#GEDANKENBLITZ | Warum Verstehen nicht reicht

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Etwas rational zu begreifen und zu verstehen ist sicherlich einer der ersten Schritte, um es in die Umsetzung zu bringen. Was ich allerdings immer wieder beobachte: Das allein reicht oft nicht. Gerade mit Blick auf das Thema Neurodiversität fällt auf, dass sich das, was wir als rein rationalen Akt verstehen, eben nicht so einfach mit Leben füllen lässt – ganz im Gegenteil.

Zum Problem wird es, wenn die Betroffenen – und sie wissen es oft ganz genau – die rationale Argumentation nicht nur kennen, sondern auch verstehen. Gerade dieses Verstehen erhöht den Druck enorm, den sie auf sich selbst ausüben: Sie verzweifeln an sich selbst, wenn die Umsetzung trotzdem nicht gelingt. Der gut gemeinte Rat, der ihnen genau das immer wieder mit auf den Weg gibt, was sie längst selbst wissen, verschlimmert die Situation sogar. Es ist ein Dilemma.

Es löst sich nicht durch mehr Verstehen, sondern durch die Erkenntnis, dass Verstehen und Umsetzen zwei verschiedene Systeme sind. Wer beim Wissen aufhört, kann nicht umsetzen – und wer umsetzen will, braucht Struktur, Bedingungen und Entlastung statt noch einer Wiederholung des bereits Gewussten.

Mein Aha-Effekt: Wir – und da schließe ich mich nicht aus – investieren viel zu wenig Zeit in diese Strukturarbeit. Der Fokus liegt grundsätzlich auf dem Verstehen; der Rahmen für die Umsetzung bleibt ungebaut. Puh. Mit dieser Erkenntnis stehe ich nun da und frage mich, was sie für meine Selbstführung und den Umgang mit meinen Mitmenschen bedeutet. Ich habe persönlich den Eindruck: Verstehen ist der einfachere Teil. Struktur zu schaffen, ist die eigentliche Herausforderung.

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