#GEDANKENBLITZ | Nicht überall wo agil drauf steht, ist agil drin

Es ist unglaublich, wo mittlerweile überall agil drauf steht. Aber noch unglaublicher ist, wie wenig agil sich oft darunter verbirgt. Und das lässt mich fast sprachlos zurück. Da wird eine gute Idee verbrannt, verheizt und missbraucht um alles möglich zu verkaufen. Da ist „Wir sind jetzt agil – wir machen Scrum“ (ich meine hier die Reduzierung auf die Methode) schon fast die harmloseste Variante. Mag sein, dass es gerade hipp ist alles „agil“ zu sein. Aber wenn wir alles, aber auch alles undifferenziert mit dem Attribut agil bezeichnen, ohne dass wir ansatzweise verstanden haben, was Agilität wirklich ist, machen wir eine gute Idee zunichte.

Nein, agil ist nicht wirlich hipp und trendy. Zumindest, wenn wir sie richtig interpretieren. Es ist eine Haltung, die anstrebt uns zu befähigen mit Unsicherheit und Komplexität umzugehen. Die Ideen dahinter sind nicht neu. Ganz im Gegenteil. Das agile Manifest ist eine Erinnerung, eine Rückbesinnung auf das Elementare. Eine Refokussierung unseres Bewusstseins auf das wesentliche Rüstzeug in komplexen Situationen. Es geht um Prinzipien, Werte, empirische Herangehensweise und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sinn und Effizienz.

Wer undifferenziert agil für alles verwendet, der macht zu Nichte, was ursprünglich die Idee des agilen Manifests ist und sollte sich nicht wundern, wenn die bloße methodische Anwendung nicht zu Ziel führt.

Ich bin überzeugter Freund der agilen Idee. Aber ich würde den Teufel tun, alles infrage zu stellen. Das hatte keiner der Autoren des agilen Manifests im Sinne und ich kann nur jedem empfehlen, sich zuerst das agile Manifest zu lesen, bevor er sich auf vermeintliche „agile Methoden“ stürzt. Dort steht nirgendwo geschrieben, dass Prozesse, Werkzeuge, Verträge und Pläne nichts taugen. Dort steht klar und eindeutig, dass die soziale Dimension eine höhere Bedeutung hat, aber trotz alledem das Bestehende seine Daseinsberechtigung hat. Es geht dabei darum der „Erstarrung“ des Systems vorzubeugen, kontextabhängig und situativ das Richtige mit den richtigen Werkzeugen zu tun.

Wann immer Ihr das Wort „agil“ hört, haltet die 12 Prinzipien des agilen Manifests daneben und stellt Euch die Frage, passt das? Wenn nein, dann ist es nicht agil. Ist es schlimm, wenn es nicht agil ist? Nein, solange es Mehrwert schafft, zielführend ist. Ist es schlimm etwas agil zu nennen, dass nicht agil ist? Ja, weil damit die Idee der Agilität verwässert, geschädigt wird.

2 Kommentare zu „#GEDANKENBLITZ | Nicht überall wo agil drauf steht, ist agil drin

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