#LINKSDERWOCHE | 34/2026: Produktivität, Lean, Agile, Management und Leadership

PRODUKTIVITÄT

Show your Work | Selbstmarketing anders denken

Hui, da hat mich Lars Richter mit seinem Blogpost angefixt, meine Liste der noch zu lesenden Bücher doch wieder zu öffnen, obwohl ich sie (vorläufig) geschlossen hatte, da sie ohnehin schon sehr lang war. Und das mit einem Blogpost, in dem er vier Erkenntnisse teilt, die er daraus gewonnen hat. Das ist sehr interessant, weil vieles davon im Gegensatz zu dem steht, was ich jeden Tag auf LinkedIn wahrnehme. Dort nehme ich immer mehr „optimierte Selbstdarstellung“ wahr, die den vier Learnings deutlich widerspricht. Es wäre schön, wenn sich manche dies zum Vorbild nehmen würden.

https://scamper.blog/show-your-work/

Digital und in Papier | Weshalb digital allein nicht immer der richtige Weg sein muss

Ich arbeite viel digital, aber auch weiterhin viel analog. Darin sehe ich keinen Widerspruch. Meine Arbeitsweise ist sicherlich nicht ganz mit der von Daniel Schimpke vergleichbar. Bulletjournaling habe ich selbst auch schon probiert, aber es hat sich bei mir nicht durchgesetzt. Jeder hat so seine individuellen Vorlieben. Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich Gesprächsnotizen und Ähnliches im Laufe des Tages meist erst auf Papier notiere. Ich arbeite auch gerne nach der Ivy-Lee-Methode. Papier ist dafür schneller, ich kann „kreativ kritzeln” und die Tastaturgeräusche fallen weg. Am Ende des Tages fasse ich meine Notizen dann digital in Obsidian zusammen und ergänze alle weiteren Informationen, die ggf. später gebraucht werden. Alles, was nicht mehr relevant ist, wird nicht übertragen. Ähnlich wie bei Daniel Schimpke ist Obsidian daher der langfristige Speicher, das analoge Medium ist der kurzfristige Speicher. Es ist also kein Widerspruch. Ganz im Gegenteil. Es ergänzt sich gut. Wie so oft muss das System allerdings passen. Und das ist eben das für mich passende System.

https://www.kadaschi.de/obsidian-reicht-nicht-warum-ich-trotzdem-ein-bullet-journal-fuehre/

Aufgaben streichen | Altlasten in der ToDo-Liste streichen

Ivan Blatter hat wieder einmal eine tolle Podcast-Folge produziert. Das Thema erinnert mich ein bisschen an das Backlog mancher agiler Teams, das regelrecht überläuft, weil uralte Einträge immer noch darin liegen. Ähnlich ist es bei den ganzen Aufgabenlisten, die man so führt. Da sammelt sich viel Altlasten an, die Aufmerksamkeit binden. Ich habe mir deshalb angewöhnt, meine Themenlisten wöchentlich und meine Aufgabenlisten täglich aufzuräumen. Ich streiche gnadenlos alles, was ich – je nach Flughöhe – schon länger nicht mehr angefasst habe. Frei nach dem Motto: Wenn es wichtig war, kommt das Thema schon wieder hoch. Also weg damit. Hört am besten selbst rein. Auch wenn ich manches schon ähnlich handhabe, habe ich noch ein paar neue Ideen mitgenommen. Man lernt ja bekanntlich nie aus.

https://share.transistor.fm/s/9e9a2bc1

Verantwortlichkeit | Verantwortlichkeit bedeutet Konsquenzen umsetzen

Dan Rockwell trifft öfter mal einen Nerv bei mir. Das muss der Grund sein, weshalb ich seinen Blog regelmäßig lese. Mit dem verlinkten Beitrag auch wieder. Aufmerksame Leser meines Blogs wissen, dass Verantwortungsübernahme ein Thema ist, das mir sehr wichtig ist (und bei dem ich mich selbst regelmäßig an die eigene Nase fasse). Verantwortung zu übernehmen bedeutet für mich nicht, die Schuldfrage zu klären, sondern Konsequenzen abzuleiten. Wenn ich einen Fehler gemacht habe – und das kommt häufiger vor – dann gehe ich den Ursachen auf den Grund und leite Konsequenzen ab. Das klappt zwar nicht immer perfekt, aber auch daran arbeite ich immer wieder. Da muss ich in der Tat noch besser werden. Aber wie sagte meine Frau neulich: Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung 😉

https://leadershipfreak.blog/2026/08/24/accountability-needs-consequences/

LEAN

Auslöser und Reaktion | Weshalb wir nicht sofort reagieren sollten

Der Beitrag von Ron Pereira könnte auch unter dem Thema Produktivität eingeordnet werden, da er im Prinzip beschreibt, wie wir besser auf einen Auslöser reagieren, um nicht vorschnell, sondern reflektiert zu handeln. Das passiert mir, wie vermutlich vielen anderen Menschen auch, öfter, als uns lieb ist. Es geht um Selbstregulation im Sinne von Multiple Perspective Advantage (MPA). Die Idee lässt sich wie folgt zusammenfassen: Anstatt sofort emotional auf einen Reiz zu reagieren, tritt man mental zurück und beobachtet sich aus einer anderen Perspektive. Klingt einfach. Leider ist es das nicht immer. Man muss es trainieren. Und selbst dann klappt es in einer stressigen Situation nicht immer, wie wir alle wissen. Aber man wird besser. Pereira überträgt das Ganze auf den Lean-Kontext. Interessanterweise passt das sogar sehr gut zu meiner Selbstbeobachtung der letzten Wochen. Es ist gerade eines der Themen, bei denen ich deutlich besser werden möchte. Zufall? Selektive Wahrnehmung? Auf jeden Fall ein passender Impuls für mich – und hoffentlich auch für einige andere.

https://blog.gembaacademy.com/2026/08/26/the-space-between-trigger-and-response/

Lean Digitalisierung | Erst Prozess verbessern, dann digitialisieren

Es wird bekanntermaßen fröhlich digitalisiert. So richtig, was das Zeug hält. Doof nur, dass in vielen Fällen zwei Dinge zusammenkommen: Erstens werden analoge Prozesse 1:1 digitalisiert und zweitens spielt es oft keine Rolle, was das für die Beteiligten bedeutet. Solche Beispiele hatte ich in letzter Zeit als Betroffener mehrfach. Und ganz ehrlich, am liebsten hätte ich den Verantwortlichen meine Meinung gegeigt. Statt einfacher wurde es komplizierter. Das kann es nicht sein. Wenn man digitalisiert, sollte man die Prozesse aus der Perspektive der betroffenen Menschen betrachten. Man sollte den Prozess von rechts nach links betrachten und sich tatsächlich die Frage stellen, ob dadurch für die Beteiligten irgendetwas einfacher wird. Genau das stellt Alen Ganic dar. So würde ich es mir wünschen. Und so sollte es meines Erachtens sein. Digitalisierung um der Digitalisierung willen ist nicht das Ziel.

https://blog.gembaacademy.com/2026/08/24/lean-digitalization-improve-the-process-before-you-digitize-it/

Obeya | Kein Selbstzweck, sondern Unterstützung beim Veränderungsprozess

Ich bin bekennender Obeya-Fan und habe früher sogar die Qualifikation als Obeya-Coach erworben, da ich von Obeya sehr überzeugt bin. Leider durfte ich mein Wissen bisher noch nicht im vollen Umfang einsetzen. Schade eigentlich. Das wird hoffentlich noch kommen. Einer der Punkte, die ich in meiner Ausbildung gelernt habe und die auch im Beitrag von Götz Müller zu Obeya von zentraler Bedeutung sind, ist: Ein Obeya ist dazu da, Menschen dabei zu helfen, gute Entscheidungen zu treffen. Darauf kommt es ganz besonders an. Er verändert die Art der Zusammenarbeit. Wenn das nicht der Fall ist, dann stimmt etwas nicht. Visualisierung ist kein Selbstzweck, sondern soll dabei helfen, Kaizen mit Leben zu füllen.

https://www.geemco.de/artikel/wenn-obeya-zum-besprechungsraum-wird/

Menschliche Fehler | Tiefer Bohren statt Schudlige suchen

In seinem Blogartikel zeigt Mark Graban sehr schön, worum es bei den fünf Weshalb eigentlich geht – und das, ohne sie zu erwähnen. Als Aufhänger dient ihm die Aussage, dass ein Fehler auf menschliches Versagen zurückzuführen sei und die Frage, wie es überhaupt zu diesem menschlichen Versagen gekommen sei, nicht weiter hinterfragt werde. Mit anderen Worten: Man hat seinen Sündenbock gefunden und geht der eigentlichen Ursache nicht weiter nach. Genau das machen echte Lean-Enthusiasten und Kaizen-Fans aber nicht. Sie bohren tiefer. Sie wollen verstehen, was dazu beigetragen hat und wie man es künftig verhindern kann. Denn das, was oft als menschliches Versagen abgetan wird, kann künftig vermieden werden, wenn man tiefer gräbt. Es ist anstrengend. Aber es lohnt sich.

https://www.leanblog.org/2026/08/human-error-root-cause/

AGILE

Neurodiversität und Führung | Weshalb wir uns nicht zu voreiligen Einschätzungen hinreißen lassen sollten

Tja, das Thema Neurodiversität beschäftigt auch mich derzeit sehr. Ausgelöst wurde es durch eines meiner Kinder, das – so gehen wir derzeit davon aus – in das Spektrum gehört. Die Beschäftigung damit löst auch bei mir einiges aus. Zum einen, weil ich gelernt habe, dass deutlich mehr Menschen in das Spektrum fallen, als uns oft bewusst ist. Sicherlich wissen auch viele gar nicht, dass sie dazugehören. Auch das ist eine Erkenntnis der letzten Wochen: Über mein Kind lerne ich gerade, dass sogar ich selbst betroffen sein könnte. Leider spricht kaum jemand darüber. Das kann zum Problem werden, weil wir Menschen dann falsch einschätzen. Auch in einem Team. Es ist schön, dass das Thema langsam in die Breite getragen wird und die Sensibilität zunimmt. Danke, Doris Weißgerber. Ein schöner Impuls. Mich hat es auf jeden Fall bestärkt, diesem Thema deutlich mehr Beachtung zu schenken. Auch im beruflichen Kontext.

https://www.teamworkblog.de/2026/08/die-sache-mit-den-faulen.html

Backlogpriorisierung | Wenn Priorisierung nach Aufwand nicht mehr greift …

Ich lese immer öfter, dass KI den Aufwand in vielen Arbeitsbereichen deutlich reduzieren kann. Das hat natürlich zur Folge, dass viele Priorisierungstechniken für das Backlog, die auf Aufwand und Nutzen basieren, nicht wirklich greifen. Wir brauchen also neue Impulse. Die Produktwerker nehmen das Thema in ihrem Podcast auf und bringen unter anderem die Aspekte Lernwert und Umkehrbarkeit ins Spiel. Der Podcast ist auf jeden Fall hörenswert. Gerade die Kombination aus Lernwert und Umkehrbarkeit klingt für mich sehr gut. Ich will nicht zu sehr vorgreifen.

https://produktwerker.de/product-backlog-priorisierung-wenn-aufwand-nicht-mehr-die-bremse-ist/

MANAGEMENT UND LEADERSHIP

Idenitity Leadership | Ein schneller Überblick

Durch den Blog von Daniel Dubbel bin ich auf das Thema „Identity Leadership” aufmerksam geworden. Das Themenfeld war mir – muss ich ehrlich sagen – bisher noch gar nicht bekannt. Der Blogartikel war etwas anspruchsvoller zu lesen, dafür aber sehr aufschlussreich. Das klingt nach einem spannenden Thema. Zumindest für mich. Ich bin ohnehin der Auffassung, dass Führung wesentlich komplexer ist und aus dem Zusammenspiel von Führenden, Geführten und Situation entsteht. Es ist also keineswegs allein die Führungspersönlichkeit, die ausschlaggebend ist. Von daher passt das Modell möglicherweise ganz gut zu meiner These.

https://www.inspectandadapt.de/identity-leadership-ein-starkes-modell-das-an-der-eigenen-logik-haengen-bleibt/

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