Es scheint noch recht ruhig zu sein. Zumindest bin ich diese Woche nicht über viele spannende Themen und Beiträge gestolpert, die es zu verlinken gilt. Deshalb sind die Links der Woche heute etwas dünner, aber nicht weniger inhaltsreich. Hoffe ich zumindest.
PRODUKTIVITÄT
Tooltipp | Zeiterfassung mit TimeTragger für Selfhoster
Herbert Hertentramp stellt den TimeTragger vor. Eine Lösung, die besonders für Selbsthoster geeignet ist. Falls jemand auf der Suche nach einer entsprechenden Lösung ist, könnte er hier fündig werden. Optisch sieht das Ganze recht gut und praktisch aus. Ich habe es selbst noch nicht ausprobiert. Ich habe aber auch keinen eigenen „Heimserver“ mit NAS hier stehen. Noch nicht. Kommt vielleicht noch, sobald die Kinder alle Computer haben, nehme ich an 😉
https://digital-cleaning.de/index.php/timetagger-zeiterfassung-ohne-stress/
Schreibt mehr | Bloggt was die Tasten aushalten und teilt Eure Ideen
Der Blog heißt Toms Gedankenblog. Ursprünglich habe ich ihn eingerichtet, um meine Gedanken zur Diskussion zu stellen. Die Links der Woche kamen später dazu und sind mittlerweile fast der Motor des Blogs, da ich nicht mehr dazu komme, meine Gedanken niederzuschreiben. Schade eigentlich. Eigentlich. Ich weiß, dass es da draußen noch mehr Menschen mit guten Ideen gibt, die es zu ermutigen gilt, ebenfalls in die Tasten zu hauen. Damit meine ich nicht die Hochglanz-Influencer auf Instagram. Sondern euch, die ihr wirklich etwas zu sagen habt und den Diskurs sucht. Nehmt den Beitrag von Anna Koschinski als Startimpuls – vielleicht lese ich Euren Blog ja demnächst 😉
https://anna-livia.de/gedanken-botschaft/
AGILE
Prozesse | Gute und schlechte Prozesse
Es gibt Prozesse, die wirklich gut sind, weil sie unterstützen. Sie sind effektiv und anpassungsfähig. Und es gibt die ungesunden Prozesse, die mehr bremsen als fördern. Sie sind meist unflexibel, starr und im schlimmsten Fall sogar ineffektiv. Sie wurden über lange Zeit nicht weiterentwickelt und angepasst. Oder sie orientieren sich nicht an dem Leitsatz, den ich im Lean-Kontext gelernt habe: Die Welt der Dinge passt sich der Welt der Menschen an. Nicht umgekehrt. Dazu passt die Übersetzung eines englischsprachigen Linkedin-Postings von Felix C. Stein, der von John Cutler stammt. Im Blogeintrag findet sich auch der Link zum Original. Sehr zutreffend.
https://www.lean-agility.de/2025/01/gute-und-schlechte-prozesse.html
WiP-Limit | Ein Einstieg ins Thema Limitierung paralleler Arbeit
Das beste Buch, das ich kenne, mit nur knapp 100 Seiten, um den Sinn der Beschränkung der parallelen Arbeit zu vermitteln, ist das von Jim Benson (Why Limit WiP). Wer danach immer noch nicht verstanden hat, wozu es gut ist … Wer jetzt neugierig geworden ist, wie man die Begrenzung parallelen Arbeitens nutzen kann, sich aber nicht gleich durch Berge von Büchern wälzen möchte, um sich vorher ein genaueres Bild zu machen, dem empfehle ich gerne die Podcast Episode von No Agile Bullshit. Hier erklärt mein Namensvetter Thomas in kompakten 25 Minuten die wichtigsten Aspekte. Ein guter und auch tiefer gehender Einstieg.
https://no-bullshit-agile.de/nba48-wip-limits-deep-dive.html
OKR | Sie sollen unterstützen, nicht bremsen
Ich bin nicht mehr ganz so glücklich mit dem OKR. Nicht weil ich die Idee grundsätzlich schlecht finde. Nein, es sind eher die praktischen Umsetzungen und der „Hype“ um das Framework, die mich stören. Viele Umsetzungen erinnern mich an „klassische“ Zielvereinbarungsformate, die die Chance des adaptiv-reflexiven Lernens als Organisation sträflich vernachlässigen und damit eher restriktiv wirken. Genau das Gegenteil von dem, was mit OKR erreicht werden soll. Willem-Jan Ageling bringt es auf den Punkt, oder?
https://ageling.substack.com/p/okr-should-enable-not-restrict
Definition of Done | Wozu sind sie gut?
Die „Definition of Done“ scheint ein Dauerbrenner zu sein. Immer wieder stolpere ich über das Thema und es gibt viele, viele gute Beiträge dazu. Zu diesen darf sich nun auch der folgende Artikel von Mary Iqubal zählen, der kurz umreißt, was der Sinn der DoD ist. Für die alten Hasen eine schöne „Auffrischung“ für die „Neuen“ hoffentlich ein guter Einstieg..
https://www.scrum.org/resources/blog/what-definition-done
Scrum | Wann Regeln anpassen?
Ich bin kein Dogmatiker. Dennoch halte ich die Scrum-Regeln für sinnvoll im Sinne von reproduzierbaren Gelingensbedingungen. Abweichungen davon sollte man als Scrum-Team nur reflektiert und mit Bedacht vornehmen. Wie Barry Overreem schreibt, ist der Moment, in dem die Frage aufkommt, ob die Scrum-Regeln gelockert werden können, ein Moment, in dem es sich lohnt, im Team in die Tiefe zu gehen. Offensichtlich gibt es ein Bedürfnis, dem wir nachgehen sollten. Möglicherweise sind es gar nicht die Scrum-Regeln, die das Problem darstellen.
https://www.scrum.org/resources/blog/when-change-rules-scrum
Scrum Master | Wenn Scrum Master die „Linie“ überschreiten
Der Scrum Master ist ein Servant Leader. Kein einfacher Job, der sehr herausfordernd sein kann und viele Fallstricke bereithält. Ich habe oft genug Scrum Master gesehen, die über das Ziel hinausgeschossen sind. Und ja, auch mir ist es schon passiert, dass ich über das Ziel hinausgeschossen bin. Zum einen ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und zum anderen hat man gute und schlechte Tage. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wann man als Scrum Master eine Grenze überschreitet. Artikel wie dieser von Mary Iqbal helfen dabei, das eigene Verhalten zu reflektieren. In dem Artikel finde ich einige Punkte wieder, die ich auch in der Praxis immer wieder erlebt oder gesehen habe. Und das gar nicht so selten.
https://www.scrum.org/resources/blog/when-scrum-masters-overstep
Agiler Eisberg | Die „Musik“ spielt oft im nicht sichtbaren Teil
Ich habe noch eine Folge von No Bullshit Agile im Gepäck, die ich sehr hörenswert fand. Wenn wir über Agilität sprechen, sehen wir oft nur das Offensichtliche. Die methodischen Regeln, Rollen oder Artefakte. Das ist die oft sichtbare Spitze des Eisbergs. Was wir leider oft nicht sehen, ist der Teil unter Wasser und dort spielt leider oft die Musik. Genau deshalb ist es leider nicht damit getan, ein zweitägiges Training zu besuchen und fertig ist der Scrum Master. Es macht durchaus Sinn, sich über einen längeren Zeitraum mit Organisationsentwicklung und vielen anderen Dingen mehr zu beschäftigen. Vieles von dem, was in der praktischen Umsetzung zum Problem wird, ist nicht ohne weiteres sichtbar. Es geht eben auch um mehr als nur „Methoden“ und auch um einiges an Veränderung in der Organisation, damit Agilität gelingen kann.
https://no-bullshit-agile.de/nba49-der-agile-eisberg.html
Agile Hype vorbei? | Die Normalisierung der Agilität und was dies bedeutet
Daniel Dubbel bringt auf den Punkt, was wir derzeit in Sachen Agilität erleben. Nein, sie ist nicht tot. Nur der Hype ist vorbei. Und das finde ich auch gut so. Die Versprechungen der Wunderwaffe Agilität, von geschäftstüchtigen Vermarktern hochgejubelt, haben den Ideen mehr geschadet als geholfen. Und ja, hier muss sich auch die agile Community kritisch an die eigene Nase fassen. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass agile Methoden für Komplexität in jeden Werkzeugkasten gehören. Aber nicht nur Scrum, XP und LeSS (um nur einige Frameworks zu nennen) sind wichtig. Echte Agilität bedeutet zu wissen, wann welches Werkzeug effektiver ist und dazu gehört auch die Erkenntnis, dass der agile Weg nicht immer der beste ist (Stichwort: Beidhändigkeit). Es bedeutet auch, dass man als echter „Agilist“ nie stehen bleibt. Alles ist in Bewegung und entwickelt sich ständig weiter.
https://www.inspectandadapt.de/2025-der-agile-hype-ist-vorbei/