
Ein frohes neues Jahr, liebe Freunde der Links der Woche! Die Weihnachtspause ist vorbei und ich starte wieder durch. Wie zu erwarten, ist die Ausbeute etwas dünn. Ich war nicht der Einzige, der eine Weihnachtspause gemacht hat 😉
PROUDKTIVITÄT
Denkblockaden und Gedankenchaos | Stift und Papier helfen
Der gute alte Schmierzettel aus Papier ist noch lange nicht ausgedient, sondern hat nach wie vor eine heilsame Wirkung im chaotischen Alltag. Da bin ich ganz bei Rudolf Gysi. Ich selbst habe ein Notizbuch auf dem Schreibtisch liegen, in das ich im Laufe des Tages alles Mögliche kritzele. Es hilft mir, meine Gedanken zu sortieren. Das meiste davon dient nur dazu, den Kopf frei zu bekommen. Gelegentlich ziehe ich am Ende des Tages ein paar gute Impulse heraus, die auf die „To-do-Liste” kommen. Die Beobachtung, dass mir das handschriftliche Notieren dabei hilft, meine Gedanken zu sortieren, mache ich immer wieder. Mit anderen Worten: Wenn mein Kopf überläuft, notiere ich mir Dinge handschriftlich. Ich nutze ein Notizbuch, damit ich keine lose Zettelwirtschaft auf dem Tisch habe.
Enpässe | Drei mögliche Enpässe, die uns bremsen und die wir angehen können
Das Jahr ist noch jung. Nein, über Neujahrsvorsätze möchte ich nicht sprechen. Von Jahreszielen halte ich auch nicht viel. Für mich persönlich haben sich kurzzeitige Ziele mit einem Horizont von einem Vierteljahr in Verbindung mit einem persönlichen Nordstern und einem Jahresfokus deutlich besser bewährt. Dies aber nur nebenbei. In der Podcastfolge von Ivan Blatter geht es vielmehr um „Engpässe” in unserer persönlichen Produktivität: Energiemanagement, Unsicherheit und fehlendes System. Diese gilt es aufzulösen. Drei Fokusthemen, die man sich vornehmen und in Kombination mit 3-Monatszielen bearbeiten könnte. Spannend finde ich, dass Ivan auch hier wieder eine persönliche Note einbringt.
https://share.transistor.fm/s/3cd895d7
Pausen | Über den Wet der Pause und weshalb wir sie auch als Team schätzen sollten
Der Kontext der verlinkten Podcastfolge der „Produktwerker” sind zwar Teams und Produktentwicklung, aber die Grundidee gilt für Individuen genauso. Bewusste Pausen können echte Produktivitätsbooster sein. In den „Links der Woche” gab es dazu schon einige Beiträge von anderen Autoren. Diese bezogen sich allerdings meist auf den Einzelnen. Es ist schön zu sehen, dass die Kraft der bewussten Pause nun auch einmal im Teamkontext gewürdigt wird.
https://produktwerker.de/die-macht-der-pause/
Scheinbare Verbundenheit | Wenn digitalen Kommunikation eine Illusion erzeugt
Den folgenden Denkanstoß möchte ich mit euch teilen: Er stammt von Marcus Raitner. Die Allgegenwärtigkeit der digitalen Kommunikation erzeugt eine trügerische Illusion der Verbundenheit. Auch ich sehe darin ein wachsendes Problem. Insbesondere, wenn die KI zum Dialogpartner wird. Gespräche von Mensch zu Mensch sind wichtig. Wichtiger, als uns oft bewusst ist. Sie sind entscheidend für die Ausbildung unserer sozialen Kompetenz (zur Erinnerung: Wir sind soziale Wesen) und, ja, auch dies ist wichtig, für unsere Demokratiekompetenz. Demokratie lebt von Begegnung und Interaktion, bei der wir einüben, wie wir uns begegnen, Debatten und Diskussionen führen. Da liegt bereits einiges im Argen. Was wird wohl passieren, wenn wir mehr mit der KI im Dialog sind als mit unseren Mitmenschen? Es soll Jugendliche geben, die den Chat mit der KI wie ein Gespräch mit dem besten Freund nutzen. Erschreckend, wie ich finde. Wir unterhalten uns nicht mehr miteinander, sondern mit einer Maschine.
https://raitner.de/2025/12/die-illusion-von-verbundenheit/
AGILE
USP | Das Alleinstellungsmerkmal – oft bemüht, selten klar definiert
Der Begriff „USP” oder „Alleinstellungsmerkmal” stammt aus dem Marketing und hat zunächst nichts mit Agilität zu tun. Warum verlinke ich also den Beitrag von Lars Richter hier und im Kontext von Agilität? Es geht dabei auch um ein gutes Verständnis der Zielgruppen, mit denen man zusammenarbeitet. Und genau da kommt das Alleinstellungsmerkmal bzw. der USP ins Spiel. Jedes agile Team sollte seinen USP kennen. Denn dafür gibt es das Team. Teams gibt es, weil sie eine Aufgabe erfüllen, und sie haben nur dann eine Daseinsberechtigung, wenn sie diese Aufgabe besser erfüllen als andere Teams. Das gilt auch für agile Teams. Und das ist der Grund, weshalb ich den Beitrag hier verlinke. 😉
Weshalb und Warum | Das Weshalb ist wichtiger als die „Methode“
Es ist ein offenes Geheimnis, dass man ohne das agile Manifest nicht wirklich agil mit Scrum arbeiten kann. Ebenso klar ist, dass Scrum nicht der einzige agile Ansatz ist. Ich persönlich definiere Agilität nach wie vor zuerst über das agile Manifest und schaue dann, welcher Ansatz aus der agilen Welt am besten geeignet ist, um im gegebenen Kontext und mit der gestellten Aufgabenstellung zu Ergebnissen zu führen, die weiterbringen. Daher gefällt mir die Rückbesinnung auf das Wesentliche, wie Mark Rehberg sie in seinem Beitrag in den Fokus stellt, recht gut.
https://www.scrum.org/resources/blog/wir-haben-die-prinzipien-vergessen-warum-das-warum-entscheidet
Überprüfen | Wenn wir uns auf das vermeintlich sichtbare konzentrieren …
Es ist ein allzumenschlicher Charakterzug, sich auf das Offensichtliche zu fokussieren und das weniger Offensichtliche zu übersehen. Gerade bei der Überprüfung unserer Arbeitsweise und Ergebnisse lässt sich dies – wie Steven Denning treffend feststellt – beobachten. Dabei übersehen wir das eigentliche Verbesserungspotenzial, mit dem wir echte Entwicklungssprünge machen könnten. Sich den unangenehmen Dingen zu stellen, ist anstrengend und schmerzhaft. Aber man kann es üben. Davon hätte ich gerne etwas mehr. Also mehr Mut, kritisch zu hinterfragen und sich nicht mit Schulterklopfen zufriedenzugeben. Es geht schließlich darum, besser zu werden.
https://www.scrum.org/resources/blog/dont-inspect-whats-easy-see-inspect-whats-hard-face
LEADERSHIP UND MANAGMENT
Beziehungspflege und Führung | Gute Beziehungen und gute Führungen gehören zusammen
Was für Menschen in der sozialen Arbeit offensichtlich ist, nämlich dass Beziehungspflege und gute Beziehungen die Zusammenarbeit fördern, ist für viele Menschen in „wirtschaftlichen” oder „technischen” Umfeldern nicht immer ganz klar. Dabei bin ich fest überzeugt, dass gute Beziehungen zwischen allen Beteiligten – im Sinne von Dan Rockwells Beitrag – die Qualität der Führung erhöhen, wenn man die sozialen Aspekte ausklammert. Gute Führung befähigt. Befähigung setzt Anerkennung und Wertschätzung voraus. Und dies, liebe Führungskräfte, ist der Unterschied, den ihr machen könnt, damit euch nicht eines Tages eine KI ersetzt. Denn diesen Teil kann sie nicht besonders gut. Gute Führung führt, sie verwaltet nicht.
https://leadershipfreak.blog/2026/01/01/relationship-resolutions-for-leaders/
POLITIK UND GESELLSCHAFT
Tipp | Mit Humor erträgt sich der Irrsinn leichter
Für Freunde der gepflegten Politikkarikatur habe ich diese Woche eine „Neuentdeckung” im Gepäck, die ich über Heinrich Kümmerle gemacht habe: Karrikaturen von Guido Kühn. Da die aktuelle Weltlage alles andere als angenehm ist, sollte man es wenigstens mit Humor nehmen, dass offenbar die „Bekloppten” weltweit das Ruder übernommen haben und die Welt ins Chaos zu stürzen drohen.