
PRODUKTIVITÄT
Obsidian | Reine chaotisch Ablage reicht (doch) nicht
Ich nutze die „chaotische” Ablage teilweise, indem ich Verstichwortung verwende. Unter anderem in meinem E-Mail-Postfach, aber auch in Obsidian. Allerdings nicht nur, denn ich habe auch eine sehr schlanke Ordnerstruktur. Sie ist an meine aktuellen Bedürfnisse angepasst. Diese Erkenntnis teile ich offenbar auch mit Thomas Mathoi, der sich mit Obsidian deutlich besser auskennt und es auch deutlich effektiver zu nutzen scheint als ich. Dass er die Allgemeinheit an seinen Erkenntnissen und Erfahrungen teilhaben lässt, finde ich super. Regelmäßig bekomme ich von ihm Anregungen zur Verbesserung meines eigenen Systems. Sein aktueller Erfahrungsbericht gibt mir erneut einen Impuls, meine Ablage (nicht nur in Obsidian) insgesamt zu überdenken.
https://www.mathoi.at/2026/09/09/ordner-in-obsidian-ganz-ohne-gehts-doch-nicht/
Keine Zeit? | Das ist die falsche Frage, denn Zeit hat man nicht – man nimmt sie sich
Wir haben nicht zu wenig Zeit, sondern wir nehmen uns keine Zeit für die Dinge, die uns wichtig sind. Ich weiß nicht mehr, wo ich diesen Satz aufgeschnappt habe. Aber er trifft den Nagel auf den Kopf. Es ist eine Frage, was uns wichtig ist. Gut, ich lerne gerade, dass es manchen Menschen tatsächlich schwerfällt, Prioritäten zu setzen, weil der zugehörige Filter irgendwie anders funktioniert (ADHS-Betroffene werden verstehen, was ich meine), aber im Grundsatz ist es so. Was wir vermutlich – zum überwiegenden Teil – oft viel zu wenig tun, ist, uns die Frage zu stellen, was für uns wirklich wichtig ist. Denn Zeit hat man nicht – man nimmt sie sich. Und manchmal brauchen wir eine Erinnerung daran. Eine solche Erinnerung hat mir Anna Koschinski in meinen RSS-Reader gespült. Vielen Dank dafür.
https://anna-livia.de/keine-zeit/
Routinen | Unterschätzt, aber sehr wertvoll
Routinen werden – zumindest aus meiner Sicht – zu wenig wertgeschätzt. Ich bin ein Mensch, den Routinearbeit sehr schnell langweilt und nervt. Und doch habe ich Routinen zu schätzen gelernt. Als Entschleuniger, als Erinnerung, inne zu halten und zu reflektieren, als „Gewohnheit“, die mich dazu bringt, Dinge besser zu machen. Genau da setzt der Blogartikel von Dan Rockwell ein Stück weit an. Er hebt die Bedeutung gesunder Routinen hervor, die wir viel zu sehr unterschätzen. Das deckt sich mit meiner eigenen Erkenntnis. In den letzten Wochen habe ich begonnen, mir ein paar neue Routinen anzugewöhnen, weil sie mir guttun. Man sollte sie nicht unterschätzen.
https://leadershipfreak.blog/2026/09/10/a-routine-that-changes-everything/
Hebelfrage | Wenn wir den richtigen Hebel setzen, erreichen wir mehr …
Ivan Blatter hat erneut eine für mich sehr spannende Podcastfolge veröffentlicht. Er überträgt das Hebelprinzip ins Selbstmanagement. Eine sehr passende Metapher, die er gekonnt auf den Arbeitsalltag und das Zeitmanagement überträgt. Die zentrale Frage lautet: Was ist der Hebel und wo ist der Ansatzpunkt, der uns am ehesten voranbringt? Die Hebelfrage lautet: Was macht alles andere einfacher oder sogar überflüssig? Im Podcast geht er darauf tiefer ein. Ich bin gespannt, wie gut es mir gelingt, die Idee in meine Arbeitsabläufe zu integrieren. 😉
https://share.transistor.fm/s/6fefc937
LEAN
A3 ohne Denken | Wenn der A3-Report zum Formalismus verkümmert
Der A3-Report ist ein hervorragendes Werkzeug, um Verbesserungen zu ermitteln. Wie immer kommt es allerdings darauf an, wie man das Werkzeug nutzt. Ich sehe im A3-Report-Format eine Visualisierungshilfe, die das Nachdenken unterstützt, und nutze es entsprechend, wenn es zum Einsatz kommt. Dass dies jedoch nicht unbedingt der Fall ist und vermutlich oft nicht der Fall ist, verdeutlicht mir der Beitrag von Götz Müller. Er zeigt genau auf, was schiefgehen kann, wenn das A3-Format nicht als Werkzeug zum Denken genutzt wird, sondern zu bloßem Formalismus verkümmert.
https://www.geemco.de/artikel/a3-ohne-denken/
AGILE
Agile Grundlagen | Weiterhin von Bedeutung
Gegenwärtig vertreten immer mehr agile Vordenker die Meinung, dass der Einsatz von KI die bisherigen Rahmenwerke und die damit verbundenen Rollen überflüssig macht. Abgesehen davon, dass ich diese Meinung nicht teile, stimme ich Marc Löffler im Kern zu, dass die agilen Grundlagen bestehen bleiben. Unabhängig vom rasanten technischen Wandel, der sicherlich manches beschleunigt und vereinfacht, aber eben auch an anderer Stelle zu ganz neuen Herausforderungen führt, die exploratives, reflektiertes und vermutlich auch bewusst entschleunigtes Arbeiten notwendig machen werden. Wie Marc sehe ich keine Methodenkrise. Methoden wurden und werden immer noch zu Wunderwaffen verklärt, die sie nie waren und nie sein werden.
https://passionateteams.com/e/back-to-basics-%e2%80%94-was-bleibt-und-was-jetzt-kommt
WiP-Limit und KI | Wenn sich der Engpass verschiebt
Wie ich bereits erwähnt habe, bin ich nicht der Auffassung, dass die Rahmenwerke und Methoden wie Scrum oder Kanban obsolet werden. Gerade wenn wir tatsächlich mit KI mehr Arbeit erledigen können, besteht die Gefahr, dass wir mehr nicht wertschöpfende Arbeit produzieren. Wie Maria Iqbal richtig erkennt, können wir zwar manche Dinge schneller erledigen, überlasten aber an anderer Stelle unsere Prozesse, indem wir die Menge der parallelen Arbeit erhöhen. Es ist großartig, wie aktuell die Idee von Kanban immer noch ist. Durch den Einsatz von KI verschiebt sich der Engpass ggf. an eine andere Stelle, sodass wir entsprechend reagieren müssen.
https://www.scrum.org/resources/blog/ai-changed-bottleneck-your-wip-limits-should-change-it
Melongengrün | Hindernisse beim Namen nennen, nicht verschleiern
Hm, das von Steven Deneir angesprochene Problem ist mit Sicherheit kein typisch „agiles” Problem. Der Status „melonengrün” (außen grün, innen …) ist ein Indiz für ein strukturelles Problem. „Keine Probleme zu haben, ist das größte Problem von allen”, sagte schon Taiichi Ohno. Er war einer der Väter der Toyota Production Systems. Probleme und Hindernisse müssen beim Namen genannt werden, damit man sie lösen kann. Außerdem enthalten sie immer auch die Lösung des Problems und damit die Möglichkeit zur Verbesserung und Innovation, die ungenutzt bleibt. Ganz zu schweigen von der Unmenge an nicht wertschöpfender Arbeit, die damit verbunden ist.
https://www.scrum.org/resources/blog/reality-doesnt-need-your-permission-escalate
Backlog | Priorisierung wird zum Nullsummenspiel, Löschen hingegen hilft
Ich bin auf einen Blogartikel von Ralph Jocham aufmerksam geworden, der mich nachdenklich stimmt. In den agilen Prinzipien heißt es: „Einfachheit ist essenziell und damit die Kunst, die Menge der nicht erledigten Arbeit zu maximieren.” Irgendwie haben wir das Lean-Prinzip im Kontext agiler Ansätze nicht gut genug vermittelt. Zumindest wird mir das beim Lesen seines Blogartikels klar. Da muss ich mich auch an die eigene Nase fassen. Wir investieren extrem viel Zeit in die Priorisierung und das Refinement von PBIs. Aber ganz selten stellt jemand die Frage, ob etwas auch zum Ergebnis beiträgt und, wenn nicht, ob wir es nicht einfach „löschen” sollten. Genau das ist etwas, das ich durch die Beschäftigung mit dem Toyota Production System zu schätzen gelernt habe. Was trägt wirklich zum Ergebnis bei und was nicht? Das Weglassen dessen, was nicht zum Ergebnis beiträgt, und das Beibehalten dessen, von dem wir sagen können, dass es uns weiterbringt. Übertragen wir das Ganze auf unsere Backlogs, spüren wir einen echten Effekt, denn Priorisierung ist am Ende ein Nullsummenspiel, das Entfernen nicht-wertschöpfender Arbeit jedoch nicht. Es bringt uns weiter.
https://www.scrum.org/resources/blog/reordering-your-backlog-zero-sum-deleting-it-not
Product Owner | Eine Rolle im Bedeutungswandel?
Ich persönlich messe Rollentiteln nicht allzu viel Bedeutung bei. Wichtiger ist, wie sie mit Inhalt befüllt werden. Das wird in der Tat auch immer wichtiger, weil die Rolle des Product Owners, die lange mit Scrum assoziiert wurde, sich inzwischen so stark verbreitet hat, dass man nicht mehr davon ausgehen kann und muss, dass sich dahinter auch ein PO im Sinne von Scrum verbirgt. Das kann mit Blick auf das Erwartungsmanagement aller Beteiligten schnell zur Herausforderung werden, wie ich immer wieder feststellen muss. Daher finde ich den Podcast der Produktwerker zum Thema „Product Owner ohne Scrum – Widerspruch oder inzwischen oft Alltag?” sehr interessant. Er spricht ein Thema an, das sich in der Praxis deutlich wiederfindet.
https://produktwerker.de/product-owner-ohne-scrum-widerspruch-oder-inzwischen-oft-alltag/
MANAGEMENT UND LEADERSHIP
Verdauliche Transparenz | Auf die Balance kommt es an
Ich bin zwar ein großer Freund von Konzepten wie der psychologischen Sicherheit. Ich lege sehr viel Wert auf Transparenz und Authenzität. Und doch wird es mir langsam zu viel es Guten. Den wie so oft, macht das richtige Maß den entscheidenden Faktor aus. Daher hat mich der Blogartikel von Ralf Lanwehr und Elena Grobbel direkt angesprochen. Führung soll Richtung gebe, Führung soll Klarheit schaffen und Klarheit soll Sicherheit vermitteln. Gleichzeitig braucht es Transparenz, Authenzität und Verbundenheit. Beides muss im Gleichgewicht sein, damit es Wirkung zeigt. Genau das ist es, was die beiden Autoren mit verdaulicher Transparenz überschrieben haben. Diese Balance. Die Überbewertung eines Aspektes ohne sein Gegengewicht, führt funktioniert nicht. Und genau dies ist, auf was es ankommt.
https://t2informatik.de/blog/verdauliche-transparenz/
Entschleunigte Führung | Weshalb Entschleunigung zu besserer Führung führt
Langsamkeit ist etwas positives? Ja, ist es. Und wir bräuchten mehr davon. Klar, ich lese ständig, dass die KI alles noch schneller macht. Noch mehr in weniger Zeit ermöglicht. Ist das aber immer erstrebenswert? Ich finde nicht. Zeit für Reflexion, Zeit um Wachsen, Zeit um etwas zu verstehen, Zeit um etwas zu durchdenken ist unglaublich wichtig. Und das gilt auch für das Thema Führung. Gute Führung befähigt, sie bevormundet nicht. Gute Führung, ist entschleunigt und schafft Raum für Reflexion und Wachstum. Und genau darum geht es auch im folgenden Beitrag von Dan Rockwell:
https://leadershipfreak.blog/2026/09/07/the-go-slow-leader/
POLITIK UND GESELLSCHAFT
Die Farben der Demokratie | Schwarz-Rot-Gold – unsere Demokratie, unsere Farben – wir lassen sie uns nicht wegnehmen!
Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich von der sogenannten „Alternative für Deutschland” nichts halte und sie sogar als autokratischen Sauhaufen ablehne. Es ärgert mich kolossal, dass sich eine Partei, die die Werte des Grundgesetzes derart mit Füßen tritt, ausgerechnet mit den Farben des Grundgesetzes, der Frankfurter Paulskirche und der Verfassung der Weimarer Republik schmückt. Nein, sie haben nicht das Recht, diese Farben zu tragen. Ganz im Gegenteil. Denn sie vertreten Werte, die genau die Werte, für die diese Farben stehen, beleidigen und in Abrede stellen. Schwarz-Rot-Gold gehören nicht einer rechtsextremistischen Gruppierung. Sie sind die Farben der Demokratie. Sie sind die Farben der Demokraten und Republikverteidiger, wie zum Beispiel des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, das sich seit 1924 für Republik und Demokratie einsetzt. Und so sollte es sein. Bei jeder Demo für Demokratie und Vielfalt, die sich der „Alternative” entgegenstellt, sollten die Farben der Demokratie neben den Farben der Vielfalt und dem europäischen Sternenkranz sichtbar wehen. Die Botschaft sollte lauten: Unsere Demokratie, unsere Farben – wir lassen sie uns von euch nicht wegnehmen!
https://www.demokratie-geschichte.de/15426/wem-gehoert-schwarz-rot-gold/
AfD-Wähler | Wer eine rechtsextreme Partei wählt ist kein Opfer, sonder Täter
Lutz Heuken schlägt in eine ähnliche Kerbe und benennt klar: Wer eine rechtsextremistische Partei wählt, tut dies nicht aus Protest. Er oder sie wählt bewusst eine verfassungsfeindliche Partei und die Autokratie. Das dürfen wir nicht länger entschuldigen oder verharmlosen. Wir müssen es klar benennen. Ohne Wenn und Aber. AfD-Wähler sind keine Opfer, sondern Täter! Das müssen wir laut und deutlich aussprechen. Wir müssen das laut und deutlich benennen. Demokraten müssen sichtbarer werden. Auf der Straße, im Alltag, im Privatleben, im Beruf. Es liegt an uns. Wir müssen laut und sichtbar werden, in Gespräche gehen und die Fratze des Autokratie der AfD entlarven.
https://www.blog-der-republik.de/afd-waehler-sind-taeter-keine-opfer/