
Manche Mitmenschen halten mich für „schräg“. Mir wurde auch schon vorgeworfen, ich sei schrullig. Ja, ich bin ein Mensch mit Marotten, Ecken und Kanten. Einige davon sind sicherlich nicht „massentauglich“. Aber ich halte mich selbst für einen umgänglichen Menschen, der mit den Besonderheiten seiner Mitmenschen gut klarkommt.
Ich denke lange und viel über eigene Fehler nach. Selbst kleinere Fehler können mich tagelang beschäftigen. Verantwortung aktiv zu übernehmen ist mir extrem wichtig. Fehler passieren. Irrtümer passieren. Das ist normal. Aber man geht nicht einfach darüber hinweg, sondern steht zu ihnen und übernimmt die Verantwortung. Man denkt darüber nach, wie man etwas künftig besser machen kann. Das ist mein Credo. Das schaffe ich zwar auch nicht immer in voller Konsequenz – ich bin schließlich auch nur ein Mensch –, aber ich bemühe mich.
Mikromanagement und ein „absolutistischer Führungsanspruch“ sind für mich ein absolutes rotes Tuch. Ich reagiere darauf sehr allergisch. Das wird immer wieder deutlich und hat mir in der Vergangenheit auch schon den einen oder anderen Ärger eingebracht.
Dazu passt sicherlich, dass ich großen Wert auf ein „Weshalb“ und ein „Weil“ lege. Gebt mir einen guten Grund, und wir können reden. Wenn man sich jedoch ausschweigt oder ohne gute Gründe über mich hinwegbestimmt, dann werde ich sehr schnell deutlich. Das ist einer der Gründe, weshalb ich mich immer wieder stark für Föderalisierung (Mitsprache bei strategischen Fragen) und Dezentralisierung (operative Umsetzung) einsetze.
Unzuverlässigkeit ist für mich ein absolutes Unding. Wer eine Zusage gemacht hat – sei es, eine Aufgabe zu übernehmen oder einen Termin einzuhalten –, muss ein gutes „Weshalb“ liefern, wenn er oder sie es sich mit mir nicht verscherzen will.
Grundsätzlich habe ich für sehr vieles ein offenes Ohr. Ich höre mir gerne an, was jemand zu sagen hat. Auch konträre Meinungen lasse ich bereitwillig gelten. Keinerlei Verständnis habe ich jedoch für Menschen, die anderen die Würde absprechen und entsprechend handeln. Und wenn es nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Es kann auch mal emotional heiß hergehen. Alles okay. Solange man hinterher noch zusammen ein Bier oder einen Kaffee trinken kann.
In der Regel verzeihe ich schnell. Wer es allerdings schafft, sich richtig mit mir zu verkrachen – und dazu gehört schon einiges –, der hat bei mir in der Regel keine Chance mehr. Hier folge ich der 3er-Regel. Einmal ist ein Fehler, zweimal ist dumm, aber dreimal ist Absicht. Dann ist Schluss mit lustig.