
Ja, ich weiß: Wir stecken in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Unwägbarkeiten überall – nicht zuletzt, weil unter anderem eine Person jenseits des Großen Teichs glaubt, von der göttlichen Muse geküsst worden zu sein. Genau deshalb braucht es jetzt Mut. Mut, neue Wege zu gehen.
Das Geld ist knapp? Klar. Aber es wird nicht besser, wenn wir noch mehr vom Gleichen tun und alles blind dem Diktat des Rotstifts unterwerfen.
Was wir jetzt brauchen:
- Wissen, Know-how, Erfahrung – und Menschen, die den Mut haben, Neues zu wagen.
- Kreativität und Problemlösungskompetenz – mehr denn je.
- Die Fähigkeit zu lernen.
Doch was erlebe ich? Das genaue Gegenteil. Ideen und Innovationen werden im Keim erstickt. Erfahrung und Know-how? Zu teuer. Also: vor die Tür damit. Handwerkliches Können? „Ach, das kann doch die KI.“ Spoiler: Nein. Kann sie nicht. Noch nicht. Vielleicht irgendwann. Das handwerkliche Können schaut sie sich ab und kopiert es. Wenn niemand da ist, der es beherrscht, kann auch niemand die KI füttern und prüfen, was sie treibt.
Die Effizienzneurose schlägt zu
Statt den Fokus auf Auskömmlichkeit zu lenken, statt Prozesse und Entscheidungswege tiefgehend zu hinterfragen, wird mit der Rasierklinge blindwütig gekürzt – ohne die Effektivität im Blick zu behalten. Und das in Wirtschaft, Politik und Verwaltung.
Statt innezuhalten, wird kurzfristig reagiert.
- Schnellschuss um Schnellschuss.
- Keine Analyse der Ursachen.
- Keine echte Prüfung alternativer Wege.
Man löscht Brände mit demselben Löschmittel, das schon in der Vergangenheit versagt hat. Die eigentliche Ursache? Wird ignoriert. Und wehe, jemand wagt es, dazwischenzufunken. Weg mit dem Störenfried!
Die Folge? Stillstand.
Man hält nicht inne. Man reflektiert nicht. Man legt die Karten nicht offen auf den Tisch. Man lernt nicht. Fehler? Werden unter den Teppich gekehrt. Wir tun ja was. Und wir sind ja nicht schuld.
Und dann wundern sich alle, warum nichts vorwärtsgeht. Warum alles „den Bach runtergeht“.
Tja. Solange man nicht stromaufwärts geht und die Ursache des Problems ermittelt, kann man noch so viel tun – ohne eine Wirkung zu erzielen. Die eigentliche Quelle des Problems bleibt so unbekannt. Es ist auch viel einfacher, mehr von dem zu tun, was man ohnehin schon macht. Noch eine Schippe oben drauf. Fertig.
Was wir wirklich brauchen:
Menschen, die hinterfragen. Die Neues versuchen. Nicht unbedingt mit großen Würfen, sondern in kontinuierlichen, kleinen Schritten. Mutig Schritt für Schritt hinterfragen. Gemeinsam statt gegeneinander. Transparent und offen. Echte Verantwortung übernehmen.
Jeden Absatz könnte ich aus meinem Agenturleben belegen!
LikeGefällt 1 Person