
PRODUKTIVITÄT
Ohne Strategie | Wie Zeitmanagement ohne Strategie zu Flickwerk wird
In den Podcastfolgen von Ivan Blatter erkenne ich immer wieder meine eigenen Erfahrungen wieder. Mit all den Schmerzen, Irrwegen und gelegentlich auch Erkenntnissen. So auch in der folgenden verlinkten Folge, die mich einmal mehr darin bestätigt, wie wichtig es ist, regelmäßig „5S im Kopf” zu machen (weshalb mache ich etwas, mit welchem Ziel und was brauche ich dafür wirklich und ist auch alles dort, wo ich es brauche?). Das punktuelle Herumdoktern an Methoden, Ansätzen usw. bringt mich nicht ans Ziel. Es braucht strategische Klarheit darüber, was wirklich nötig ist und funktioniert, damit ich das, was ich erreichen will, auch tatsächlich umsetzen kann. Es braucht also eine Strategie, ehe ich in taktische und operative Tiefgründe steige (und eine Rückkopplungsschleife von unten nach oben, um herauszufinden, was wirklich funktioniert). Klingt einfach. Ist es aber leider nicht. Denn es erfordert Denkarbeit. Aber eine, die sich lohnt und viel unnötigen Ballast spart, da man sonst in einem Flickwerk landet, in dem nichts zusammenpasst.
https://ivanblatter.com/podcast/flickwerk/
Die Macht der Pausen | Warum Pausen Produktivität boostern und „beschäftigt sein“ wenig mit Produktivität zu tun hat
Zum Thema, das Daniel Dubbel anschneidet, gibt es einiges von Ivan Blatter (vieles davon ist auch hier verlinkt): Pausen. Pausen zum Denken, Pausen, um Gedanken laufen zu lassen und neue Ideen zu finden, Pausen, um Energie zu tanken und produktiver zu sein. Die Vorstellung der beständigen Geschäftigkeit, die besonders gerne von Effizienzneurotikern propagiert wird, führt jedoch zum Gegenteil, nämlich Unproduktivität. Das bewusste und reflektierte Einsetzen von Pausen als Reflexions-, Ideenfindungs-, Sozialisierungs- und Kreativraum hingegen ist ein Produktivitätsbooster. Natürlich komme ich mir manchmal seltsam vor, wenn ich beim Schreiben eines Konzepts vom Schreibtisch zum Sofa wandere und bewusst 10 bis 15 Minuten still auf dem Sofa sitze und meinen Gedanken freien Lauf lasse. Meistens löst sich dadurch aber ein Knoten und zack … Wir dürfen nicht vergessen: Die Qualität der Arbeit führt zunehmend zu einer Verdichtung unserer Arbeit und macht Auszeiten immer notwendiger. Denn das, was früher Routinearbeiten waren, bei denen wir stupide vor uns hin wursteln konnten, wird immer weniger. Auch dank KIs und Automatisierung. Und das in vielen Berufen. Das waren und sind aber meist die Phasen, in denen unser Kopf Gedanken sortieren, einordnen und neue Verbindungen schaffen konnte.
https://www.inspectandadapt.de/arbeitest-du-noch-oder-machst-du-schon-pause/
Das Beste in uns | Freiraum statt Überoptimierung
Da wir gerade beim Thema Pausen sind, hier noch ein kleiner Bonus von Anna Koschinski. Sie wirft zu Recht die Frage auf, ob „Überoptimierung” überhaupt zielführend ist. Nein, das ist sie natürlich nicht. Das wissen wir bereits. Ganz im Gegenteil. Es braucht den Freiraum. Den Freiraum, kreativ zu sein, Dinge auszuprobieren und überhaupt erst Ideen entwickeln zu können. Am Ende fördert man so das „Beste in uns“ zutage.
https://anna-livia.de/das-beste-in-uns/
Glaubenssätze | Anregung zum Hinterfragen
Glaubenssätze sind für die Produktivität ein nicht zu unterschätzender Faktor. Ich arbeite mich auch immer wieder an ihnen ab, wenn sie mir bewusst werden und ich sie als negativ einstufe. Das ist übrigens gar nicht so einfach, wie es klingt. Es lohnt sich jedoch. Wenn ich den Blogartikel von Lars Richter lese, der klar aus der Perspektive eines Solopreneurs geschrieben ist, aber auch für Menschen, die sich nicht selbstständig machen wollen, durchaus interessante Anregungen bietet, wird mir das besonders klar. Auf jeden Fall greife ich die Aufregung auf, denn einige der fünf Glaubenssätze kamen mir persönlich sehr verdächtig und bekannt vor. Mit anderen Worten: Ich werde die Gelegenheit zur Selbstreflexion nutzen und einigen Glaubenssätzen nachspüren sowie sie auf den Prüfstand stellen.
https://scamper.blog/glaubenssaetze/
Falls ich jemanden neugierig gemacht habe, was den Unterschied zwischen Solopreneur und Freelancer sein soll, gibt es noch einen kleinen Bonus-Link zu einem Blogartikel von Lars Richter obendrauf:
https://scamper.blog/solopreneur-vs-freelancer/
Pessimmistischer Optimismus | Nützlicher Pessimismus vs. gefährlicher Pessimismus
Durch die Beschäftigung mit den Stoikern der Antike habe ich den Begriff des pessimistischen Optimismus kennengelernt. Das bedeutet, mit dem schlimmstmöglichen Szenario zu planen und zu hoffen, dass es nie eintreten wird, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein und die passenden Optionen parat zu haben. Diese Einordnung gefällt mir. Grenzenloser Optimismus, der alles schönredet, führt nicht dazu, dass wir Probleme und Hindernisse beseitigen, sondern verdrängen sie lediglich. Eine grundpessimistische Denkweise lähmt uns hingegen, weil wir davon ausgehen, dass sowieso alles schiefgeht. Das schlimmste Szenario anzunehmen, um sich für alle Eventualitäten zu wappnen, aber davon auszugehen, dass sich Lösungen und Wege finden und es anders kommen wird, ist hingegen ein Weg, der mir zielführend erscheint. So ordne ich den Beitrag von Dan Rockwell ein, der von einer notwendigen Negativität spricht, die es braucht, um gute Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig warnt er vor dem lähmenden Pessimismus. Das Thema passt auch ganz gut zum Thema „Glaubenssätze” von Lars Richter, würde ich sagen.
https://leadershipfreak.blog/2025/10/06/necessary-negativity-dangerous-pessimism/
AGILE
Scrum Events | Welcher ist den der Wichtigste?
Welches Scrum Event ist das Wichtigste für das Gelingen? Früher hätte ich vermutlich die Retro genannt, da ich aber seit von den Lean-Kollegen und Kaizen-Enthusiasten anstecken habe lassen, ist für mich die tägliche Reflexion mit kleinen Verbesserungsschritten als „Miniroutine“ das Ziel, zum einen weil ich merke, dass die „Übung“ Teams zu echten Retro-Meistern macht und zum anderen, weil kleine Dinge sich auch beiläufig beheben lassen und in der Summe richtige Hebel mit großer Wirkung werden können. Daher hat das Daily als Motor für mich persönlich einen besonderen Stellenwert, wäre da nicht am Ende jedes Sprints die Feedbackrunde mit den Arbeitsergebnissen, die nicht minder wichtig ist. Was soll ich sagen, mein Fazit ist, wer exploratives Lernen sinnvoll im Team mit Leben füllen will und dabei – naheliegenderweise auf Scrum setz – sollte die Fragen abwürgen. Alle Events in Scrum haben einen Sinn und sind gleich wichtig. Taucht die Frage auf, dann ist es meist verbunden mit dem Gedanken einen oder mehrere Events wegzulassen. Keine gute Idee, den die Events sind aus guten Gründen Teil des Scrum-Standards (Standard = eine gut bestätigte Hyothese der reproduzierbarer Gelingensbedingungen, die solange Gültigkeit besitzt, bis wir einen bessere gefunden haben). Mit den Worten von Simon Flossmann: alle Scrum-Events sind gleich wichtig.
KI und Agilität: Warum das agile Manifest heute wichtiger ist denn je
Ich stehe der KI skeptisch gegenüber. Nicht, weil ich grundsätzlich gegen KI bin, sondern weil ich der Meinung bin, dass viel zu viele überladene Erwartungen an sie projiziert werden, die ein Werkzeug nicht erfüllen kann. Das kennen wir ja schon aus anderen Bereichen, in denen Methoden als Allheilmittel für alle organisationalen Probleme verkauft und vermarktet wurden. KI ist ein Werkzeug, das wir sinnvoll und reflektiert nutzen können – oder auch „missbräuchlich“ und unreflektiert. Allerdings müssen wir noch lernen, wie wir das Werkzeug sinnvoll einsetzen. Insofern stimme ich Stefan Wolpers zu: „Das Agile Manifest bleibt nicht trotz KI relevant, sondern deshalb.” Auch wenn manche das Gegenteil behaupten. Mehr dazu:
https://www.scrum.org/resources/blog/agile-ai-manifesto
LEADERSHIP UND MANAGEMENT
Mikromanagement | Mikromanagement als Zeichen schlechter Führung
Eigentlich war ich kurz versucht, das Thema von John Knotts unter Lean zu verorten, denn es geht um einen Leitsatz aus eben jenem Kontext: Respekt für Menschen. Am Ende war ich jedoch der Meinung, dass es sich um etwas sehr Grundsätzliches handelt, das nichts mit der „Managementschule” zu tun hat. Natürlich spielt das professionelle Miteinander im TPS eine große Rolle. Das sollte es grundsätzlich tun. Denn das ist Führungsaufgabe. Und ich gebe es offen zu: Mikromanagement ist eine der Dinge, die mich innerhalb kürzester Zeit auf die Palme treiben können. Erwachsene, gut ausgebildete Menschen sollte man auch als solche wahrnehmen und behandeln. Abgesehen davon ist die Wirkung von Mikromanagement extrem negativ für die Produktivität. Leider erlebe ich immer wieder – auch nach vielen Jahren im Berufsleben – „Führungskräfte“, die eine Neigung zum Mikromanagement haben. Bedauerlich, dass es immer noch nicht flächendeckend angekommen ist. Und für alle, die „Lean” und „Agile” auf ihr Hausaufgabenheft schreiben, gilt klar und eindeutig: Mikromanagement ist kein Respekt gegenüber Menschen!
https://blog.gembaacademy.com/2025/10/08/micromanagement-is-not-respect-for-people/
POLITIK UND GESELLSCHAFT
Mehr Arbeiten ist Dummfug | Nicht mehr vom Falschen, sondern weniger vom Richtigen bringt uns ans Ziel
Beim Blogartikel von Martin Gaedt war ich echt am Schwanken, wo ich ihn einordnen soll. Es geht um echte Produktivität, aber auch um „Managementfehler” und zugleich um grundlegende Fragen unserer Gesellschaft. Ich versuche, es für mich kurz einzuordnen: Nahezu täglich höre ich von Spitzenmanagern und Spitzenpolitikern, dass wir mehr arbeiten müssten. Dabei fasse ich mir nur an den Kopf. Die Verdichtung der Arbeitsqualität nimmt beständig zu, und wir sollen mehr arbeiten? Das Problem liegt in der „verschwendeten”, nicht wertschöpfenden „Arbeit”, zu der wir täglich gezwungen werden, weil Prozesse, Abläufe und Regeln – anders als gerne behauptet wird („Bürokratieabbau”) – weiter aufgebläht werden. Es wird weniger reflektiert und die Qualität von Entscheidungen, Dienstleistungen und Produkten verschlechtert sich unter dem vermeintlichen Diktat der kurzfristigen Effizienzsteigerung, die die Effektivität komplett ausblendet. Ich habe keine Ahnung, wie viele Stunden Zugverspätungen, wie viele Stunden Telefonate und wie viele Stunden Wartezeiten in Hotlines ich sinnlos verbracht habe, weil die eigentlichen Probleme nie gelöst, sondern nur reaktiv Symptombehandlung betrieben wird. Das Ganze führt dazu, dass am Ende noch mehr sinnlose Arbeit entsteht, ausufert, die Zeit für die wirklich zielführenden Dinge frisst und am Ende krank macht. Mehr Arbeitsstunden lösen das Problem nicht. Nein, sie werden die Probleme verschärfen, weil die eigentlichen Probleme nicht gelöst werden und bei gleichzeitiger Verdichtung der Arbeit der Verschleiß derer, die die Arbeit machen, enorm wächst. Etwas, das wir uns überhaupt nicht leisten können.
https://martingaedt.de/nennt-uns-nicht-faul-macht-euren-verdammten-job/
Hey Tom! Vielen lieben Dank, dass Du mich in Deinen Links der Woche erwähnt hast. (Und das gleich 2x 🙂 ) Ich freue mich, dass ich Dich ein wenig inspirieren konnte, Deine Glaubenssätze zu hinterfragen. Aber jetzt bin ich neugierig: Welcher der 5 ist es denn, den Du bei Dir entdeckt hast?
Liebe Grüße aus Münster!
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