#LINKSDERWOCHE | 51/2020: Produktivität, Agile, Management und Leadership

PRODUKTIVITÄT

Jedes Problem hat mindestens zwei Seiten: Blickwinkel wechseln, Möglichkeiten nutzen

Es ist ein alte „Weisheit“, dass in jedem „Problem“ auch die Lösung zu finden ist. Oder anders ausgedrückt, was wir als Problem ansehen, kann für jemand anderen eine Lösung sein. Es ist eine Frage der Perspektive. Ein schönes Beispiel, welches Dan Rockwell aufgreift, ist das ewige „Geschimpfe“ über die berüchtigte Bürokratie. Denkt sie Euch einmal vollständig weg, was haben wir dann? Genau. Plötzlich macht sie doch Sinn. Sie vollständig zu verteufeln macht also keinen Sinn. Es gibt eben kein schwarz-weiß. Daher ist Vorsicht geboten, sich nicht zu sehr auf das vermeintliche Problem zu fixieren, sondern auf die Spielräume, die bleiben und diese zu nutzen und zu versuchen, Verbesserung zu erzielen. Rockwell bezieht sich auf die Führung. Ich persönlich würde diese Erkenntnis auf jeden Einzelnen, auf uns selbst, unahbängig in welcher Rolle wir unterwegs sind. Statt uns an ferne Utopien zu klammern, sollten wir versuchen hier un jetzt, die Möglichkeiten zu nutzen, die uns zur Verfügung stehen.

https://leadershipfreak.blog/2020/12/14/not-all-problems-are-problems-5-real-problems-for-leaders/

Achtsamkeit sich selbst gegenüber: 8 Praktiken um zur Ruhe zu kommen

Das Jahr endet bald … die ideale Zeit zum Innehalten und um zur Ruhe zu kommen. Wir sollten es viel öfter tun. Unterjährig. Immer wieder. Ich hatte mir es im laufenden Jahr vorgenommen und in Teilen erfolgreich umgesetzt. Trotz COVID oder gerade wegen COVID? Ich bin mir da gerade nicht ganz sicher. Mit zwei Kindergartenkindern ist es allerdings unter erschwerten Bedingungen. Noch dazu unter den Einschränkungen des aktuellen Lockdown „light“. Aber gerade unter den aktuellen erschwerten Bedingungen habe ich gemerkt, wie wichtig diese „Pausen“ sind. Hilfreich waren dabei einige der von Leo Babauta im folgenden Artikel genannten Praktiken. Ausprobieren und machen. Übrigens in kleinen Schritten. Dann gelingt es auch unter stressigen Bedingungen.

https://zenhabits.net/8practices/

AGILE

Product Backlog Einträge: Nur User Storys?

Auch wenn sich die User Story große Beliebtheit erfreut und ich sie selbst gerne benutze, um Product Backlog Einträge zu formulieren, so steht nirgendwo geschrieben, dass es das einzige Hilfsmittel für die Formulierung von Anforderung sein darf. Ganz im Gegenteil. Im Scrum Guide zum Beispiel tauchen sie noch nicht einmal auf. Und das hat einen sehr, sehr guten Grund: Nicht immer ist die User Story die richtige Wahl. Leider geht der Podcast der Produktwerker nicht in die Tiefe. Schade eigentlich. Aber immerhin räumen sie mit dem Mythos auf die User Story wäre das einzige legitime zulässige Mittel zur Formulierung von Product Backlog Einträgen sei. Schade, finde ich auch, dass hier der Fokus auf ein rein technisches Umfeld gelegt worden ist. Für alle Nicht-Techies, die Scrum nutzen, wird daher eine gewisse Transferleistung benötigt.

https://produktwerker.de/product-backlog-eintraege/

Erfolgreiche Teams: Was sind die Schlüsselfaktoren?

Wer die 5 Dysfunctions of a Team von Patrick Lencioni noch nicht kennt – unbedingt lesen! Sehr lohnenswert. Wenn Ihr noch einen Appetitanreger braucht, dann hört Euch den Podcast mit Franziska Gütle und Christian Bäumer an, den die beiden Diskutieren sehr nah an den Erkenntnissen Lecnioni.

https://leanbase.de/publishing/leanmagazin/welche-faktoren-machen-wirklich-erfolgreiche-teams

Liberating Structurs: Mit Wise Crowds die Weisheit der Gruppe nutzen

Das Schwarmintelligenz manchmal (nicht immer: es gibt – wie wir Dank Gunther Dueck wissen – auch das Gegenteil) die besseren Ergebnisse erzielt, hat sich glücklicherweise fast flächendecken herumgesprochen. Die Weisheit der Vielen nutzen ist allerdings nicht ganz einfach. Dafür braucht es schon etwas an methodischem Unterbau und Moderationstechniken, wie z. B. die Wise Crowds aus dem Werkzeugkoffer der Liberating Structures, die Christiaan Verwijs als Möglichkeit der kollegialen Beratung im agilen Kontext vorstellt:

https://medium.com/the-liberators/tap-the-wisdom-of-the-whole-group-in-rapid-cycles-with-wise-crowds-18e56f455680

Minimum Viable Product: Ein Begriff mit vielen Deutungen

Dieser Tage bin ich auf ein Blogpost von Felix Stein gestoßen, der den verschiedenen „Interpretationen“ eines Minimum Viable Products nachgeht. Darunter – wie er auch feststellt – einige irreführende Interpretation und Definitionen, die eher kontraproduktiv sind, wie z. B. der Meilenstein-MVP. Persönlich gefällt mir diese Zusammenstellung, weil sie klar macht, dass ein Begriff, den wir selbstverständlich nutzen, durch aus unterschiedlich aufgefasst werden kann und wir – nur weil wir den gleichen Begriff nutzen – nicht davon ausgehen können, tatsächlich dasselbe zu meinen. Es lohnt also sich die Zeit für eine Begriffsklärung zu nehmen, auch wenn man vermeintlich glaubt, vom Selben zu sprechen.

https://www.lean-agility.de/2020/12/minimum-viable-products-mvps.html

LEADERSHIP UND MANAGEMENT

Priorisierung: Ein offener Brief an Führungskräfte

Mehr als einmal hat es mir schon in den Fingern gejuckt, einen Blogartikel über das Thema Priorisierung in Bezug auf Führung zu veröffentlichen. Und mehr als einmal habe ich der letzten Zeit Führungskräften Jim Bensons Buch Why Limit WiP besonders nahe gelegt. Das berühmte Gießkannen-Prinzip, dass ich immer wieder auch bei Führungskräften beobachte, führt dazu, dass immer wieder Teams und Teammitglieder ins Straucheln geraten. Sie werden operative überfordert, weil auf strategische Ebene keine Priorisierung erfolgt. Diese ist aber eben Aufgabe der Führung. Ja, richtig gehört, liebe Führungskräfte, es ist Euer Job. Den strategischen Fokus habt Ihr. Nicht Eure Mitarbeiter. Und nein, wenn es an der strategischen Priorisierung fehlt, sind es nicht die Mitarbeiter, die es nicht können. Sie können nämlich sehr wohl priorisieren. Auf der operativen Ebene, in der sie sich auskennen und über entsprechende Informationen und Entscheidungsgewalt verfügen. Da sie aber selten strategisch tätig sind und dafür wegen ihres Fokus auf das operative Geschäft auch selten die Zeit haben und häufig nicht über die erforderlichen „Entscheidungsbefugnisse“ verfügen, können sie die strategische Fokussierung der Organisation nicht vornehmen. Das ist auch nicht nötig, den hier ist die Führung verantwortlich. Und verantwortlich bedeutet nicht, dass Ihr – liebe Führungskräfte im stillen Kämmerlein vor Euch hin sinniert – sondern transparent vorgeht. Ähnlich sieht es Jan Fischbach, der sich in seinem Beitrag allerdings auf Scrum-Teams bezieht. Seine Empfehlungen sehe ich allerdings auch jenseits des Scrum-Kontexts für sinnvoll an:

https://www.teamworkblog.de/2020/12/priorisieren-sie-ein-offener-brief.html

Ambidextrie oder Beidhändigkeit: Agilität und Struktur – es braucht beides

Obwohl ich überzeugter Agilist bin (keinesfalls Agileologe!) schätze ich in vielen Bereichen die Stabiltät der „klassischen“ Welt ebenso. Für manche mag dies seltsam klingen, aber schaut man sich das Agile Manifesto genau an, steht dort nirgendwo, dass eben jene „Stabilität“ keine Daseinsberechtigung hat. Ganz im Gegenteil. Und schaut man sich erfolgreiche Organisationen an, die tatsächlich über einen längeren Zeitraum „überleben“, so sind diese durch einen hohen Grad an Beidhängigkeit gekennzeichnet. Sie beherrschen Agilität und Stabilität – je nach dem, was gerade zielführend und effizienter ist. Das Stichwort lautet Ambidextrie. Silvester Schmidt hat dazu einen sehr ausführlichen Artikel verfasst, der für den einen oder anderen von Euch sicherlich hilfreich für eine erste Erkundung des Themas taugt:

https://www.schwarmorganisation.de/2020/12/15/ambidextrie-die-rettung-fuer-unternehmen-in-dynamischen-maerkten/

Managementsprech demontiert: Ein Vortrag über „Ins Boot holen“

Reflektiert Ihr regelmäßig über Euren Sprachgebrauch? Gehört Ihr auch in die Kategorie von Menschen, die in manchen Terminen nur noch den Kopf über Managementsprech schütteln? Kleiner Tipp von mir: Gewöhnt Euch das laute Denken ab oder – wenn Ihr Remote dabei seid – schaltet das Mikro und achtet drauf, nicht allzu sehr durch Gestik und Mimik aufzufallen. Ansonsten schaut Euch unbedingt das Video von Joachim Schlosser an. Er demontiert dort die weit verbereitete Phrase, „jemanden abholen“ zu müssen. Klingt nicht dramatisch? Ja, dachte ich auch mal. Bis ich irgendwann drüber nachgedacht habe, warum mancher Orts viel zu häufig davon gesprochen wird, dass man noch jemand ins Boot holen und abholen müsste. Zuviel Phrasendrescherei ist ein ziemliches Indiz dafür, dass etwas Grundlegendes nicht stimmt.

https://www.schlosser.info/vortrag-management-sprech/

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