#GEDANKENBLITZ | Schneller, mehr und weiter ist nicht (unbedingt) produktiver

Produktivität ist nicht das Gleiche wie Geschwindigkeit. Das ist ein großer Denkfehler, der mir immer wieder begegnet. Im Kleinen (persönliches Zeit- und Selbstmanagement) wie im Großen (Unternehmens- und Organisationsprozesse). Auch im Zusammenhang mit Agilität, mit der erstaunlich viele „höhere Geschwindigkeit“ und indirekt höhere Produktivität verbinden.

Schneller, höher, weiter ist nicht produktiver. Dahinter steckt viel mehr. Qualität und Effektivität sind weitere Dimensionen, die hier ins Spiel kommen. Ich würde sogar fast sagen, dass Qualität und Effektivität höher zu gewichten sind als Geschwindigkeit. Mehr in noch kürzerer Zeit zu erreichen, klingt verlockend, ist aber sinnlos, wenn es nicht zu besseren Ergebnissen führt.

Bedauerlicherweise konzentrieren sich viele bei diesem Thema auf den Aspekt „mehr in der gleichen Zeit“ und meinen damit eine vermeintliche „Kostenminimierung“, weil man schließlich mehr in der gleichen Zeit erreichen kann. Sträflich vernachlässigt werden dabei die anderen Faktoren, die Auswirkungen auf die Qualität im Sinne von Tiefe und Robustheit, aber auch die Frage der Effektivität (ist das, was wir tun, wirklich zielführend und sind die Ergebnisse wirklich wünschenswert?). Inzwischen dürfte sich auch im Zeitmanagement herumgesprochen haben, dass mehr in kürzerer Zeit nicht wirklich befriedigend ist und am Ende mehr Arbeit nachwächst, als man erledigen kann (dazu u.a. das empfehlenswerte Buch von Oliver Burkeman: 4000 Wochen, Piper 2022).

Wer wirklich produktiv sein will, ist gut beraten, regelmäßig 5S im Kopf zu machen und sich zunächst auf Effektivität und Qualität zu konzentrieren und nicht (ausschließlich) auf Geschwindigkeit. Denn bin ich wirklich schneller und „produktiver“, wenn ich mehr vom „Falschen“ mache und dadurch mehr Aufwand erzeuge?

Von Konfuzius soll der Satz stammen: „Wenn du es eilig hast, gehe langsam“. Und irgendwo habe ich ein – angeblich japanisches – Sprichwort gelesen, das noch weiter geht: „Wenn Du es eilig hast, mache einen Umweg.“ Da steckt viel Weisheit drin. Wir selbst können das täglich beobachten, denn aus Stress und Hektik entstehen Fehler und Irrtümer in Hülle und Fülle. Und ja, ich bin da keine Ausnahme. Wie ich selbst immer wieder feststelle.

Ein Kommentar zu „#GEDANKENBLITZ | Schneller, mehr und weiter ist nicht (unbedingt) produktiver

  1. Das ist fast das Schlimmste, find ich. Dass wir es selbst doch wissen, wie falsch diese schnell-schnell Mentalität ist und trotzdem immer mal wieder dem Irrtum aufsitzen, jetzt müsse alles ganz schnell und noch schneller gehen. Danke für den Anstoß, ich mach heute alles schön der Reihe nach 🙂

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