#LINKSDERWOCHE | 24/2023: Produktivität, Lean, Agile und Leadership

PRODUKTIVITÄT

Hebel für Produktivität | Ausreichend guter Schlaf

Was ist der Produktivitätshebel? Die Antwort, die Ivan Blatter in seiner aktuellen Podcast-Episode gibt, mag den einen oder anderen überraschen: ausreichend guter Schlaf. So einfach und simpel. Und doch so schwer umzusetzen, weil viel zu viel zu tun ist an so einem Tag und wir viel zu viel im Kopf haben, das uns den Schlaf raubt. Vielleicht helfen die Tipps von Ivan.

https://ivanblatter.com/podcast/gute-nacht/

Deadlines | Weshalb willkürliche Deadlines die reinste „Verschwendungstreiber“ sind

Felix Stein bringt es auf den Punkt: Willkürliche Fristen bringen nichts. Schlimmer noch, sie machen uns unproduktiver, weil die Effizienz leidet. Merkwürdig ist, dass trotz dieser Erkenntnis immer wieder völlig willkürlich Deadlines gesetzt werden. Das von ihm erwähnte Online-Zugangsgesetz (kurz OZG) ist ein aktuelles Beispiel. Gut, in diesem Fall kommen noch andere handwerkliche Fehler ins Spiel, aber die sind nicht Thema seines Blogposts:

https://www.lean-agility.de/2023/06/willkurliche-deadlines-ii.html

Erwartungen und Wahrnehmung | Wie Erwartungen unsere Wahrnehmung beeinflussen

Die Welt ist teilweise „konstruiert“, oder besser gesagt, das, was wir wahrnehmen, ist teilweise konstruiert. Das ist ganz normal. Bei der Menge an Informationen, die auf uns einprasseln, brauchen wir „Filter“, sonst wären wir hoffnungslos überfordert. Deshalb sind wir Menschen bestenfalls „begrenzt rational“. Und wie wir Dinge wahrnehmen, hat auch damit zu tun, welche Erwartungen wir haben. Es macht also Sinn, unsere Erwartungen regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen, denn natürlich konzentrieren wir uns auf das, was wir erwarten. Wenn wir „Negatives“ erwarten, werden wir auch mehr „Negatives“ wahrnehmen. Daran erinnert mich der folgende Blogpost von Dan Rockwell:

https://leadershipfreak.blog/2023/06/13/your-expectations-dont-just-influence-your-destiny-they-determine-it/

LEAN

Verschwendung von Wissen | Weshalb wir unglaublich viel Wissen verschwenden

Wissen kann man gewaltig verschwenden. Besonders wenn man nicht weiß, was es schon gibt. Ich erlebe es öfter, wenn ich mitbekomme, wie manche Ideen „neuerfunden“ werden, obwohl andere Disziplinen sie schon längst entwickelt haben und man sich nur transferieren müsste. Natürlich kann ich niemand einen Vorwurf machen, den man kann ja nicht wissen, dass die Soziologen sich längst mit einem Problem befasst haben, dass die Ingenieure erst entdecken, wenn man selbst nicht aus dem Fachgebiet kommt und im eigenen Fachgebiet eine Varianze an Wissen und Optionen hat, die man schon schwer überblicken kann. Und die erleben wir auch im Kleinen. Im Alltag. Immer wieder. Wie Götz Müller schön zeigt:

https://www.geemco.de/artikel/wie-man-wissen-verschwendet/

AGILE

Scrum Master | Woran erkennt man den Erfolg?

Woran erkennt man den Erfolg eines Scrum Masters? Das ist eine Frage, die schwer direkt zu beantworten ist. Ein Scrum Master:innen sind keine Rampensäue. Sie wirken idealerweise im Hintergrund, weil sie das Team und seine Ergebnisse in den Fokus stellen. Scrum Master:innen werden nicht unentbehrlich. Zumindest ganz selten. Was sie aber tun, sie befähigen Team und Umgebung die bestmöglichen Ergebnisse zu schaffen, die alle Beteiligten voranbringen und zwar so, dass es eine echte Gemeinschaftsleistung ist und wird. Insofern bin ich bei Stefan Wolpers und seinem Beitrag:

Version deutschsprachig: https://www.scrum.org/resources/blog/scrum-master-erfolg-definiert

Version englischsprachig: https://www.scrum.org/resources/blog/scrum-master-success-indicators-how-do-you-compare

Erwartungsmanagement | Annahmen auf den Prüfstand stellen mit der Assumptionsmap

Vorsicht ist geboten, wenn man meint zu wissen, was der andere braucht. Denn wir sprechen hier von Annahmen und Vermutungen. Zum Teil mögen sie zutreffen, aber meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass ich/wir oft weit daneben liegen. Denn wir laufen nicht in den gleichen Schuhen, sehen die Dinge nicht aus der gleichen Perspektive und haben einfach eine andere Prägung. Deshalb ist es immer eine gute Idee, im Dialog mit allen Beteiligten die Annahmen auf den Prüfstand zu stellen und abzugleichen. Das erspart später so manche böse Überraschung. Ein Hilfsmittel dafür kann das Assumption Mapping sein, das die Produktwerker in ihrer Podcast-Episode vorstellen:

https://produktwerker.de/assumption-mapping/

Kanban | Workflow sichtbar machen

Ich schätze Kanban sehr, um den Workflow sichtbar zu machen und möglich Probleme früh zu erkennen. Sofern man es wirklich lebt. Den Kanban ist weit mehr als Ticketschubsen und es ist nicht nur mit der Visualisierung getan, sondern es muss letztendlich in die Tat umgesetzt und gelebt werden. Hierbei können auch Metriken und Indikatoren helfen, wie sie Lars Richter im Kontext des Workflows im folgenden Beitrag vorstellt:

https://cdi.digital/kanban-workflow/

Daily Scrum | Wie wir das Daily Scrum produktiver gestalten können

Das Daily ist eine Austauschplattform, kein Reporting. Hier geht es besonders darum zu erfahren, woran gerade gearbeitet wird und wo es ggf. Bedarf zur Abstimmung/Unterstützung gibt bzw. ggf. Hindernisse auftreten. Es müssen also nicht die „klassischen 3 Fragen“ sein, mit denen man das Daily organisiert. Es gibt noch diverse andere Varianten, von denen Simon Flossmann eine Auswahl vorstellt. Die letzten drei sind übrigens meine persönlichen Favoriten.

https://www.scrum.org/resources/blog/mehr-produktivitat-im-daily-scrum-5-bewahrte-formate-die-jeder-professional-scrum

Zusammenarbeit | Welt der Dinge richtet sich nach der Welt der Menschen nicht andersherum!

Eines der vielen Dinge, die mich derzeit sehr ärgern, ist der „Methodenfetischismus: Mit der Methode X werden wir alle Probleme lösen“. Ich sehe Methoden als Werkzeuge und Hilfsmittel, die nur dann einen Sinn machen, wenn ich weiß, wie ich sie zielgerichtet und sinnvoll einsetzen kann. In diesem Sinne bilden sie für mich „Standards“ im Sinne von reproduzierbaren „Gelingensbedingungen“ und gehören in die Welt der Dinge. Die Welt der Dinge ist für mich aber nicht der „Standard“, sondern die Welt der Menschen. Die Welt der Dinge orientiert sich an den Bedürfnissen, an der Welt der Menschen. Das wird gerne vergessen. In diesem Sinne verstehe ich den Beitrag von Dieter Strasser, der übrigens auf das neue Buch von Jim Benson hinweist:

https://www.linkedin.com/pulse/pur-i-fi-ka-tion-zusammenarbeit-dieter-strasser/

Commitment | Ganz wichtig, nicht Sprint Backlog, sondern Sprintziel!

Der Einsatz für den Sprint ist … das Sprintziel. Genau. Nicht der Sprint Backlog. Leider hat Willem-Jan Ageling Recht mit seiner Beobachtung, viele Teams erklären den Sprint Backlog zum Commitment. Das ist nicht gut. Der Sprint Backlog ist das „Depot/Lager“ für die PBIs, aus dem man sich für den Sprint bedient. Nun kann sich im Sprint herausstellen, dass man zum Erreichen des Ergebnisses auf andere PBIs zurückgreifen muss, oder sogar ein angedachtes PBI gar nicht benötigt, um zum angestrebten Ergebnis (Sprintziel) zu kommen. Wenn nun das Sprint Backlog das Commitment ist, dann würde man diese PBIs, die gar nicht zum Ergebnis führen, auch implementieren und das wäre im wahrsten Sinne des Wortes unnötige Arbeit. Unnötige Arbeit, die nicht zum Ziel führt, wollen wir vermeiden. Deshalb ist das Sprintziel das Commitment und nicht das Backlog.

https://ageling.substack.com/p/dont-commit-to-the-sprint-backlog

LEADERSHIP

Unerwartete Aktionen | Mit unerwarteten Aktionen Energie ins Team bringen

Routine ist eine gute Sache. Sie hat aber den Nachteil, dass sie zur „Selbstverständlichkeit“ wird und zu viel davon ist auch nicht gerade gesund. Die Dynamik im Team leidet darunter. Mit unerwarteten Aktionen im positiven Sinne kann man als Führungskraft von Zeit zu Zeit dem negativen Effekt der Ermüdung im Team entgegenwirken und die Dynamik wieder ankurbeln. Die Ideen, die Dan Rockwell dazu in die Runde wirft, finde ich zum Teil sehr gut, aber es sind auch einige dabei, die ich persönlich zur „Routine“ machen würde. Gerade die Nr. 8 ist gehört, für mich zu den Lernroutinen.

https://leadershipfreak.blog/2023/06/16/10-unexpected-actions-that-energize-your-team-today/

Ohne Engagement wird es nichts | Weshalb Führungskräfte aktiver Teil sein müssen

Ich hatte am Samstag ein interessantes Gespräch mit Heinrich Kümmerle, das mir bewusst gemacht hat, dass man die drei Ebenen Strategie, Taktik und operative Umsetzung nie alleine denken darf, sondern immer im Dreiklang und sich gegenseitig beeinflussend verstehen muss. Ähnlich sehe ich das auch beim Thema Führung. Führung ist immer ein Zusammenspiel von Führenden und Geführten, aber auch des Umfeldes. Alles ist miteinander verbunden und beeinflusst sich gegenseitig. Führende und Geführte müssen zusammenspielen. Führung muss sich auf die Geführten einlassen und umgekehrt. Gerade in Veränderungsprozessen ist das ein Thema. Sie werden angestoßen und dann taucht die Führung ab und beschäftigt sich mit anderen Themen. Hinterher wundert man sich, warum es nicht geklappt hat. Das ist es, worauf Willem-Jan Ageling abzielt. Und ich würde sagen, er hat ins Schwarze getroffen.

https://ageling.substack.com/p/modern-leadership-is-engaged-leadership

Partizipation und Beteiligung | Nicht nur gut machen, sondern auch ernst meinen!

Der Blogartikel von Jörg Sommer bezieht sich eigentlich auf Partizipation und Beteiligung jenseits der Arbeitswelt, enthält allerdings eine zentrale Erkenntnis, die ich alle Organisationsverantwortlichen und Entscheidern dringend ins Hausaufgabenbuch schreiben möchte: „Beteiligung muss nicht nur gut gemacht sein. Sie muss vor allem ernst gemeint sein.“ Das gilt auch für partizipative Veränderungsprozesse.

https://demokratie.plus/180-sags-dem-papst/

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