
Erschreckend, wie schnell wir auf vermeintlich einfache Lösungen hereinfallen. Eine Teilmenge der sichtbaren Symptome wird von lautstark agierenden Mitmenschen zum Sündenbock erklärt und wir stürzen uns darauf – im Irrglauben, es sei die Lösung. Darauf richtet sich dann der Fokus, weil es ja so schön simpel ist. Das klingt ja auch so schön einfach. Nur das Problem wird dadurch nicht gelöst. Es bleibt bestehen, denn wir sind längst nicht zur Wurzel des Problems und den Ursachen vorgedrungen. Diese sind tief vergraben. ist kompliziert und oft auch komplex. Es ist nicht leicht zu erklären, schwer zu verstehen und obendrein selten eindeutig. Dabei wissen wir doch längst: Wenn etwas zu einfach klingt, ist etwas faul. Oder sind wir zu faul? Zu faul, tiefer zu bohren? Zu faul, genauer hinzusehen? Zu bequem, zu hinterfragen?
Ich habe die Technik „5 Why“, das fünfmalige Hinterfragen im professionellen Kontext, sehr zu schätzen gelernt und bemühe mich, auch in anderen Lebensbereichen tieferzugehen. Ein klügerer Kopf als ich sagte einmal: „Hast du eine einfache und schnelle Antwort, hast du das Problem womöglich noch nicht verstanden.” Mir scheint, es ist etwas dran.