#GEDANKENBLITZ | Niemand wird es Dir danken, aber spielt das eine Rolle?

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„Der eine rechnet bereits bei einer einzigen guten Tat damit, dass man sich unverzügliche revanchiert. Ein anderer ist nicht so schnell, weiß aber, dass man in seiner Schuld steht und ist sich seiner guten Tat bewusst. Der dritte ist sich seiner guten Tat noch nicht einmal bewusst, ganz so, wie der Weinstock, der Trauben hervorbringt und nichts anderes kann, wie in Pferd nach dem Rennen, ein Hund nach dem Spaziergang und eine Biene, die Hong produziert. Ein solcher Mensch verkündet seine guten Taten nicht von den Dächern, sondern geht einfach über zur nächsten guten Tat, so wie der Rebstock in der nächsten Saison wieder Trauben erzeugt.“

– Marc Aurel, Selbstbetrachtungen, 5.6


Der Volksmund trifft es ziemlich genau: Undank ist der Welten Lohn. In der Regel wird dahinter Resignation verstanden. Ein Ausdruck fehlender Wertschätzung. Ich deute es für mich um. Ganz im Sinne des Zitats von Marc Aurel. Sicher, Wertschätzung und Anerkennung spielen eine Rolle. Aber sind sie die passenden Leitmotive oder eher ein erstrebenswertes Nebenprodukt? Ich zähle mich zu den Menschen, die gerne hilfsbereit sind. Insbesondere, wenn ich die Notwendigkeit dafür sehe. Ich sehe viele Handlungsfelder, in denen Menschen aktiv Verantwortung übernehmen müssen, damit Probleme gelöst, Themen bearbeitet und gute Ideen umgesetzt werden können.

Es ist schön und tut gut, wenn Engagement geschätzt und gewürdigt wird. Aber für Ruhm und Ehre aktiv werden? Ich halte das für keine gute Motivation. Denn sie macht uns abhängig von der Sicht und Wahrnehmung anderer. Wir begeben uns damit in eine Abhängigkeit, die wir selbst nicht steuern können. Wir laufen Gefahr, ständig „Ruhm und Ehre” hinterherzujagen, andere wichtige Dinge aus den Augen zu verlieren und uns am Ende des Tages aufzureiben, ohne wirklich die Chance zu bekommen, nachhaltig etwas zu erreichen. Wir sind in diesem Moment zu sehr darauf fixiert, was andere über uns sagen, statt darauf, was uns wirklich gut tut und was für uns wirklich wichtig ist.

Die bessere Motivation ist die innere Überzeugung. Die Überzeugung, dass etwas gut und wichtig ist und wir es deshalb tun. Weil wir es selbst für richtig und wichtig erachten. Weil wir davon überzeugt sind. Nicht, weil es uns irgendwann jemand dankt. Ruhm und Ehre sind vergänglich. Und sie werden schneller vergessen, als wir oft meinen.

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