#LINKSDERWOCHE | 33/2023: Produktivität, Lean, Agile und Leadership

PRODUKTIVITÄT

Ordnerstruktur | Einfaches System mit 7 Ordnern

Ich stimme Sebastian Reimer zu, dass eine einfache und übersichtliche Ordnerstruktur bei der Ablage hilft, die wichtigsten Dinge schnell wiederzufinden. Das funktioniert übrigens analog wie digital, mit Outlook genauso wie mit Dateiordnern auf der Festplatte oder dem Notizverwaltungsprogramm eurer Wahl. Passt sich also gut an, egal in welchem Kontext Ihr unterwegs seid.

https://www.lean-service-institute.de/wie-du-mit-nur-7-ordnern-deine-produktivitaet-steigern-und-stressfrei-arbeiten-kannst/

Unabhängig von anderen? | Wir sind immer mit jemandem verbunden und von jemandem abhängig.

Ein Credo, das ich gebetsmühlenartig wiederhole: Wir sind nie ganz unabhängig und allein. Es gibt immer irgendwelche „Schnittstellen“ zu anderen und das ist auch gut so. In eine ähnliche Richtung geht der Blogbeitrag von Dan Rockwell, den ich hier verlinke:

https://leadershipfreak.blog/2023/08/14/dont-depend-on-others/

LEAN

Kaizen | Die verschiedenen Wege einer Organisation Kaizen umzusetzen

Ich bin ein überzeugter Anhänger der Arbeits- und Lebensphilosophie des kontinuierlichen Wandels zum Besseren (Kaizen). Kaizen kann man für sich alleine, im Team, als Unternehmen und/oder mit Zulieferpartnern mit Leben füllen. All diese Möglichkeiten, Kaizen mit Leben zu füllen, betrachtet Christoph Roser in einem Übersichtsartikel.

https://www.allaboutlean.com/different-ways-to-do-kaizen/

Durchlaufzeiten | Analysieren der Durchlaufzeiten mit der Critical Path Method (CPM)

Nicht in jedem Kontext ist es wichtig, so schnell wie möglich zu liefern. Dennoch kann die Analyse der Durchlaufzeit Hinweise darauf geben, wo es im Arbeitsablauf zu Engpässen kommt. Hier kann die Critical Path Methode (CPM) eventuell weiterhelfen und unterstützen. Auf der Leanbase gibt es übrigens noch mehr Erklärvideos und Hilfestellungen aus dem Lean-Kontext. Es lohnt sich also, dort mal vorbeizuschauen.

https://leanbase.de/publishing/post/critical-path-method-cpm-durchlaufzeitanalyse-zur

AGILE

Agile Transformation | Kenner sind nicht sofort Könner, die Übung und Praxis macht den Unterschied

Ein Kenner wird nicht automatisch zum Könner. Der Unterschied zwischen Wissen und Können ist die Praxis. Das gilt im Kleinen wie im Großen. Letzteres thematisiert Marcus Raitner in seinem Blogbeitrag mit Blick auf agile Transformationsprozesse. Es ist leider immer noch ein weit verbreiteter Irrglaube, vor allem im Management, dass man nur ein paar Zertifizierungen machen und eine Blaupause über die Organisation stülpen muss und die Sache ist erledigt. Dabei sagt die Organisationsforschung schon lange eines: Organisationen sind hochkomplex. Das Agieren in Komplexität erfordert einerseits ein hohes Maß an Kompetenz und andererseits ein hohes Maß an Ambiguitätstoleranz bei den Beteiligten. Beides wird leider häufig unterschätzt. Sowohl auf der Ebene der Organisation als auch auf der Ebene der einzelnen Teams.

https://raitner.de/2023/08/uebung-macht-den-meister/

Retrospektiven | Verbesserungsideen als Team generieren

Grundsätzlich stimme ich Simon Flossmann zu. Ein gutes Brainstorming kann helfen, Blockaden im Team zu lösen, um Verbesserungsideen zu generieren. Aus der Praxis kommen für mich noch weitere Faktoren hinzu, die ich immer wieder beobachte. Viele Teams tun sich schon deshalb schwer, Ideen zu entwickeln, weil den Teammitgliedern die Suche nach Verbesserungen über Jahre systematisch abtrainiert wurde. Ihr „Verbesserungsmuskel“ ist verkümmert. Es hilft daher, auch außerhalb von Retrospektiven durch kleine Übungen im Alltag den Verbesserungsmuskel zu trainieren.

https://www.scrum.org/resources/blog/die-strategie-nr-1-wie-scrum-teams-endlich-mehr-verbesserungsideen-der-retrospektive

Veränderungen | Wie das Festhalten an Alt-Systemen, Prozessen und Pratiken die Agilität bremsen kann

In den letzten Tagen habe ich wieder einmal ein Buch des Organisationssoziologen Stefan Kühl (lehrt und forscht an der Universität Bielefeld) gelesen. Die Quintessenz, die bei ihm immer wieder mitschwingt und die er sehr treffend belegt, ist, dass Organisationen als komplexe Gebilde immer auch widersprüchlich sind. Einerseits brauchen sie Stabilität, um überhaupt existieren zu können, andererseits müssen sie ebenso anpassungsfähig bleiben, um dauerhaft bestehen zu können. Entsprechend viele Facetten sind am Werk, die in der gesamten komplexen Gemengelage unterschiedliche Ausprägungen, Formen und Dimensionen annehmen. Dazu gehört sicherlich auch das Beharrungsvermögen „alter Strukturen“, das Stefan Wolpers als Hindernis für Agilität identifiziert hat. Was ich damit sagen will: Bevor man jetzt losgeht und über die Trägheit und Veränderungsresistenz des Managements und der Strukturen schimpft, die alles bremsen, einfach mal kurz innehalten und sich vergegenwärtigen: Trägheit und Veränderungsresistenz erfüllen in einer Organisation einen bestimmten Zweck. Der Effekt mag für uns problematisch sein, aber wenn wir den Zweck verstehen, können wir besser damit umgehen. Den Beitrag von Stefan Wolpers gibt es in einer deutschen und einer englischen Version. Ich verlinke beide hier:

Deutsch: https://www.scrum.org/resources/blog/die-nachteile-des-festhaltens-altsystemen-prozessen-und-praktiken
Englisch: https://www.scrum.org/resources/blog/peril-adhering-legacy-systems-processes-and-practices

Objektives and Key Results | Wie man schlecht formulierte OKR vermeidet

Diese Woche gibt es einen Blogbeitrag von Lars Richter zum Thema Ziele und Schlüsselergebnisse. Oder besser gesagt, wie man sie so formuliert, dass sie auch wirklich zielführend sind. Auch hier macht Übung den Meister. Gute OKRs zu formulieren ist alles andere als trivial. Auch wenn es dem einen oder anderen so erscheinen mag. Als Hilfestellung gibt es im Artikel genügend Praxisbeispiele, wie man es nicht formulieren sollte und warum und wie man es stattdessen formulieren sollte.

https://cdi.digital/okr-beispiele/

SAFe | Es gibt nicht nur „Kritikpunkte“ …

Ich bin bekanntlich kein großer Freund von SAFe, auch wenn in der letzten Version viele Kritikpunkte ausgeräumt wurden. Nach wie vor störe ich mich an der blauenpausenartigen Vermarktung, der Vereinnahmung guter Ansätze und dem enormen Zertifizierungsaufwand sowie an einigen inhaltlichen Punkten. Gleichzeitig muss ich auch als Kritiker anerkennen, dass SAFe einige Dinge nahezu richtig anpackt, wenn auch andere Ideen es meiner Meinung nach genauso gut oder gar besser können. Es ist wie überall: Wo Licht ist, ist auch Schatten und umgekehrt. Daher möchte ich auf den Blogbeitrag von Felix Stein verweisen, der hier einen Blick auf die Vorteile wirft, die SAFe haben kann:

https://www.lean-agility.de/2023/08/der-vorteil-von-safe-iii.html

Experiment Regelbruch | Innovationsfähigkeit stärken, durch bewusste kleine Regelbrüche

Ihr ahnt es vermutlich schon, weil ich weiter oben auf das Dilemma der Organisation hingewiesen habe: Um zu funktionieren, braucht es formelle/informelle Regeln, gleichzeitig ist – auch weil es nie gelingen wird, für alle Situationen die passenden Regeln zu schaffen – der Regelbruch (in einem gewissen Rahmen) ein notwendiges Muss in einer Organisation. In diesem Sinne finde ich die Idee von The Liberators interessant, den Regelbruch gezielt als Experiment einzusetzen. Nicht aus Jux und Tollerei, sondern um zu sehen, welche Regeln als Standard noch sinnvoll sind und welche nicht.

https://medium.com/the-liberators/experiment-break-the-rules-375fbbe1f9b7

LEADERSHIP

Befähigende Führung | Haltung einnehmen als wichtiger Faktor

Ich persönlich habe das Gefühl, dass zu oft die Haltung an zu vielen Dingen schuld sei. Es hat einfach die richtige Einstellung gefehlt. Das ist mir zu einfach. Nichtsdestotrotz spielt Haltung eine Rolle, nicht nur im Zusammenhang mit Führung. Insofern passt der Beitrag von Tim McMahon sehr gut. Wer Mitarbeitende befähigen will, braucht auch eine entsprechende Haltung. Nur, das ist mir wichtig, das allein reicht nicht. Es braucht auch Veränderungen in den Strukturen und Rahmenbedingungen. Wenn es nicht klappt, liegt es oft nicht (nur) an der fehlenden Haltung der Führenden und Geführten, sondern es spielen andere Faktoren eine Rolle. Die Welt ist komplex. Das sollten wir nicht vergessen.

http://www.aleanjourney.com/2023/08/empower-your-employees-with-right.html

Hinweis zum Schluss: Die Links der Woche machen eine kleine Sommerpause. Anfang September geht es wie gewohnt weiter.

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