#LINKSDERWOCHE | 42/2025: Produktivität und Agile

PRODUKTIVITÄT

Fokus auf wertvolle Aufgaben | Identifizieren, was Wert schafft

In seinem Blogpost schlägt Martin Gaedt eine einfache Methodik vor, mit der sich nicht wertschöpfende Arbeit vergleichsweise leicht identifizieren lassen soll. Er beschreibt das Ganze zwar in Bezug auf das berufliche Umfeld, aber es lässt sich sicherlich auch auf die persönliche Produktivität übertragen. Besonders gefällt mir, dass er bei der Analyse nicht auf nüchterne Zahlen, sondern auf Visualisierungen setzt, die einen intuitiven Zugang ermöglichen und gleichzeitig einen schnellen Erkenntnisgewinn versprechen. Ich werde die Methode in den nächsten Tagen antesten und schauen, wie gut sie funktioniert. Über Erfahrungsberichte in Form von Kommentaren hier im Blog würde ich mich natürlich freuen. Sie helfen möglicherweise auch anderen Lesern der „Links der Woche”.

https://martingaedt.de/tat-zeit-wirkung-gewinnt-zeit-energie-und-fokus-fuer-wertvolle-aufgaben/

Obsidian | Wartung für den Vault

Offensichtlich habe ich das Thema Pflege und Wartung bei Obsidian bisher sträflich vernachlässigt. Zumindest meldet sich bei mir ein schlechtes Gewissen, seitdem ich gelesen habe, wie vorbildlich Thomas Mathoi sich darum kümmert, seinen Obsidian Vault regelmäßig zu entrümpeln und auf Vordermann zu bringen. Ich bin schwer beeindruckt und überlege, wie ich das in meine Routinen integrieren kann. Aber auch für Nicht-Obsidian-Fans enthält der Artikel einige Anregungen, denn das eine oder andere lässt sich auch auf andere „Notizbuchprogramme” übertragen.

https://www.mathoi.at/2025/10/15/wartungsarbeiten-im-obsidian-vault/

Wut und Ärger | Mit seinem Unmut konstruktiv umgehen

Ärger ist ein Gefühl, das definitiv keinen Spaß macht. Eine Erfahrung, die ich – leider – selbst viel zu oft mache. Da kann schon mal richtig Druck auf dem Kessel entstehen – und wenn der Dampfkochtopf dann explodiert, ist das alles andere als lustig. Das ist kein Spaß. Das Problem dabei ist, dass die Wut in diesen Situationen kein guter Ratgeber ist. Schnell schießt man übers Ziel hinaus. Das kennen wir vermutlich alle. Besser ist es, wenn wir den Frust gar nicht erst so hochkochen lassen und das „Problem” klären. Das funktioniert nicht rein rational. Machen wir uns nichts vor. Aber nach dem Gewitter müssen wir einen gesunden Modus erreichen. Da kann der Ansatz von Dan Rockwell eventuell weiterhelfen. Hoffe ich zumindest. Was ich weiß: Einfach ist es nicht. Aber einen Versuch ist es wert, denn sonst ändert sich nichts an den Ursachen – et voilà, die nächste Eskalation steht vor der Tür.

https://leadershipfreak.blog/2025/10/16/how-to-do-anger/

Trotzdem und deshalb erst recht | Weshalb es manchal richtig ist, etwas trotzdem zu machen

Es ist weder ein Tooltipp noch eine Anregung, seine Selbstorganisation auf den Prüfstand zu stellen. Was ich bei Anna Koschinski im Blog gelesen habe, passt meiner Meinung nach jedoch sehr gut in die Rubrik „Produktivität”. Es gibt nämlich immer wieder diese Momente, in denen man rein rational sagen würde: „Muss nicht sein”, in denen man sich dann aber trotzdem sagt: „Ich mache das jetzt erst recht.” Was im ersten Moment unnötig klingt, kann sich gelegentlich als „Segen” entpuppen. So geht es mir mit vielen Büchern, die ich irgendwann einmal gekauft habe, obwohl mein Stapel ungelesener Meisterwerke der Literatur bereits mehrere Kilometer umfasst. Meistens lese ich dann genau das neue Buch, das ich eigentlich nicht bräuchte, das mich aber trotzdem angesprochen hat, und nutze jetzt erst recht den Inhalt, der mir dann genau den richtigen Input für den Moment liefert. Gut, das funktioniert nicht immer. Dennoch hat es schon ein paar Mal funktioniert. Ihr wisst ja, die Schwaben. Es hat Geld gekostet, also wird es auch genutzt. Fertig. 😉

https://anna-livia.de/jetzt-erst-recht/

Sinnvoll entlasten | Automatisierung und Standardisierung zur Entlastung nutzen

Ich bin kein Solopreneur und muss mich daher – zumindest oberflächlich betrachtet – nicht mit einem Geschäftsmodell auseinandersetzen. Oder doch? Nun, auch ich habe nur ein begrenztes Zeitkontingent. Wie wir wissen, hat der Tag nur 24 Stunden, die sinnvoll eingesetzt werden wollen. Wenn man das Ganze abstrahiert, ist unsere verfügbare Zeit und Energie das, was wir anbieten und geschickt nutzen sollten. Daher macht es in meinen Augen Sinn, sich darüber Gedanken zu machen, was wir automatisieren oder standardisieren können. Das sind zwei Impulse, die ich aus dem Artikel von Lars Richter als Anregung mitnehme. Außerdem können wir uns überlegen, welche Teile unserer täglichen Arbeit wir durch Bausteine und Standards im Sinne von reproduzierbaren Erfolgsbedingungen nutzen können, um uns zu entlasten. Was für Solopreneure gilt, ist also nicht ganz unähnlich den täglichen Herausforderungen, denen auch Nicht-Solopreneure begegnen. Interessant, oder?

https://scamper.blog/skalierbares-geschaeftsmodell/

AGILE

Kommunikation und Anforderungen | Wirkung erhöhen durch Dialog und Austausch

Wenn Kommunikation einfach wäre, hätten wir alle täglich deutlich weniger Stress. Aber das ist sie nicht. Ganz im Gegenteil. Sie ist anspruchsvoll. Das gilt für fast alle Aspekte unseres täglichen Lebens. Was Anforderungen angeht, sollte ich daher niemandem großartig erklären müssen, wie herausfordernd es sein kann. Was einem selbst klar und eindeutig erscheint, ist für andere oft nicht klar genug oder wird ganz anders verstanden. Daher ist der Schlüssel in der Kommunikation, Verständnis zu erzeugen. Dafür die Verantwortung zu übernehmen und im Dialog zu arbeiten, ist sehr viel wert. Bedauerlicherweise wird dieser Aspekt zwar immer wieder erwähnt, aber nicht immer gelebt. Das führt viel zu oft zu unnötiger, nicht wertschöpfender Arbeit – ganz im Sinne von Meister Konfus und seinen Schülern. Das wollen wir natürlich nicht. Gute Product Owner:innen setzen daher klar auf Dialog und Austausch. Sie sind sich dieser Verantwortung bewusst und wissen, dass sich so die Wirkung erhöhen lässt. Ganz so, wie von den Produktwerkern dargestellt.

https://produktwerker.de/anforderungen-wirksam-kommunizieren-als-product-owner/

Scrum Master und Coaching | Fehler vermeiden, die schnell passieren

Zu Beginn kurz und knapp: Scrum Master:innen, Teamfacilitator:innen, Agile Coaches und ähnliche Berufsgruppen sind keine Therapeut:innen und „Coaches” im engeren Sinne. Wir nutzen Hilfsmittel aus dem Coaching. Daher ist der Begriff „Agile Coach” vermutlich etwas irreführend. Persönlich finde ich den Begriff „Host” im Sinne von Gastgeber etwas geschickter, wenn wir als Facilitator:innen unterwegs sind. Das ist aber auch wieder nur ein Teilaspekt. In der Rolle als Agile Coach, Kanban Coach oder Scrum Master bin ich auch Führungskraft. Auch hier gefällt mir das Bild des „Host Leaders” fast besser als „Servant Leader”. Mir hilft es auch immer wieder, mir vor Augen zu führen, dass das Vorbild für den Scrum Master der „Vorarbeiter” im Toyota Production System war und ist. In unseren agilen Rollen unterstützen wir bei der Lösung von Problemen, indem wir die Problemlösungskompetenz der Beteiligten fördern und sie dabei unterstützen, Lösungen zu entwickeln. Zu diesem Thema finde ich den Artikel von Simon Flossmann ganz gut.

https://www.scrum.org/resources/blog/coaching-skills-fur-scrum-master-machst-du-einen-dieser-3-coaching-fehler

Slack Time | Weshalb „lean“ nicht verhungert, sondern gesund bedeuten sollte …

Ich bin ein bekennender „Lean-Freak”. Allerdings verstehe ich unter „Lean” nicht „verhungert”, sondern „gesund”. Dazu gehört für mich, dass immer genug Luft da ist, um sich mit Verbesserungen zu beschäftigen. Die abstruse Idee der „Vollauslastung” als Planungsziel löst bei mir nur Stirnrunzeln aus, weil hier die „Slack Time” fehlt, die Kaizen benötigt, um Verbesserungen zu identifizieren, Ursachenforschung zu betreiben und Verbesserungen zu entwickeln. Mit dieser Sichtweise stehe ich nicht allein da. Mary Iqbal scheint ähnliche Gedanken zu haben wie ich.

https://www.rebelscrum.site/post/the-case-for-slack-time

Bias | Wie „Gewohnheit“ zu Trugschlüssen führen kann

Herrlich, was Felix Stein in Form eines Blogartikels über den Zaun gebrochen hat! Zwei Begriffe, die ein Phänomen beschreiben, das man auch als kognitiven Bias bezeichnen könnte. „Immerschlimmeritis” und „Verbesserungsoptimismus”. Die Beschreibung liefert er in seinem Beitrag, dem ich nicht vorgreifen will. Eine gute Erklärung. Allerdings gibt es leider keine „perfekte” Lösung, wie wir dem begegnen können – außer mit selbstreflektiertem, selbstkritischem Denken und viel Geduld sowie Ausdauer.

https://www.lean-agility.de/2025/10/immerschlimmeritis-und-verbesserungsoptimismus.html

Effektive Teams | Zwischenstand zu einem Forschungsprojekt

Dr. Karen Eilers und Christiaan Verwijs forschen gemeinsam am Thema Teameffektivität und ihre Erfolgsfaktoren. In dem folgenden Blogartikel stellt Christiaan Verwijs drei vorläufige Erkenntnisse vor, die den aktuellen Stand wiedergeben. Fast schon wenig überraschend:

  • Teams mit einer agilen Denkweise scheinen effektiver zu sein.
  • Dabei scheinen Crossfunktionalität, Wertorientierung und psychologische Sicherheit eine wichtige Rolle zu spielen.
  • Managementsupport ist wichtig für die Entwicklung einer agilen Denkweise.

Wie gesagt, es sind vorläufige Ergebnisse. Wenn ich mir die Stichprobe mit rund 500 Teilnehmern anschaue, auf die sie sich stützen, ist zu wünschen, dass sie noch deutlich mehr Daten zusammentragen können, die dazu beitragen, die Hypothesen weiter zu validieren.

https://medium.com/the-liberators/how-a-team-level-agile-mindset-shapes-team-effectiveness-880f9b2b8f89

KI und Agile Rollen | Wer braucht schon noch Scrum Master und Agile Coaches, wenn die KI den Standard kann?

Braucht es im Zeitalter der KI noch Scrum Master:innen und Agile Coaches? Manche würden vermutlich sagen, dass man auf sie verzichten kann. Ich bin da anderer Meinung. Zumindest, wenn man agile Rollen nicht auf die reine Methodik reduziert. Erfahrene Menschen, die vertiefende Kenntnisse über Veränderungsprozesse haben und „Agilität” nicht als reine Methodik verstehen, sondern die Feinheiten von Veränderungsprozessen erfassen, müssen sich wenig Gedanken machen. Sie werden auch weiterhin gebraucht werden. Schwierig wird es vermutlich für alle, die sich auf Agilität als „Methodik” versteifen und „nur” das Standardrepertoire beherrschen. In diesen Punkten folge ich Stefan Wolpers durchaus. Eine einfache Retro kann jeder vorbereiten. Mit Hilfsmitteln wie KI-Unterstützung vermutlich noch leichter und schneller als früher. Was aber kein Werkzeug ersetzen kann, sind die „feinen Antennen” für Herausforderungen, Spannungen und Probleme, die nicht in Standardschemata passen und Fingerspitzengefühl sowie Erfahrung erfordern.

https://www.scrum.org/resources/blog/dangerous-middle-agile-roles-ai-will-erode-first

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