbeit daran gemessen, ob es einen Mehrwert, einen Nutzen erzeugt, der im Verhältnis zum Mitteleinsatz steht.

 

2 Kommentare zu „#GEDANKENBLITZ | Was ist gute Arbeit? #WayOutBubble

  1. Widerspruch lieber Thomas!

    Auf der einen Seite bin ich total bei Dir und würde Deinen Post sofort unterschreiben!

    Die andere Seite – die ich leider noch immer fast täglich erlebe – zeigt ein etwas anderes Bild: zwar kommt am Ende des Tages für den Kunden „gute Arbeit“ heraus, jedoch ist der Weg dahin mehr als holprig und gelingt nur, weil die Arbeitenden trotz Unmut und vielen Stolpersteinen sich am Ende doch überwinden, das Wohl des Kunden über die eigenen Befindlichkeiten und insbesondere die Mängel der Organisation zu stellen!

    Und weil das so ist, haben die Organisationen leider auch nicht wirklich den Druck, das zu ändern 😦

    lg Dirk

    Gefällt 1 Person

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