
PRODUKTIVITÄT
Obsidian | Die neue Version ist da und ich finde sie gut …
Ich habe zwar den SAFe RTE, aber ich bin nicht stolz darauf. Ich verlängere ihn regelmäßig. Aber nicht aus Überzeugung, sondern weil er nachgefragt wird. Von SAFe bin ich trotzdem nicht überzeugt. Für mich ist der „Werkzeugkasten” zu überladen, zu „starr” und darüber hinaus überteuert für das, was er liefert. Kanban und Scrum lassen sich gut und einfach skalieren. Und viel ist schon erreicht, wenn man die Grundprinzipien des Agilen Manifests – Achtung, bitte kurz festhalten – und die 14 Prinzipien der Toyota-Philosophie durchdrungen hat. Zusammen hat man einen hervorragenden Kompass und kann sein System so aufbauen, dass es zum Kontext und Ausgangspunkt der Organisation für einen evolutionären Entwicklungsprozess vollkommen ausreicht und zum gewünschten Ergebnis führt. „Blaupausen“ wie SAFe sie vermeintlich bietet, verleiten zu sehr dazu, unreflektiert etwas nachzubauen, was am Ende vielleicht gar nicht notwendig ist und gar nicht passt. Am Ende läuft man Gefahr, was Ralph Jocham als „Beschleunigung von Bürokratie” bezeichnet. Davon haben wir in den Organisationen schon zu viel, weil nicht konsequent von rechts nach links gedacht wird und viel zu wenig darauf geachtet wird, was es wirklich braucht.
https://www.mathoi.at/2026/10/09/obsidian-version-1-14-mit-vielen-neuen-funktionen/
M365 | Suchen und Finden im Microsoft-Biotop
Auch wenn ich vor dem Hintergrund der digitalen Souveränität kein Microsoft-Fan bin, so sind Microsoft-Produkte doch die am weitesten verbreiteten in meinem Umfeld. Ich komme kaum um sie herum. Das dürfte für viele Mitmenschen genauso gelten. Aus diesem Grund ist der Blogartikel von Sigrid Hess zum Thema Suche rund um M365 mit Teams, OneDrive und Co. interessant. Ich habe einiges gelernt, das ich vorher nicht wusste. Das macht das Leben an der einen oder anderen Stelle hoffentlich etwas einfacher, wobei ich zugegebenermaßen öfter das Gefühl habe, dass die Technik dafür deutlich mehr neue Probleme an anderer Stelle erzeugt. Das ist allerdings ein anderes Thema.
https://www.teamworkblog.de/2026/10/profi-suche-fur-teams-onedrive-und.html
Perspektivwechsel | Ändere Deine Perspektive und Du siehst neue Wege
In jüngerer Zeit habe ich mich wieder verstärkt mit Systemdenken beschäftigt. Dabei ist mir erneut aufgefallen, wie stark die Denkweise des Toyota Production Systems davon beeinflusst ist. Im Kontext von Kaizen geht es dort immer auch darum, die eigenen Annahmen zu hinterfragen und andere Perspektiven einzunehmen. Denn erst dadurch werden Lösungswege sichtbar, die einem sonst verborgen bleiben würden. Genau diesen Effekt beschreibt Dan Rockwell in seinem Blogartikel sehr gut: Wir verändern uns, wenn wir Dinge sehen, die uns bisher verborgen geblieben sind. Dazu braucht es oft einen simplen Perspektivwechsel, bei dem wir unsere Annahmen hinterfragen und einen anderen Blickwinkel einnehmen. Plötzlich erschließt sich eine ganz andere Sichtweise. Ich weiß allerdings, dass das nicht immer so einfach ist. Oft muss man sich eine Weile mit einem Thema beschäftigen, ehe es gelingt. Zumindest geht es mir des Öfteren so. Dabei ist die einfachste Form, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die möglich sind, und nicht auf die, die nicht gehen. Und glaubt mir, oft ist mehr möglich, als man im ersten Moment meint. Ein Perspektivwechsel kann den Knoten schnell lösen.
https://leadershipfreak.blog/2026/10/08/you-change-when-you-see/
Kleine Experimente | Wissenschaftlich-empirisch Denken und Lernen in der Praxis
An dieser Stelle lasse ich Lars Richter erklären, wie „empirische Arbeit“ in Form kleiner Experimente funktioniert. Was er als Konzept der „Tiny Experiments” beschreibt, ist im Grunde nichts anderes. Man stellt eine Hypothese auf, die man durch tatsächliches Tun überprüft, um daraus Erkenntnisse zu gewinnen. Das Lernen steht dabei im Fokus. Für mich ist es auch wieder interessant, wie sich bestimmte Ideen immer wieder irgendwo widerspiegeln und in – oft nur geringen – Variationen immer wieder auftauchen. Offenbar ist da was dran, sonst wäre es wohl kaum ein solcher Dauerbrenner.
https://scamper.blog/tiny-experiments/
Echte Aufmerksamkeit | Gesten, die wirklich helfen
Anne Koschinski liefert wieder einen nachdenklichen Beitrag für meine „Links der Woche”. Einen, den ich gerne mit euch teilen möchte, auch wenn er vielleicht schwer verdaulich ist. Er deckt sich mit einigen Beobachtungen, die ich gemacht habe. Bei mir und bei anderen. Wenn es Menschen nicht gut geht, brauchen sie keine vermeintlich rationalen Tipps und aufmunternde Worte im Sinne von „Das wird schon wieder”, sondern eine simple Geste im Sinne von „Wenn du Gesellschaft brauchst oder einfach jemanden, der dir zuhört, dann melde dich”. Unter uns: Den meisten Menschen, denen es nicht gut geht, ist das „Rationale” oft bewusst, aber sie können den Schalter nicht umlegen. Da sind vermeintlich gut gemeinte Ratschläge eher kontraproduktiv, weil sie den Betroffenen eh schon sagen, was sie selbst bereits wissen. Genau in diesem Moment brauchen sie niemanden, der ihnen das Gefühl gibt, sie bekämen es nicht auf die Kette, sondern jemanden, der ihnen zeigt, dass sie nicht allein sind, bis sie wieder die Kraft haben, den nächsten Schritt zu gehen. Das ist herausfordernd. Auch, weil wir alle unser eigenes Päckchen zu tragen haben und weil uns manchmal die richtigen Worte fehlen. Aber es macht die Welt zu einem besseren Ort.
https://anna-livia.de/hoert-auf-zu-fragen/
Mehr vom Gleichen | Wenn die Aufgaben wachsen, aber das Arbeitssystem nicht mitwächst
Wir wachsen mit unseren Aufgaben, wie es so schön heißt. Bedauerlicherweise wächst unsere Arbeitsweise dabei jedoch nicht immer mit. „Mehr vom Gleichen“ ist dann oft die Antwort, doch auf Dauer geht die Rechnung nicht auf. Genau hier rät Ivan Blatter zur kritischen Selbstreflexion. Über unser Arbeitssystem. Ich habe mir den Spaß erlaubt und nach seinem empfohlenen Ansatz reflektiert. Ich will mich nicht selbst loben, aber ich habe gemerkt, dass ich meine Arbeitsweise tatsächlich intuitiv evolutionär weiterentwickelt habe. Es ist zwar noch deutlich Luft nach oben, aber ja, er hat recht. Das mag in meinem Fall daran liegen, dass ich ein großer Kanban- und Kaizen-Fan bin, der ohnehin etwas sensibler auf Veränderungen und die entsprechende Anpassung reagiert und dies auch schon teilweise bewusst umsetzt. Das heißt aber nicht, dass es nicht ausbaufähig wäre. Und genau diese Baustelle werde ich mir demnächst vornehmen. Denn im Augenblick ist vieles im Umbruch, was mich vermuten lässt, dass es mal wieder an der Zeit ist, etwas an meiner Arbeitsweise zu ändern.
https://share.transistor.fm/s/dd3acf8d
LEAN
Standards | Sie sind nicht in Stein gemeißelt, sondern lebendig
Ich mag Standards. Sie sind wichtig, um zu erkennen, wo etwas abweicht. Sie dienen also als Referenz. Eine Abweichung bedeutet, dass es hier etwas gibt, das wir uns anschauen können, um daraus zu lernen und einen neuen Standard zu schaffen. Standards sind nichts anderes als reproduzierbare Gelingensbedingungen in Form einer Arbeitshypothese. Solange wir keinen besseren Standard finden, gilt der alte als gut und richtig. Mit anderen Worten: Sie wollen beständig reflektiert und überprüft werden. Nur weil etwas einmal richtig war, bedeutet das nicht, dass es immer noch richtig ist. Wie ich das meine, wird im Beispiel von Ron Pereira sehr schön deutlich. Es ist aus dem Alltag gegriffen und für jeden nachvollziehbar. Nämlich wie wir uns nach dem Duschen abtrocknen. Hey, für einen Standard braucht man nicht unbedingt Taktzeiten. Manchmal ist es einfach nur ein Ablauf. Ein Ablauf oder Prozess, den wir hinterfragen könnten, um zu sehen, ob es nicht sogar einfacher geht. Mit dem gleichen Ergebnis oder sogar besser.
https://blog.gembaacademy.com/2026/10/07/how-do-you-dry-yourself-off/
AGILE
SAFe | Weshalb SAFe nicht agil skaliert, sondern die Bürokratie beschleunigt
Ich habe zwar den SAFe RTE, aber ich bin nicht stolz darauf. Ich verlängere ihn regelmäßig, aber nicht aus Überzeugung. Allerdings nicht aus Überzeugung, sondern weil er nachgefragt wird. Von SAFe bin ich trotzdem nicht überzeugt. Für mich ist der „Werkzeugkasten” zu überladen, zu „starr” und darüber hinaus zu teuer für das, was er bietet. Kanban und Scrum lassen sich hingegen gut und einfach skalieren. Viel ist schon erreicht, wenn man die Grundprinzipien des Agilen Manifests – Achtung, bitte kurz festhalten – und die 14 Prinzipien der Toyota-Philosophie verinnerlicht hat. Zusammen hat man einen hervorragenden Kompass und kann sein System so aufbauen, dass es vollkommen ausreicht, um den Kontext und den Ausgangspunkt der Organisation für einen evolutionären Entwicklungsprozess zu bilden und das gewünschte Ergebnis zu erreichen. „Blaupausen“ wie SAFe sie vermeintlich bietet, verleiten dazu, unreflektiert etwas nachzubauen, das am Ende vielleicht gar nicht notwendig ist und nicht passt. Am Ende läuft man Gefahr, was Ralph Jocham als „Beschleunigung von Bürokratie” bezeichnet. Davon haben wir in den Organisationen schon zu viel, weil nicht konsequent von rechts nach links gedacht wird und viel zu wenig darauf geachtet wird, was wirklich benötigt wird.
https://www.scrum.org/resources/blog/safe-didnt-scale-agile-it-scaled-bureaucracy
Scrum Master | Fünf Dinge, die die Rolleninhabenden nicht tun sollten
Es ist irgendwie lustig, dass bestimmte Themen immer wieder aufkommen. So auch die fünf Punkte, die Mary Poppendieck als No-Gos für Scrum Master beschreibt. Man sollte meinen, dass diese Themen inzwischen in der breiten Masse angekommen sind. Leider, da muss ich ihr Recht geben, ist dem nicht so. Und das, obwohl Scrum Master einen hohen Anspruch haben. Tja, wie heißt es so schön: „Friss dein eigenes Hundefutter!” Der Job besteht darin, die Lösungskompetenz zu verbessern. Die eigene und die der Teammitglieder sowie die der umgebenden Organisation. Die Verlockung mag groß sein, dennoch glaube ich fest daran, dass man erwachsene Menschen wie erwachsene Menschen behandeln sollte und muss. Unabhängig davon, ob es sich um ein agiles Team handelt oder nicht. Mit allem, was dazugehört 😉
https://www.scrum.org/resources/blog/5-things-scrum-master-shouldnt-be-doing
Veränderungen | Begib dich an den Ort des Geschehens und verstehe, bevor du beginnst.
Interessant Frage, was sollte man sich anschauen, bevor man etwas verändert. Genau da werde ich hellhhörig und damit hat mich Marc Löffler geködert, seine Podcastfolge gründlich anzuhören. Okay, es waren nicht wirklich viele überraschende neue Erkenntnisse dabei. Vieles davon ist genau die Denkweise, die ich zum Beispiel über die Beschäftigung über Kanban, Obeya, Kaizen u. ä. genauso gelernt habe. Starte mit dem was vorhanden ist und entwickle es evololutionär weiter ist die Kurzfassung des Ganzen. Kleiner Tipp von mir – die 8 Arten von Muda (nicht-wertschöpfende Arbeit) können übrigens bei helfen genau solche Hebel zu identifizieren. Tja, der Toyota Weg ist einfach immer noch zeitlos 😉
https://marcloeffler.eu/2026/10/06/inspect-was-du-anschauen-solltest-bevor-du-etwas-veraenderst/
LEADERSHIP
Vorschnelles Urteil | Vorischt vor dem schnellen Trugschluss, den oft ist die Ursache eine andere
Ich bin ein großer Fan der 5 Weshalb. Weshalb? Weil ich gelernt habe, dass das was wir oft als Ursache vermuten reine spekulative Vermutung sind. Wir sind schnell dabei ein Schuldigen zu suchen statt tiefer nach den Ursachen zu bohren. Ehe man sich versieht habe mir irgendjemand ein Label wie „unfähig“ oder „faul“ verpasst, obwohl die betreffende Person hierfür nichts kann. Ich weiß nicht, wie oft ich schon feststellen musste, dass Mitmenschen durch Rahmenbediungen ausgebremst wurden, die außerhalb ihrer Einflussphäre lagen und verzweifelt um Hilfe gebeten haben, die niemand gehört hat. Genau daran musste ich beim Lesen von Daniel Dubbels Artikel zuerst denken. Den auch das hat unmittelbar Auswirkung auf Führung. Macht vielleicht sogar den Unterschied aus. Wenn Führung befähigen will, dann muss sie verstehen. Dafür muss sie in die Tiefe gehen. Gründlich nachforschen, Ursachen erkunden und ganz weit an der Wurzel hinunter graben. Ich bin den meisten Fällen, nicht in allen, wird sich zeigen, dass die Ursachen ganz wo anders zu finden sind.
https://www.inspectandadapt.de/wer-ist-hier-eigentlich-faul/
POLITIK UND GESELLSCHAFT
Feind der Arbeitnehmer | Die Nicht-Alternative inszeniert sich als Freund der kleine Leute, ist aber in Wahrheit ein Feind der kleinen Leute
Ich kann mal wieder nicht an mich halten. Besonders jetzt, da es doch tatsächlich ein Rechtsextremist geschafft hat in einem Landtag das Amt des Landtagspräsidenten zu ergattern und dort gar ein – ja, nennen wir das Kind beim Namen – Anhänger einer autoritären, anti-demokratischen Partei sich anschickt Ministerpräsident zu werden. Da kann ich mich nicht zurückhalten. Auch wenn ich weiß, dass ich die Anhänger der Nicht-Alternative schon lange nicht mehr mit Zahlen-Daten-Fakten überzeugen kann, gebe ich nicht auf. Die Nicht-Alternative ist keine Partei des kleinen Mannes. Ganz im Gegenteil. Sie steht für Beschränkung von Arbeitnehmerrechten, sie steht nicht für die kleinen Leute. Dazu muss man sich nur ihr Programm durchlesen. Gut, ich weiß, den Beitrag von Hans Wallow werden vermutlich wieder nur diejenigen lesen, die es ohnehin schon wissen und sich der Gefahr längst bewusst sind. Ich gebe dennoch nicht auf, dass der eine oder andere, der den Bauernfänger auf den Leim gegangen ist, sich doch noch überzeugen lässt. Aufgeben gibt es nicht.
https://www.blog-der-republik.de/afd-feind-der-arbeitnehmer-foerderer-einer-rechtsextremen-partei/
@tomsgedankenblog.social Vielen Dank für die Erwähnung in Deinen Links der Woche. 🥰
Kleine Ergänzung noch von meiner Seite: Im Gegensatz zu wissenschaftlichen Experimenten, geht es bei Tiny Experiments ausdrücklich nicht darum, eine Hypothese aufzustellen! Sie sind so gesehen komplett ergebnisoffen und dienen nicht dazu, eine Hypothese zu bestätigen oder zu widerlegen. Man folgt einfach seiner Neugierde und schaut erst am Ende, was "rauskommt".
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