Good Night, NSA: Es wird ein neuer Murrow kommen

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Prävention

Selbst ein enger Berater von US-Präsident Obama, der Snowden idiotischer Weise immer noch als Geheimnisverräter tituliert, wähnt sein Heimatland auf dem Weg in den Überwachungs- und Polizeistaat.

Ohne Snowden wäre die Debatte über den NSA-Verdachtstotalitarismus allerdings gar nicht zustande gekommen und der Berater hätte seine Bedenken über die Sicherheitspolitik seines Landes nicht zum Ausdruck bringen können. Aber das muss dieser Mann mit sich selbst ausmachen.

In meiner Reaktion auf den Essay von Sascha Lobo brachte ich noch einmal die unrühmliche Ära von Senator Joseph McCarthy ins Spiel, der in dem 1938 gegründeten Parlamentsausschuss zur Untersuchung sowjetischer Infiltration (House on Un-American Activities Committee – HUAC) mit der Übernahme des Vorsitzes ab 1950 die Treibjagd auf vermeintliche Kommunisten eröffnete. Man kann das mit der Zeit nach 2001 gut vergleichen. An die Stelle von Kommunisten setzt man jetzt „Terroristen“.

Auch auf die McCarthy-Ära reagierte die Öffentlichkeit mit Verzweiflung, ängstlicher Zurückhaltung, Schweigen oder…

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Wie NSA-Denunzianten-Systeme die Freiheit des Internets gefährden

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Sascha Lobo hat in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung seiner digitalen Kränkung Ausdruck verliehen. Er glaubte, das Internet sei das perfekte Medium der Demokratie, der Emanzipation, der Selbstbefreiung. Die Aufdeckung des NSA-Spähskandals und der Kontrollwahn der Konzerne hätten alles geändert. „Das Internet ist kapputt“, so der semantische Warnschuss von Sascha.

Seinen Kassandra-Ruf verstehe ich als Wachmacher. Die Kultur der Beteiligung, die Möglichkeiten für liquide Demokratie, der Abbau von Hierarchien und die Entfaltungsmöglichkeiten, die man als Ich-Verleger im Social Web genießt, sind eben kein Selbstläufer. Die positiven Versprechungen waren und sind immer nur Möglichkeiten. In Anlehnung an Sigmund Freud schreibt Sascha von der vierten Kränkung der Menschheit:

„Die erste entsprach Kopernikus‘ Entdeckung, dass der Mensch nicht wie angenommen Mittelpunkt des Weltalls war. Die zweite war Darwins Evolutionstheorie, die zeigte, dass der Mensch ganz schnöde vom Tier abstammt. In einem ebenso klugen wie jahrhunderteitlen Move erkannte Freud in seinen eigenen Thesen die dritte…

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Heldenhafte Blogparade abgeschlossen. Prädikat: wow – sehr lesenswert!

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Neue Helden braucht das Land?  war Frage und  Thema einer von mir am 26.12.2013 initierten Blogparade. Inspiriert durch einen Kommentar zu einem meiner Beiträge hier im Blog begann ich über den Begriff „Heldentum“ nachzudenken. Und es tauchten bei mir Fragen auf, die ich mir nicht so recht beantworten konnte: „Was macht einen Helden zum Helden?“,“Darf man sich selbst zur Heldin erklären?“,  Wer bestimmt, wann man offiziell ein Held ist?“, „Ist „Held” etwas definierbares? Oder gibt es so viele Helden, wie es Bilder von „Heldentum“ gibt?“, “ Kann man seinen Heldenstatus wieder verlieren?“….Und überhaupt: „Brauchen wir überhaupt Helden? Wenn ja – wofür? Und: Eignet sich ein jede/r zum Held oder zur Heldin?“.

Dass diese Fragen nicht nur mich, sondern auch andere bloggende Menschen interessieren, hat die Resonanz auf meinen „Schreibaufruf“ gezeigt: Trotz Nach-Weihnachtsrummel und Jahreswechsel und allgemeiner Urlaubsstimmung sind sieben sehr unterschiedliche Beiträge aus verschiedenen Teilen der Republik zusammen…

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Von der Glaubwürdigkeit im Social Web: Postillion und Pofalla

Avatar von Christian SpließNur mein Standpunkt

Unter SIO-Gesichtspunkten ist das, was der Postillion in Sachen Pofalla gemacht hat durchaus interessant. Der Fall dass eine Agenturmeldung von einer Satireseite um einen Tag zurückdatiert wird, so dass es für den Unbedarften aussieht als hätten alle Medien eine Falschmeldung abgeschrieben, verdeutlicht wie sehr wir im normalen Alltag das Social Web mit Twitter, Facebook und Co in der Regel nutzen. Und es offenbart wir leicht REMOTE-Mechanismen im Hintergrund uns steuern können ohne dass wir das auch nur bemerken – was in Bezug auf die Geheimdienste das Internet noch um einen Faktor der Schwarzgründigkeit erweitert.

Vielleicht war es bisher noch nicht jedem klar, aber das System Zeitung beruht auch größtenteils darauf dass das, was Agenturen melden in erster Linie verlässlich und wahr ist. Schließlich können die Regionalzeitungen für ihren Welt-Nachrichten-Teil nicht immer einen eigenen Mann vor Ort haben, der exklusiv für die Zeitung selbst schreibt. Und Korrespondetennetze werden auch in Zeiten…

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Von der Glaubwürdigkeit im Social Web: Postillion und Pofalla

Avatar von Christian SpließNur mein Standpunkt

Unter SIO-Gesichtspunkten ist das, was der Postillion in Sachen Pofalla gemacht hat durchaus interessant. Der Fall dass eine Agenturmeldung von einer Satireseite um einen Tag zurückdatiert wird, so dass es für den Unbedarften aussieht als hätten alle Medien eine Falschmeldung abgeschrieben, verdeutlicht wie sehr wir im normalen Alltag das Social Web mit Twitter, Facebook und Co in der Regel nutzen. Und es offenbart wir leicht REMOTE-Mechanismen im Hintergrund uns steuern können ohne dass wir das auch nur bemerken – was in Bezug auf die Geheimdienste das Internet noch um einen Faktor der Schwarzgründigkeit erweitert.

Vielleicht war es bisher noch nicht jedem klar, aber das System Zeitung beruht auch größtenteils darauf dass das, was Agenturen melden in erster Linie verlässlich und wahr ist. Schließlich können die Regionalzeitungen für ihren Welt-Nachrichten-Teil nicht immer einen eigenen Mann vor Ort haben, der exklusiv für die Zeitung selbst schreibt. Und Korrespondetennetze werden auch in Zeiten…

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Blogparade: Neue Helden braucht das Land….?

Sehr gute Idee von Thomas Mampel

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Inspiriert durch einen Kommentar von Oliver Schmidt zu einem Artikel auf meinem Blog, setze ich mich gerade mit dem Begriff „Heldentum“ auseinander. Oliver Schmidt weist auf zwei Gedichte hin (die Links zu den Gedichten findet Ihr hier….), in denen das Bild der  „sozialen Helden“ beschrieben wird, die die  „preußisch geprägten Helden“ ablösten. Diese zogen  bis dahin vor allem als „Soldat und Feldherren“ fürs Vaterland in den Krieg. Die „neuen Helden“ hingegen  praktizierten damals das, was wir heute als „Zivilcourage“ bezeichnen würden.

Und er stellt die Frage: „Was sind die Helden von heute?“
Eine interessante Frage..

Ich selbst habe so meine Probleme mit dem Begriff „Heldentum“. In meiner Antwort zum  Kommentar von  Oliver Schmidt habe ich erwidert:  „Zu sehr assoziiere ich damit noch den Heldenbegriff meiner Schulzeit: Das waren tapfere Männer (seltener Frauen…?), die für irgendeine große Sache – und zu oft auch nur für irgendeinen Krieg –…

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Denunziantentum statt Schutz der Privatsphäre: Prangermethoden in Abensberg

#Lesempfehlung

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Als Verteidiger von Jägerzäunen und Hausfassaden haben sich kommunale Vertreter noch so richtig ins Zeug gelegt und sich beim Street View-Projekt von Google vor Eingriffen in die Privatsphäre gewarnt. So auch Dr. Uwe Brandl, Bürgermeister der Stadt Abensberg, der gar eine Fundgrube für Leute vermutete, die Einbrüche planen wollen.

Der bayerische Städte- und Gemeindetag, dessen Präsident der CSU-Politiker ist, habe bereits auf derartige Bedenken hingewiesen, erklärt er nach einem Bericht des Donaukuriers. Wenn es um Knöllchenjagd und Verkehrsdelikte geht, schmeißen die Vertreter des starken Staates schnell ihre Datenschutz-Bedenken über Bord:

„Die Stadt Abensberg in Niederbayern veröffentlicht Blitzer-Fotos auf Facebook – offiziell zur Abschreckung“, berichtet die SZ.

In Bayern scheint das kein Einzelfall zu sein.

„Der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit im bayerischen Oberland veröffentlicht schon seit 2008 den ‚Verstoß des Monats‘ auf ihrer Internetseite – offenbar von der Bevölkerung kaum wahrgenommen. Abensberg hat sich inspirieren lassen und will nun alle vier…

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