
PRODUKTIVITITÄT
Nein-Sagen | Ein konstruktives Nein ist besser als ein halblebiges Ja
Die hohe Kunst besteht darin, „Nein” zu sagen. Ein klares „Nein” ist besser als ein halbherziges „Ja”. Ein reflektiertes Nein als Pendant zum bewussten Ja zu Verpflichtungen ist äußerst wertschätzend. Nichts ärgert mich mehr als „Ja” zu sagen und dann „Ghosting”. Wenn ich etwas nicht leisten kann, sage ich klar nein. Dann weiß mein Gegenüber, woran es ist. Damit kann ich leben. Ich kann mich darauf verlassen. Ein „Ja“, das dann darin endet, dass nichts passiert und ich ständig hinterherlaufen muss, baut kein Vertrauen auf und führt nur zu Mikromanagement. Ein respektvolles „Nein” ist für mein Gegenüber wertvoller als ein halbherziges „Ja”, weil ich damit auch Wertschätzung zum Ausdruck bringe. In diesem Sinne passt der Artikel von Dan Rockwell sehr gut zum Thema.
https://leadershipfreak.blog/2025/05/27/speech-therapy-to-say-no/
Demut | Vier einfache Übungen mit Wirkung
In unserer von Marktgeschehen und Sozialmedia überladenen Welt kommt Demut definitiv zu kurz. Demut ist äußerst wertvoll. Sie bewahrt uns vor Fehlern, Irrtümern und schmerzhaften Folgen. Demut erdet uns. Gesunde Demut zu üben und zu praktizieren, ist daher etwas, das ich jedem nahelegen kann. Mit den vier Praktiken der Demut, die Dan Rockwell hier kurz zusammengefasst hat, sind wir gut bedient, wenn wir damit beginnen.
https://leadershipfreak.blog/2025/05/28/4-bold-practices-of-humility/
Unbekümmert | Wann war ich das letzte Mal wirklich unbekümmert?
Das „lange Wochenende“ (ich hatte am Freitag Brückentag) ist vorbei. Von Erholung leider keine Spur. Es gab Kinderbespaßung, Arbeit rund ums Haus und leider auch ein paar Aufreger, die mich ordentlich Energie gekostet haben. Mit anderen Worten: Unbekümmert war ich nicht. Wie komme ich darauf? Ich bin ausgerechnet dieses Wochenende über einen Blogartikel von Anna Koschinski gestolpert, der sich mit dem Begriff „unbekümmert” beschäftigt. Ich frage mich, wann ich mich das letzte Mal unbekümmert gefühlt habe.
https://anna-livia.de/unbekuemmert/
LEAN
Keine japanische Eigenart | Lean funktioniert nicht nur in Japan, weil es keine japanische Eigenart ist
Nein, Lean ist nicht typisch japanisch. Menschen, die sich damit intensiver beschäftigt haben, wissen das. Sie wissen, dass Toyota sich bei der Entwicklung des TPS von Ideen aus ganz anderen Regionen der Welt inspirieren ließ. Allein dies belegt, dass das, was wir unter Lean verstehen, nicht typisch japanisch ist. Monozukuri funktioniert nicht, weil Toyota in Japan sitzt, sondern weil man dort Lernen als Organisationsprozess ernst nimmt und auf Prinzipien aufbaut, die durchaus als universell gelten können. Das gilt überall auf der Welt. Was Toyota erfolgreich gemacht hat, sind Grundsätze, die überall funktionieren. Mark Graban verdeutlicht das sehr gut.
Signal Rot | Das Signal Rot ist nichts Schlechtes
Und noch einmal Mark Graban mit einem auf den ersten Blick ungewöhnlich anmutenden Beitrag. Es geht um die Farbe Rot als Signalfarbe und die „Mythen”, die wir damit verbinden. In vielen Köpfen hat sich festgesetzt, dass die Signalfarbe „Rot” etwas Schlechtes bedeutet. Für mich ist sie in der Regel eine Signalfarbe, die meine Aufmerksamkeit auf etwas Ungewöhnliches lenkt, das ich mir ansehen sollte. Wenn ich ein rotes Signal auf meiner Kanbantafel habe, bedeutet das für mich erst einmal, dass hier etwas meine Aufmerksamkeit erfordert und ich genauer hinsehen sollte. Es ist nichts, wovor ich mich fürchte. Es ist eine Signalfarbe. In diesem Sinne sollten wir die Farbe Rot auch verstehen, wie der Autor ausführt.
AGILE
Risikomanagement | Risikomanagement co-kreativ gedacht
Schon die Stoiker der Antike wussten, dass ein pessimistischer Optimist deutlich leichter durchs Leben geht. Was bedeutet das? Nun, man plant mit dem schlimmstmöglichen Szenario, hofft aber, dass es nie eintreten wird. So erkennt man Risiken schneller, bevor sie überhaupt relevant werden können, und hat bereits eine passende Strategie in der Hinterhand, sollte es doch dazu kommen, ohne dabei überrascht zu werden. Übertragen auf das Thema Risikomanagement ist das gar kein schlechter Ansatz und fördert die Stressresilienz eines Teams. Und das funktioniert auch co-kreativ, wie Heiko Bartlog im Folgenden eindrucksvoll aufzeigt.
https://t2informatik.de/blog/risikomanagement-co-kreativ-gedacht/
Scrum Events | Sicherstellen, dass sie weniger „nerven“
Ich bin ein großer Freund der von Taiichi Ohno beschriebenen Arten nicht-wertschöpfender Arbeit, allerdings nicht im Sinne von Meister Konfus, sondern im Sinne Ohnos: als „Hilfsmittel” zur Identifizierung von unnötiger Arbeit, die keinen Wertbeitrag leistet. Dazu gehören auch unnötige Arbeitsunterbrechungen, von denen es – mit Verlaub – sehr viele gibt. Ein besonderes Ärgernis sind für mich Tage, an denen ich drei oder vier Meetings habe, die nicht gebündelt stattfinden, sondern so über den Tag verteilt sind, dass ich dazwischen Pausen habe, die zu lang sind, um Kleinaufgaben zu erledigen, jedoch zu kurz, um sinnvolle Arbeiten am Stück einzuplanen. Bei rhythmisierten Regelmeetings habe ich den Vorteil, dass ich diese sinnvoll planen kann. Das Ganze kann ich auch auf ein Team übertragen. Ganz so, wie es Simon Flossman in seinem folgenden Beitrag vorschlägt. Dabei ist die Frage „Wozu machen wir etwas, für wen und mit welchem Zweck?” wie so oft hilfreich, denn sie hilft uns zu verstehen, wie wir Dinge so gestalten können, dass sie für diejenigen, für die wir etwas tun, auch sinnvoll erledigt werden können. Eine hervorragende Frage, die ich in vielen anderen Kontexten auch immer wieder stelle.
Visuelle Methoden | Weshalb visuelle Methoden eine Bereicherung sein können
Obwohl ich künstlerisch vollkommen unbegabt bin, nutze ich visuelle Methoden für mein Leben gern. Das verwundert manche. Das liegt vermutlich auch daran, dass viele visuelle Methoden auf tolle Sketchnotes und Ähnliches reduzieren. Warum schätze ich visuelle Methoden? Sie helfen, Klarheit zu erzeugen, und ermöglichen es, bereits früh zu erkennen, wo die möglichen Knackpunkte liegen. Daher bin ich auch so von Obeya angetan und stelle es immer wieder in den Fokus. Olaf Bublitz kann das noch viel besser erklären als ich. Dazu müsst ihr nur den Podcast der Produktwerker aufrufen und reinhören, um zu erfahren, was Olaf zu erzählen hat.
https://produktwerker.de/visuelle-methoden-in-der-produktentwicklung/
Velocity | Richtig genutzt, damit die Sprintplannung besser klappt
Die Velocity ist – ich werde nicht müde, dies zu betonen – keine Management-Metrik. Sie ist eine von vielen Metriken, mit denen ein Team erkennen kann, wie viel es sinnvoll planen kann und wo es zu Blockaden kommt. Alex Brown zeigt einige interessante Ansätze, wie sich die Velocity sinnvoll nutzen lässt, um einem Scrum-Team Vorteile zu verschaffen. Spannend ist, dass er anhand der Velocity Szenarien identifiziert, die bei der Planung helfen. Das ist ein Ansatz, wie er mir gefällt. Noch einmal – nicht nur fürs Protokoll – die Velocity ist keine Metrik außerhalb des Teams. Hier überzeugt man mit Ergebnissen. Sie ist für das Team hilfreich, um seine Planung zu verbessern.
https://www.scrum.org/resources/blog/velocity-its-not-what-you-think-it
Zumutbarkeit | Konstruktive Zumutung als Treiber der Befähigung
Ich mag den Blogartikel von Daniel Dubbel allein schon wegen der Bezeichnung „Rasenmäher-Eltern”. Herrlich! Leider ist das Thema sehr ernst, denn es geht um eine „Fehlentwicklung”, die ich auch zunehmend bemerke. Es geht um Zumutung. Ein Thema, das mich schon einmal in einem anderen Kontext sehr beschäftigt hat. Wir müssen den Menschen mehr zumuten, damit sie echte Verantwortung übernehmen können. Zumuten statt entmündigen. An dieser Stelle wird das gesamte Thema mit all seinen Facetten sehr ausführlich beleuchtet.
https://www.inspectandadapt.de/das-ist-doch-keine-zumutung/
Core Design Prinzipien | Bessere Zusammenarbeit im Team mit Core Design Prinzipien
Elenore Ostrom gehört in jede gut sortierte Bibliothek von Menschen, die sich mit Organisation beschäftigen. Das nur am Rande bemerkt. Und das aus gutem Grund. Von ihr stammt unter anderem die Erkenntnis der Core Design Principles, auf die Hendrik Epe in seinem Beitrag Bezug nimmt. Ich persönlich halte diese Prinzipien für eine sehr wertvolle Grundlage für das Design von Teams. Ihr müsst euch nicht durch das gesamte Werk von Ostrom durcharbeiten. Ihr könnt für den Anfang einfach den Artikel von Hendrik lesen und auf euch wirken lassen. Ich garantiere euch, ihr bekommt Lust auf mehr. 😉
https://www.ideequadrat.org/zusammenarbeit-im-team-verbessern-core-design-principles/
SATIRE
Urlaubsübergabe | Ein satirischer Blick auf einen Dauerbrenner
Passend zur Urlaubssaison ist mir eine neue Folge der Agentursatire von Buddy Müller ins Sichtfeld gespült, die mich wieder einmal herzhaft zum Lachen gebracht hat. Das war auch dringend notwendig. Mal wieder herzhaft zu lachen. Das kommt zu kurz. Es ist schon fast wie Urlaub.
Lieber Thomas,
vielen Dank für Deinen Kommentar zu meiner jüngsten Folge und das Zitieren in Deinem Blog. Du hast das größte Kompliment gemacht: Menschen zum Lachen zu bringen, ist das Größte, was es gibt. Ein großes Wort – aber Lachen kommt vom Herzen.
Und Lachen haben wir uns in diesen Zeiten wirklich mehr als verdient.
Herzliche Grüße
Buddy
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