#GEDANKENBLITZ | Es gibt sie nicht, die Wundermethode

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Ich habe schon unzählige Ratgeber gelesen, die überwiegend mit dem Versprechen daherkommen, die alleinige, glückselig machende Methode zu präsentieren, die alle Probleme löst. Aus Sicht des Marketings ist dieses Versprechen nachvollziehbar, aber kaum zu erfüllen. Es gibt sie nicht, die eine Wundermethode für alle Lebenssituationen und jeden Kontext. Jeder, der sein Handwerk versteht, wird bestätigen, dass es das eine Wunderwerkzeug für alle Aufgaben nicht gibt. Zumindest nicht ohne deutliche Abstriche. Es hat seinen Grund, weshalb gute Handwerker einen gut bestückten Werkzeugkoffer mit verschiedenen bewährten Werkzeugen mit sich herumtragen. Und so ist es auch jenseits des Handwerks, beispielsweise im Zeitmanagement, Projektmanagement oder Prozessmanagement. Für jedes „Werkzeug”, jede Methode, jedes Rahmenwerk gibt es einen geeigneten Kontext, für den eben jene Hilfsmittel bestens geeignet sind. Es liegt jedoch in der Natur einer komplexen Welt, dass es nicht nur den einen Kontext gibt, sondern dass wir eine Vielzahl von Varianten erleben. Daher ist ein gut bestückter Werkzeugkoffer mit bewährten Methoden für unterschiedliche Aufgaben und Kontexte ebenso wichtig wie das Wissen und Können, eben diese effektiv und effizient zu verwenden.

Wie bei einem guten Handwerker muss man lernen, seine Werkzeuge zu beherrschen und den Kontext, in dem man sie anwendet, richtig einzuschätzen. Nur so kann man das richtige Werkzeug für die richtige Aufgabe wählen und zielgerichtet einsetzen. Das ist Erfahrungswissen und unterscheidet den „Kenner” vom „Könner”. In der Theorie zu wissen, was wie funktioniert, ist der Anfang. Am Ende situativ dieses Wissen in den Kontext der komplexen Welt zu übersetzen, ist Können. Insofern hilft auch hier die Methode allein bei weitem nicht weiter. Ein Werkzeug, das auf die wesentlichen Gelingensbedingungen reduziert ist, erleichtert seinen Einsatz. Und doch ersetzt es nicht den Könner, der es anwendet. Das Gleiche gilt für Methoden und Rahmenwerke.

Dem Irrglauben, dass allein die Verfügbarkeit bereits ausreicht, sind wir schon einmal aufgesessen, als wir dachten, das Internet mache das gesamte Wissen der Welt verfügbar. Überall und jederzeit. Wer braucht da noch „Fachleute”? Dann kam die Ernüchterung. Theoretisches Wissen allein reicht nicht aus, den die Welt ist nicht schwarz-weiß und einfach. Ein Framework oder eine Methode zu kennen, ist erst der erste Schritt. Wer nur eine Methode kennt, wird nicht in jeder Situation zu guten Lösungen kommen. Wieder sind wir an dem Punkt, der den Kenner vom Könner unterscheidet. Der Könner kennt seine Grenzen und hat nicht nur ein Werkzeug im Koffer. Denn er oder sie weiß, dass es die Wundermethode nicht gibt.

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