
PRODUKTIVITÄT
Kreativität | Kreatitvität ist ein strutkurierter Prozess, der einen Rahmen braucht
Kreativität entsteht nicht einfach so. Sie entsteht durch das bewusste Erkennen einer Herausforderung. Nicht einfach ohne Rahmenbedingungen und Eingrenzung, wie JD Meier es im Folgenden beschreibt. Diese Erfahrung habe ich bei der Eigenbeobachtung immer wieder gemacht, und die Gründe hierfür sind recht simpel. Es braucht ein paar „Leitplanken”, damit wir überhaupt kreativ werden können, denn sonst verlieren wir uns im kreativen Prozess. Was für viele seltsam klingt, ist ganz normal. Und das lässt sich sogar bewusst nutzbar machen, wie im Artikel beschrieben. Kreativität ist ein strukturierter Prozess. Auch wenn wir das nicht immer bewusst wahrnehmen. Ich sitze oft an einem Problem, betrachte die Rahmenbedingungen, analysiere die Ursachen und wälze Möglichkeiten – nicht immer kommt der Geistesblitz sofort über mich. Es kann dauern. In dieser Zeit wälze ich bewusst und unbewusst Ursachen, Rahmenbedingungen und Wirkfaktoren hin und her. Ich schaue aus verschiedenen Blickwinkeln auf das Problem. Und dann, ganz langsam, reift im kreativen Prozess eine Lösung.
https://gettingresults.com/creativity-and-constraints/
Stress und Druck | Verhaltensweisen unter Druck erkennen und sich vorbereiten
Dan Rockwell befasst sich in diesem Beitrag mit dem Thema Stress im Sinne von Druck. Er unterscheidet dabei drei Zonen: die interpersonelle (zwischenmenschliche), die operative (Handlung) und die innere (persönliche Wahrnehmung). Für jede dieser „Zonen” nennt er nachvollziehbare Verhaltensweisen, die auftreten können, wenn wir unter Druck geraten. Zumindest ich habe einiges wiedererkannt. Seine Lösung lautet, durch Reflexion aus der Situation „auszubrechen“. Dazu gehört auch, zu erkennen, in welchem Bereich wir uns befinden und weshalb wir auf Druck genauso reagieren. Wenn wir das Muster kennen und den Auslöser verstehen, können wir uns darauf vorbereiten und Gegenmaßnahmen ergreifen.
https://leadershipfreak.blog/2026/01/12/prepare-for-your-breakthrough/
Ziele | Von „ich will“ zu „ich bin …
Ivan Blatter schlägt eine interessante Brücke zwischen „Zielen” (Ich will …) und „Identität” (Ich bin …), die bei mir einen Knoten gelöst hat. Es geht dabei um die intrinsische Motivation bei der Umsetzung dessen, was wir uns vorgenommen haben. Wenn wir das Ziel zu einem Teil von dem machen, was wir sein wollen, fällt es uns leichter. Dazu gibt er noch ein paar weitere Tipps, wie wir mehr Klarheit darüber erreichen können, was wir weshalb erreichen wollen, beispielsweise Not-to-do-Listen und Rückwärtsdenken. So haben wir Klarheit darüber, was wir wirklich wollen, und können leichter den Fokus halten.
https://share.transistor.fm/s/d322add7
LEAN
KI und Lean | Technisch möglich bedeutet nicht zwangsläufig Nutzen
Die Quintessenz des Blogartikels von Götz Müller lässt sich auf wenige Sätze zusammenfassen: Nur weil etwas technisch möglich ist, bedeutet das noch lange nicht, dass es einen Mehrwert schafft. Damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Die Euphorie rund um das Thema KI führt dazu, dass das technisch Mögliche in den Fokus gerückt wird, ohne dass die Frage aufgeworfen wird, ob es auch einen Nutzen stiftet. Ein Datenfriedhof erzeugt keine Informationen, sondern nur Daten. Damit aus Daten Informationen werden, muss ich wissen, welche Daten ich für welchen Zweck benötige. KI-Unterstützung kann sinnvoll sein, aber dazu muss ich erst einmal klären, wofür und mit welchem Ziel ich sie nutzen möchte und ob sie hier wirklich sinnvoll ist. Leider muss aktuell gefühlt überall KI drin sein, auch wenn sie keinen Mehrwert erzeugt.
https://www.geemco.de/artikel/lean-vs-ki/
AGILE
Scrum Master | Vom Scrum Master zum Produktcoach
Ehrlich gesagt bin ich dieses Mal etwas zwiegespalten, was Simons Flossmanns Beitrag betrifft. Er fokussiert sich hier zu sehr auf die Produktentwicklung. Natürlich ist Scrum ein Entwicklungsrahmenwerk. Dennoch finde ich es schade, dass der Fokus so stark auf der Produktentwicklung liegt. Dadurch wird das Potenzial etwas eingeschränkt. Sehr gut finde ich allerdings, dass er klar benennt, dass Facilitation mehr ist als nur die Moderation von Meetings. Und ich finde es richtig, dass er klar benennt, dass Scrum Master an der Professionalisierung ihrer Rolle arbeiten müssen. Diese war schon immer anspruchsvoller, als man ihr oft zugestanden hat. Das ändert sich zum Glück für erfahrene Kolleg:innen, bedeutet aber auch Herausforderungen für Rolleninhaber:innen, die sich nicht darauf ausruhen können, ein bisschen Teammoderation zu machen. Das wäre mir auch viel zu langweilig.
Transformation | Nachhaltige Veränderung ist Wurzelarbeit
Sehr gut getroffen ist der Artikel von Ruedi Gysi zur „Wurzelarbeit“. Es ist, dass spricht sich zum Glück langsam herum, nicht damit getan einfach ein Framework zu implementieren und schon wird sich alles ändern. Nein, man muss schon etwas mehr tun. Die Art der Zusammenareit ändert sich nicht einfach so. Gewohnheiten sind lange eingeübt. Das kennen wir von uns selbst. Und so ist es auch in Organisationen. Wir konzentrieren uns oft auf das vermeintlich offensichtliche, übersehen dabei aber vieles, was auf uns einwirkt. Wie oft muss habe ich mir schon angehört, dass es einfach zu viele Meetings gibt und ob man deshalb nicht auf Dailys verzichten könnte. Fast jedes Mal, wenn ich hinterfragt habe, stellt sich heraus, dass immer noch ein Vielzahl von Austauschrunden existiert, die parallel zu den neu geschaffenen Strukturen fortbestehen. Das gilt es zu Hinterfragen. Wenn es klemmt, bringen methodische Vorträge nicht weiter – aktiv Engpässe auflösen bringt oft mehr. Mit anderen Worten Vorleben und Erlebbar machen, in dem man sich auf die Interaktion statt auf die Formalia ausrichtet. Organisationsstrukturen verändern ist keine einfache Anlegenheit. Sie ist komplex. Und es braucht viel Geduld.
https://agilereflection.org/die-strategie-der-wurzelarbeit-warum-interaktion-vor-struktur-kommt/
Product Owner | Wie die KI die Rolle des POs stärken könnte
Der Trend 2026? Das dürfte wenig überraschen: KI. Egal, wie man zu ihr steht – das Thema wird uns weiterhin beschäftigen. Es birgt Chancen, aber auch Risiken. Den euphorischen Hype vieler teile ich nicht ganz. Ich bin aber auch kein Skeptiker. Irgendwo dazwischen. Ich sehe Chancen und Risiken. Auf jeden Fall wird es die Zusammenarbeit in Teams verändern. Für Product Owner:innen, Scrum Master:innen und Entwickler:innen wird es auf jeden Fall spannend. Ich wage keine Prognose. Was ich allerdings denke, ist, dass wir mit den Möglichkeiten der Datenanalyse neue Chancen eröffnen können. Das ist gerade für POs ein Thema. Die Produktwerker sehen das Ganze recht positiv und erwarten, dass die Produktverantwortung der POs gestärkt wird. Tatsächlich sehe ich hier auch eine Chance für KI, vorausgesetzt, wir haben vorher ausreichend „Hirnschmalz” investiert. Das Thema Daten ist allerdings nicht neu und bei aller Euphorie gibt es bereits genug Datenfriedhöfe. Mal sehen, ob sich diese Einschätzung bewahrheitet.
https://produktwerker.de/trends-fuer-pos-in-2026/
Definition of Done | Bessere KI Dank KI?
Und da wir gerade bei KI sind: Mehdi Hoseini schlägt vor, KI zu nutzen, um die Definition of Done auf ein höheres Niveau zu heben. Voraussetzung ist allerdings, dass die Daten auch gut gepflegt sind. Wenn nicht – wir wissen ja, KIs neigen dazu, zu fantasieren. Mit anderen Worten: Bitte nicht unreflektiert verwenden, sondern als Unterstützung, die man kritisch hinterfragt. Dann wird auch ein Schuh daraus. Hoffe ich. Ich bin ehrlich: Bei meinen Gehversuchen mit KIs habe ich beides gesehen. Schrott und richtig gute Ergebnisse. Auf jeden Fall habe ich gelernt, Ergebnisse von KIs gründlich zu prüfen. Außerdem möchte ich nicht alles in eine KI füttern, zumindest nicht, wenn sie nicht lokal in einem abgesicherten Raum läuft.
https://www.scrum.org/resources/blog/how-create-definition-done-dod-ai
Product Discovery mit KI | KI in der Product Disovery und zur Formulierung von User Stories nutzen
Mike Cohen hat noch weitere Anregungen parat. Unter anderem schlägt er vor, die KI für die Ideenfindung einzusetzen. Ein Beispiel hierfür ist die Entwicklung einer Persona sowie die Formulierung von User Stories. Dabei betont er, dass die KI nur zur Ideenfindung dient und die eigentliche Arbeit mit echten Nutzern nicht ersetzt. Er trifft es auch ganz gut, wenn er am Ende seines Artikels hervorhebt, dass die KI bei der Vorbereitung unterstützen kann, die eigentliche Arbeit aber nicht ersetzt. Sie hilft, Ideen zu entwickeln. Sie ersetzt die Stakeholder nicht durch echte Nutzer. Das finde ich wichtig zu betonen.
https://www.mountaingoatsoftware.com/blog/user-story-ai-prompt-pack
A3-Framework | Eine Entscheidungshilfe für den KI-Einsatz
Und noch einmal KI. Über Stefan Wolpers bin ich auf das A3-Framework aufmerksam geworden. Mit A3 verbinde ich eigentlich eher Lean Management und den A3-Bericht. Bis jetzt. Mit den drei A – Assist, Automate, Avoid – erhält man eine erste Einschätzung, wann und wo KI sinnvoll ist und wann eher nicht. Wie bereits gesagt, teile ich die Euphorie mancher KI-Fans nicht. Ich sehe KI als Werkzeug, nicht als Wunderwaffe. Daher bin ich der Auffassung, dass der Einsatz reflektiert und sinnvoll sein kann, aber nicht automatisch ist. Hier erscheinen mir die Ideen hinter dem A3-Framework durchaus hilfreich, um eine grobe Entscheidung darüber zu treffen, wo wir KI einsetzen und wo nicht.
https://www.scrum.org/resources/blog/das-a3-rahmenwerk-ein-entscheidungssystem-fur-ki-delegation
Crossfunktionalität | Drei Strategien zur Stärkung der Crossfunktionalität
Crossfunktionalität ist ein Schlagwort, dass immer wieder im Kontext von agilen Teams fällt. Dies Form der Interdisziplinarität soll dabei helfen, Abhängigkeiten aufzulösen. Abhängigkeiten von Expertenengpässen. Klingt gut. Ist auch eine gute Idee. Und sie funktioniert. Nur tatsächlich in Richtung echter Crossfunktionalität in einem Team zu kommen, kann herausfordernd werden. Marc Löffler fasst hier ein paar Ideen zusammen:
Experten-Shadowing-Pflicht, Pull-Prinzip nach Lernbedarf, Definition of Done (DoD) verschärfen. Ich höre schon die Stoßseufzer einiger Personen 😉
Teamvision | Der Kompass mit Wirkung fürs Team
Ein gemeinsames Verständnis und Selbstverständnis ist die Basis, um die Zusammenarbeit im Team auf ein höheres Niveau zu bringen. Das hat Mark Rehberg richtig erkannt. Die Teamvision ist der Kompass und das gemeinsame Werteverständnis im Team. Ein „Nordstern” liefert den Navigationspunkt, an dem sich das Team ausrichten kann. Das ist hilfreich. Schön, wenn dieser „Nordstern” Dinge wie das Streben nach beständiger Verbesserung umfasst (die Nordstern der Verbesserungskata aus dem TPS lässt grüßen 😉). Ein Nordstern ist eine gute Entscheidungshilfe, insbesondere wenn es mal stürmisch wird. Er ist also sehr hilfreich.
https://www.scrum.org/resources/blog/die-team-vision-echte-zusammenarbeit-ist-kein-zufall
LEADERSHIP UND MANAGEMENT
Fallstricke der Führung | Die 3 Klassiker: vorschnelles Eingreifen, unklare Rollenbilder und fehlende Rückkopplung
„Neue Besen kehren gut“, heißt es im Volksmund. So manche Führungskraft, die neu dazukommt, setzt das auch meist in die Tat um. Meiner Meinung nach geschieht das jedoch oft zu vorschnell. Ich halte es für viel sinnvoller, sich erst einmal Zeit zu nehmen, um zu verstehen, ehe man loslegt. Sonst zerdeppert man zu viel Porzellan. Zwar mit guter Absicht. Aber kaputt ist kaputt und das wieder zu richten, nun ja … Das ist der erste Fallstrick, den der verlinkte Artikel benennt. Auch der zweite Fallstrick, den Stefanie Hamann benennt, ist mir sehr vertraut. Wenn der „Chef” zum besten Kumpel wird, ist es gelegentlich schwierig. Als Führungskraft trägt man mehrere Hüte, die erkennbar sein sollten. Ebenso bei Fallstrick Nummer 3 dachte ich mir: Das kommt mir bekannt vor. Vorschnelles Eingreifen, unklare Rollenbilder und fehlende Rückkopplung sind nicht nur für Führungskräfte im klassischen Sinne immer wieder ein Thema, sondern Punkte, die mir auch an anderer Stelle immer wieder auffallen. Führung ist nicht an Führungspositionen geknüpft.
https://t2informatik.de/blog/drei-typische-fallstricke-als-fuehrungskraft/