#LINKSDERWOCHE | 9/2026: Produktivität, Lean, Agile, Management und Leadership

PRODUKTIVITÄT

Schwäche als Stärke | Schwäche ist kein Nachteil, sondern kann zu Vorteil werden

Schwäche wird nach wie vor oft negativ gesehen. Nicht so bei Dan Rockwell. Er sieht in ihr sogar einen Vorteil, sofern sie bewusst reflektiert wird. Sich seiner Schwächen bewusst zu sein und die Verantwortung dafür zu übernehmen, eröffnet laut ihm Entwicklungschancen und erdet.

https://leadershipfreak.blog/2026/02/26/the-weakness-advantage/

Selbstäuschung vermeinden | Sieben Fragen, die uns vor Selbsttäuschen bewahren können

Auch wenn Dan Rockwells sieben Fragen ursprünglich auf „Führung” abzielen, lassen sie sich auf viele andere Bereiche übertragen. Führung bedeutet nämlich nicht nur, andere zu führen, sondern auch, sich selbst zu führen. Daher passen die Fragen für mich sogar in das Themenfeld der persönlichen Produktivität. Es geht darum, Selbsttäuschung zu vermeiden und die eigene Entwicklung zu reflektieren. Dabei können seine Fragen einen wertvollen Beitrag leisten, wenn wir sie in der Selbstreflexion einsetzen.

https://leadershipfreak.blog/2026/02/24/7-questions-that-build-leaders/

Unsicherheit | Wie man mit der alltäglichen Unsicherheit umgehen kann

In der folgenden Podcastfolge von Ivan Blatter geht es um den Umgang mit Unsicherheit. Unsicherheit gehört zum Leben dazu. Alles ist beständig im Fluss. Unsicherheit ist somit der Normalzustand. Die Zukunft ist nicht klar vorhersehbar. Es gibt kein Patentrezept, um mit ihr umzugehen. Olaf Hinz spricht in diesem Zusammenhang vom Segeln auf Sicht, was Ivan als 20-Meter-Prinzip bezeichnet. Ein kleiner Tipp von mir: Effectuation bietet noch einige gute Ansätze, die sich nutzen lassen, um mit echter Unsicherheit umzugehen.

https://share.transistor.fm/s/c1626d8a

Obsidian | Arbeiten mit der Kommandozeile kommt

Ich habe über Thomas Mathoi zur Kenntnis genommen, dass Obsidian bald auf der Kommandozeile genutzt werden kann. Mir erschließt sich der Mehrwert zwar nicht, aber das bedeutet nicht, dass andere diese Funktion nicht schätzen und sich darüber freuen. Daher einfach nur die Info: Da kommt was.

https://www.mathoi.at/2026/02/23/obsidian-auf-der-kommandozeile/

LEAN

Prinzipien statt Methoden | Modelle und Methoden taugen nicht viel, wenn man die Prinzipien dahinter nicht verstanden hat

Ein großer Fehler, der mir – egal, ob im Kontext von Lean oder Agile – immer wieder begegnet, ist das „dumpfe“ Kopieren von Methoden, ohne die zugrunde liegenden Prinzipien zu durchdringen. Es ist wie mit einem guten Standard: Er ist eine gut bestätigte Arbeitshypothese, die so lange gültig ist, bis wir eine bessere finden. Die Prinzipien bleiben bestehen, während sich der Standard verändert. Das beständige Hinterfragen, Weiterentwickeln und Anpassen der Hypothese ist das Prinzip. Ähnlich verhält es sich mit Modellen und Methoden. Auch sie sind gut bestätigte Arbeitshypothesen, die es beständig zu hinterfragen gilt. Prinzipien kann man leider nicht einfach kopieren wie eine Methode. Wie Götz Müller zum Ausdruck bringt, tragen sie eine gewisse Unschärfe in sich, die bewusst gewollt ist. Sie bilden einen Denkrahmen, der Anpassungen im Sinne kontinuierlicher Verbesserung erlaubt.

https://www.geemco.de/artikel/wo-modelling-im-lean-ein-ausgangspunkt-ist-aber-leicht-in-einer-sackgasse-endet/

AGILE

Neugier | Der Ausgangspunkt der Veränderung ist Neugier

Ich hatte bereits letzte Woche den ersten Artikel der Blogserie von Maik Seyfert in den „Links der Woche” erwähnt. Diese Woche folgt der nicht minder spannende zweite Teil, in dem der Autor hervorhebt, weshalb Neugier der wahre Startpunkt der Veränderung ist. Das erinnert mich daran, dass wir – wenn wir über ein Problem stolpern – stutzig werden sollten, wenn wir zügig auf Lösungen stoßen. Einer der großen Vordenker von Lean – ich meine, es waren Taiichi Ohno oder Masaaki Imai, ich bin mir aber nicht mehr sicher – sagte sinngemäß, dass, wenn wir zu schnell eine Lösung parat haben, die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass wir das Problem noch nicht verstanden haben. Das ist ein Grund, weshalb die 5 Why entstanden sind, und aus meiner Sicht ist es ein Wesenszug von Kaizen, da das ständige Hinterfragen der eigenen Annahmen mit dem Ziel, bessere Lösungen zu finden, gerade diese Neugier voraussetzt.

https://www.lostconsultants.com/2026/02/23/why-curiosity-is-the-real-starting-point-of-change/

Retrospektiven I | Wenn in Retros Stille herrscht …

Der bewusste Bruch mit Mustern kann, das stelle ich immer wieder fest, ganz neue Perspektiven eröffnen. Obwohl ich bei Retrospektiven eher ein Freund der Routine bin, mache ich mir das Musterbrechen gelegentlich auch hier zunutze. Daher suche ich immer auch nach guten und bewährten Formaten und bin dankbar, wenn Kolleg:innen ihre bewährte Praxis mit der Gemeinschaft teilen, so wie Simon Flossmann. So wie hier Simon Flossmann. Allerdings bin ich bei asynchronen Retros eher skeptisch. Gerade wenn der Faktor „Zeit” sehr knapp ist, fällt das „asynchrone Kommunizieren” oft dem Druck der vermeintlich wichtigeren Aufgaben zum Opfer. Ein fester Termin und Zeitslot hat sich aus meiner Sicht gerade deshalb bewährt, weil damit auch eine Verpflichtung einhergeht. Allerdings zielen Simons Anregungen eher darauf ab, die stillen Zeitgenossen, von denen man in der Regel nur wenig hört, aus der Reserve zu locken. Von daher ist es auf jeden Fall einen Versuch wert, wenn man den Eindruck hat, dass in der Retro öfter mal Teammitglieder „unsichtbar” sind.

https://www.scrum.org/resources/blog/nach-300-retrospektiven-meine-3-lieblingsformate-wenn-teams-nur-schweigend-die-kamera-starren

Retrospektiven II | Retros ohne echte Wirkung sind für die Tonne

Ein kritischer Blick auf das Themenfeld Retrospektive wird auch hier von Marc Löffler geworfen. Und das nicht ganz zu Unrecht. Eine Retrospektive ohne Wirkung ist sinnlos. Bei Retros geht es darum, echte Verbesserungen zu entwickeln, die ein Team voranbringen und Wirkung entfalten. Offensichtlich gibt es nach wie vor Bedarf, das Thema immer wieder aufzugreifen.

https://marcloeffler.eu/2026/02/24/zeit-fuer-bessere-retros/

Ergebnis statt Methodik | Lieferleistung und -qualität sind es die am Ende zählen

Es ist einfach, sich daran abzuarbeiten, ob ein bestimmtes Rahmenwerk gelebt wird oder nicht. Aber darum geht es am Ende des Tages nicht. Es zählt nur, was wir am Ende tatsächlich abliefern. Als Gesamtteam. Daran wird auch die Leistung von Scrum Mastern gemessen. Daher halte ich es persönlich für sehr wichtig, den Fokus in erster Linie darauf zu richten, welchen Mehrwert das Team erzeugt und wie gut die Qualität ist, und nicht darauf, wie gut das Team Scrum lebt. Ähnlich wie Mary Iqbal spreche ich mich dafür aus, Verbesserungen im Team vor allem am Ergebnis und der Ergebnisqualität sichtbar zu machen. Das ist jedoch kein leichtes Unterfangen, weil gerade das oft nicht klar ist. Insbesondere dann, wenn die Distanz zu echten Nutzern sehr groß ist. Das wiederum kommt öfter vor, als man denkt. Leider. Dies ist jedoch ein eigenes Thema.

https://www.rebelscrum.site/post/scrum-is-a-tool-not-the-goal

Agile und KI | Weshalb echte Agilisten auch in Zukunft noch gefragt sein werden

Dieser Schlüsselsatz aus dem Blogartikel von Stefan Wolpers bringt – unabhängig vom Thema KI, das der eigentliche Treiber des Artikels ist – zum Ausdruck, weshalb ich immer noch von Agilität überzeugt bin: „Die oben skizzierte Chance steht jedoch nur agilen Praktikern offen, die aufhören, sich über die Frameworks zu definieren, die sie praktizieren, und anfangen, sich über die organisatorischen Probleme zu definieren, die sie lösen.“ Es steckt nämlich alles drin, worum es eigentlich geht. Es geht nicht um Frameworks, sondern darum, Probleme und Hindernisse aufzulösen, damit am Ende qualitativ hochwertige Ergebnisse entstehen. Ja, wir stehen vor erheblichen Veränderungen durch KI, was die Technologie betrifft. Das eigentliche Kernproblem aller Organisationen bleibt davon jedoch unberührt: Organisationen müssen sich beständig „neu erfinden” und weiterentwickeln. Echten Agilisten – anders als Agileologen – geht es genau darum.

https://www.scrum.org/resources/blog/warum-agile-praktiker-fur-2026-optimistisch-sein-sollten-teil-1

Kritischer Umgang mit Theorien | Vermeintlich wissenschaftlichen Theorien kritisch hinterfragen

Jetzt, liebe Leser:innen, heißt es, sich kurz hinzusetzen. In seinem Blogartikel räumt Felix Stein mit „pseudowissenschaftlichen” Erkenntnissen auf, die wir – da bin ich mir sicher – fast alle schon irgendwo gehört, gelesen und vermutlich sogar selbst verwendet haben. Die Rede ist unter anderem von den Dunbar-Zahlen, den Tuckman-Phasen und einigen anderen Dingen. Ich nehme mich da nicht aus und gebe zu, auch schon in diese Falle getappt zu sein. Es geht nicht darum, dass all das „Blödsinn” ist, sondern darum, Erkenntnisse aus Theorien kritisch reflektierend auf unsere Arbeit zu übertragen. Das ist nicht immer ganz einfach, da wir im Tagesgeschäft oft genug ordentlich unter Dampf stehen. Es lohnt sich allerdings. Es geht primär um ein vertiefendes Verständnis, das erforderlich ist, um zu erkennen, ob Theorien und Erkenntnisse tatsächlich noch aktuell sind und in unserem jeweiligen Kontext zielführend übertragen werden können.

https://www.lean-agility.de/2026/02/pseudo-wissenschaft-im-projektmanagement.html

Design Thinking Methode | A Day in Life – nicht nur für das Produktmanagement geeignet

Wenn ich als Team- bzw. Agile Coach in ein neues Team komme, möchte ich zunächst verstehen, wie es dort läuft. Dafür beobachte ich zunächst einmal, um ein Gespür für die Abläufe zu entwickeln. Dabei greife ich auf etwas Ähnliches zurück, das Lars Richter im Hinblick auf Design-Thinking-Techniken für die Produktentwicklung beschreibt. „A Day in the Life”. Es geht um Verstehen. Erst wenn wir etwas verstanden haben, können wir „neue” Impulse geben, die wirklich zielfördernd sind..

https://scamper.blog/a-day-in-the-life/

LEADERSHIP UND MANAGEMENT

Erwartungsfalle | Wenn Führung mit Erwartungen überladen wird

Führung bedeutet auch, Erwartungen zu managen – und zwar auf verschiedenen Ebenen. Dies gilt sowohl für die Führenden als auch für die Geführten. Am Ende des Tages braucht es auch schonungslose Transparenz darüber, was machbar und möglich ist. Viel zu oft wird die „Führung” mit Dingen überladen, die außerhalb ihres Einflussbereichs liegen. Führung ist nicht von der Führungskraft abhängig, sondern vom Zusammenspiel unterschiedlichster Faktoren. Wer den Blick zu starr auf die Führungskraft verengt und dabei Kontext, System, Aufgabenstellung, Geführte usw. außer Acht lässt, darf sich nicht wundern, wenn ein „Superheld“ nach dem anderen in der Burnout-Klinik landet. In diesem Sinne sollte der Artikel von Daniel Dubbel dem einen oder anderen gute Impulse liefern, wie wichtig Offenheit und Klarheit für das Erwartungsmanagement im Kontext von Führung sind.

https://www.inspectandadapt.de/mythos-guter-fuehrung-wenn-erwartungen-zur-falle-werden/

Kulturlücke | Wenn Realität und Anspruch zu sehr auseinanderklaffen

Belinda Weibel spricht von der häufig beobachtbaren Kulturlücke zwischen dem nach außen postulierten Anspruch und der gelebten Realität in Organisationen. Wenn ich mir Ausschreibungen anschaue, müsste man meinen, dass in den meisten Organisationen das reinste „Arbeitsparadies” mit einer unglaublich offenen Kultur, geprägt von Transparenz und Kreativität, herrscht, von dem wir alle träumen. Die gelebte Realität sieht jedoch oft anders aus. Im Sinne eines guten Erwartungsmanagements – Marketing hin oder her – sollten der postulierte Anspruch nach außen und die gelebte Realität einigermaßen übereinstimmen, sonst gibt es am Ende nur lange Gesichter, weil unrealistische Erwartungen geweckt werden, die nicht erfüllt werden können. Das kann auch teuer werden, wenn immer wieder gute Mitarbeitende innerhalb kürzester Zeit abspringen. Ihr Fazit: Konsistenz schlägt Perfektion. Lieber etwas mehr Ehrlichkeit als perfektes Personalmarketing. Mit anderen Worten: Authentizität erhöht auch hier die Glaubwürdigkeit dauerhaft ungemein.

https://t2informatik.de/blog/willkommen-im-culture-gap/

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