
PRODUKTIVITÄT
Delegation | Damit sie gelingt …
Ivan Blatter greift mit dem Thema „Aufgabendelegation” einen Klassiker auf. Ihr kennt das bestimmt: Bevor ich eine Aufgabe delegiere, erledige ich sie lieber selbst, weil … Na, klingelt es? Wenn ja, dann hört unbedingt mal rein. Oft klemmt es bei der Delegation nämlich daran, dass wir die Entscheidungskompetenz nicht mit delegieren oder nicht nur das Ziel, sondern auch das Wie vorgeben. Insgesamt gibt es fünf sehr gute Tipps für die Aufgabendelegation, damit sie künftig besser funktioniert. Eine gute Aufgabendelegation will vorbereitet sein, dann wird auch ein Schuh daraus.
https://share.transistor.fm/s/b4ccc2f1
Von der Idee zur Umsetzung | Die NABC-Methode als Hilfsmittel
Meine Lieblingsfrage lautet: „Was wollen wir für wen mit welchem Ziel erreichen und wozu ist das gut?” Beim Lesen des Blogartikels von Lars Richter musste ich spontan an diese Frage denken. Denn die von ihm vorgestellte NABC-Methode geht in eine ähnliche Richtung. Gut, bei ihm steht die Produktentwicklung im Mittelpunkt, aber ich bin fast überzeugt, dass sie sich leicht abgewandelt auf viele andere Bereiche übertragen lässt. Denn am Ende geht es darum, eine Idee so weit zu entwickeln, dass sie klar genug greifbar wird, um sie umzusetzen.
Kreativität | Kreativität funktioniert nicht auf Knopf druck
Zum Thema Kreativität kann ich jedem nur raten, einem Künstler in seinem Atelier über die Schulter zu blicken. Nicht, weil diese Menschen deutlich kreativer wären als andere, sondern weil die Beobachtung verdeutlicht, dass Kreativität ein Prozess ist. Es ist eben nicht der Heureka-Blitz, den wir alle vermutlich im Kopf haben. Kreativität ist also nichts, was auf Knopfdruck entsteht. Daher kann echte Kreativität nicht einfach durch eine KI ersetzt werden. Ob sich das irgendwann ändert, kann ich mir derzeit nicht vorstellen. Aber ich konnte mir vor 30 Jahren vieles nicht vorstellen, was technisch mittlerweile möglich ist. Daher schließe ich es nicht aus. Andrea Herrmann beleuchtet das Thema Kreativität mit besonderem Blick auf KI. Ihr Fazit: Kreativität braucht mehr als neue Ideen. Und ich kann nur sagen: Das ist so!
https://t2informatik.de/blog/kreativitaet-auf-knopfdruck/
Ego | Die Dosis macht das Gift
Die Dosis macht das Gift. Das gilt für nahezu alles, was mir spontan einfällt. Es gilt auch für Selbstbewusstsein oder Ego, wie Dan Rockwell es nennt. Zu wenig ist ungesund. Es führt dazu, dass man sich zurückhält. Zu viel davon mündet in Arroganz und Selbstherrlichkeit. Dies wiederum führt dazu, dass man unreflektiert wie ein Elefant im Porzellanladen mehr Schaden anrichtet, als gut ist. Es braucht also ein gesundes Maß. Die Frage ist: Wie findet man das richtige Gleichgewicht? Rockwell hat fünf Praktiken im Gepäck, die dabei helfen sollen. Sie hören sich für mich schlüssig an. Übung macht den Meister bzw. die Meisterin.
https://leadershipfreak.blog/2026/06/18/enough-ego-to-make-a-difference/
Notizen | Der Unterschied zwischen Notizen erstellen und Notizen machen
Daniel Schimpke hat mir einen interessanten Impuls zum Thema „Notizen machen” ins Blickfeld gespült. Interessant ist, dass er hier zwischen Note-Making und Note-Taking unterscheidet. Ich muss noch ein bisschen darüber nachdenken, was das für mich bedeutet. Spannend finde ich den Bezug zur Persönlichkeitsentwicklung, der sich daraus ergibt.
https://www.kadaschi.de/notizen-erstellen-ist-mein-persoenlichkeitstraining/
PROJEKTMANAGMENT
Wissenstransfer | Wie gelingt es Erfahrungswissen weiterzugeben?
Was mich schon immer genervt hat und mich schließlich vor 18 Jahren zu meiner „Entdeckungsreise in die Agilität” geführt hat, war der fehlende Transfer des Erfahrungswissens während und am Ende von Projekten bzw. im Linienalltag. Bis heute erlebe ich das immer wieder. Ich erinnere mich noch gut an meine Zeit als ehrenamtlicher Beirat des Innovationsrates einer caritativen Einrichtung. Dort haben wir immer wieder betont, dass zur Nachhaltigkeitsprüfung eines Projekts auch die Sicherung des Wissenstransfers während und am Ende des Projekts gehört. Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Die tollen, bunten Projektberichte und Dokumentationen schaut sich selten jemand an. Sie sind zu trocken, zu wenig eingängig und oft einfach auch übervoll mit Zahlen, Daten und Fakten, die sich nur schwer und schon gar nicht schnell erschließen. Ein Thema, das auch Viktoria Köstner umtreibt. Wie sie treffend feststellt, wird auch die KI das Problem nicht lösen. Ohne eine geeignete Lernkultur funktionieren die besten Werkzeuge und Tools nicht. Gute Communities of Practice können deutlich mehr leisten, sofern man sie stabil zum Laufen bekommt. Dafür braucht es aber auch den nötigen Freiraum, der leider oft von „Effizienzneurotikern” geopfert wird.
https://t2informatik.de/blog/lessons-learned-ohne-lernen/
LEAN
SQCDP | Wenn Effizienzneurotiker sinnlos walten …
Meint Götz Müller mit seinem Blogartikel die von mir oft kritisierten Effizienzneurotiker? Mir kommt es so vor, als nutze und umdeute er das Akronym SQCDP und die dahinterliegende Sicht der Dinge. Das entspricht genau der Vorgehensweise der Effizienzneurotiker, die damit am Ende das Gegenteil dessen erreichen, was wir mit Lean anstreben. Anstatt die Auskömmlichkeit zu erhöhen, reduzieren wir die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des Unternehmens.
https://www.geemco.de/artikel/das-wahre-sqcdp-mancher-unternehmen/
AGILE
Stories schneiden | Drei plus eins Methoden damit es besser gelingt
Erstaunlich oft ist Storys schneiden immer noch ein großes Thema. Selbst nach vielen Jahren stelle ich das immer wieder fest. Dabei gibt es einige sehr gute, bewährte Ansätze, die wirklich gut funktionieren. Vier davon hat Simon Flossmann in einem Beitrag sehr schön dargestellt. Er bietet auch gleich ein KI-Playbook an, das man nutzen kann, um sich von einer geeigneten KI beim Zuschneiden der Storys unterstützen zu lassen. Die Betonung liegt auf „unterstützen”, denn am Ende ersetzt es den Dialog mit den Beteiligten nicht. Dies gilt natürlich immer vor dem Hintergrund, dass ihr euch in einem Umfeld bewegt, in dem die KI-Nutzung zugelassen ist.
Product Owner | Fokus und mentale Stärke im Alltag aufrechterhalten
Während sich ein Scrum-Team auf den geschützten Sprint berufen kann, wird es für einzelne Rollen wie den Product Owner im Arbeitsalltag schwierig, den Fokus so zu halten, wie es wünschenswert wäre. Alle Anspruchsgruppen rund um ein Projekt wollen informiert werden, Input geben, Ansprüche äußern, Informationen übergeben usw. Es ist nicht einfach, den Fokus zu behalten. Es gibt viele Einfluss- und Störgrößen. Ein gutes Produktivitätsmanagement ist dabei sicherlich hilfreich, wenn auch nicht immer die alleinige Lösung. Das kennt man ja. Wenn die Zeit fehlt, wird gerne empfohlen, Prioritäten zu setzen – als ob man vollständig selbstbestimmt wäre. Das dürfte auf die wenigsten Menschen zutreffen, insbesondere, wenn – wie ich es sehr oft erleben darf – andere meinen, sie könnten über die Zeit anderer Menschen großzügig verfügen (zu spät kommen, Termine nicht einhalten usw.). Aber das ist ein anderes Thema. In ihrer Podcastfolge haben die Produktwerker den Fokus naheliegenderweise klar auf die Rolle der POs gelegt. Einige Dinge finde ich recht passend, bei anderen würde ich sagen: In der Theorie gut, in der Praxis – wie ich schon sagte – hängt es stark vom Umfeld ab.
https://produktwerker.de/entspannt-bleiben-als-po-fokus-klarheit-und-mentale-staerke-im-alltag/
Sprint Review | Damit der PO nicht zum Spielball der Politik wird …
Wer auch immer den Mythos der „politikfreien Zone” von Unternehmen verbreitet hat – und die „BWLer” haben es lange behauptet, zumindest wenn ich an die Diskussionen denke, die ich noch vor wenigen Jahren immer wieder geführt habe – hat vielen Mitmenschen keinen Gefallen getan. Ein Unternehmen ist nicht frei von „Politik”, Macht- und Herrschaftskämpfen. Ich kenne keine einzige Organisation, die das ist. Es geht nie nur um rein rationale Entscheidungen. Das gilt auch für das Verhalten in Sprint Reviews. Ich beziehe mich hierbei insbesondere auf Punkt 3 von Simon Flossmann, wobei auch Punkt 1 mitschwingt und Punkt 2 betroffen sein dürfte. Ich bin übrigens ein Fan von Konsent statt Konsens. Damit lassen sich auch so manche politisch verfahrene Situation auflösen 😉
Estuarine Mapping | Dave Snowdens neues Modell in kurz erklärt
Das Cynefin-Modell von Dave Snowden dürfte vielen bekannt sein. Mittlerweile gibt es eine „Weiterentwicklung“: das Estuarine Mapping, das ebenfalls von Dave Snowden stammt. Ich habe es mir schon einmal angesehen, musste aber gestehen, dass sich die Erklärung „sperrig” las, sodass ich es mir für einen zweiten Anlauf zu einem späteren Zeitpunkt aufgehoben habe. Auch, weil mein Hauptaugenmerk aktuell auf anderen Themen liegt. Dennoch ist es interessant. Das wird dem einen oder anderen klar, der sich Felix Steins Zusammenfassung anschaut.
https://www.lean-agility.de/2026/06/estuarine-mapping.html
POLITIK UND GESELLSCHAFT
Rechtsextremismus | Die „Grauen Wölfe“ als rechtsextreme Gefahr auch in Deutschland
In jüngerer Zeit lag beim Stichwort „Rechtsextremismus” der Fokus immer wieder auf der „Nicht-Alternative” und ihren us-amerikanischen Freunden. Dabei haben wir in Deutschland eine nicht zu unterschätzende rechtsextremistische Gefahr, die unverhohlen Menschen mit türkischen Wurzeln umwirbt. Die Grauen Wölfe. Eigentlich ist das kein unbekanntes Phänomen. Sie sind in der Wahrnehmung leider etwas in den Hintergrund gerückt. Mit Blick auf die internationale Vernetzung von Rechtsextremisten ist der Beitrag von Rabia Kökten sehr wichtig, da er daran erinnert, dass Rechtsextremismus ein Phänomen ist, das durchaus bunter sein kann, als wir oft wahrnehmen.