#GEDANKENBLITZ | Die schweigende Mehrheit ist das Problem

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„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“- Martin Niemöller

Im Großen wie im Kleinen ist die schweigende Mehrheit das Problem. Wenn alle wegschauen, wenn jemand Unrecht beobachtet, und niemand den Mut aufbringt, einzuschreiten, weil es einen selbst ja nicht betrifft, haben wir ein Problem. Wenn jeder dem vermeintlichen Ärger ausweicht und niemand den Mut aufbringt, einzuschreiten, wenn Unrecht geschieht, dann vermehrt es sich. Es braucht niemanden zu wundern, wenn Schläger die Straße beherrschen. Es braucht niemanden zu wundern, wenn Unrecht zum Normalzustand wird. Weil wir, die schweigende Mehrheit, es zugelassen haben. Genauso ist es möglich, dass Diktatoren die Deutungshoheit übernehmen. Genauso ist es möglich, dass sich die Spirale der „Verrohung” weiterdreht. Wir, die schweigende Mehrheit, haben es in der Hand. Wir müssen reagieren. Im Kleinen wie im Großen. Wir dürfen nicht wegsehen. Wir dürfen nichts ignorieren. Wir müssen Mut zeigen. Laut werden. Wir müssen unmittelbar reagieren. Es liegt an uns allen, die Rote Karte zu zeigen und nicht schweigend hinzunehmen.

Dies gilt überall: im Verein, im Beruf, im Alltag, in der Straßenbahn, auf dem Sportplatz, im Büro oder in der Nachbarschaft. Immer dann, wenn wir etwas sehen oder wahrnehmen. Nicht schweigen! Nicht wegsehen! Reagieren! Denn die schweigende Mehrheit ist das eigentliche Problem. Wenn sie Unrecht zulässt, wächst das Unrecht. Wenn wir zulassen, dass sich jemand wie ein „Arschloch” benimmt, erzeugen wir mehr „Arschlöcher”. Wir dürfen nicht schweigen. Wir müssen konsequent reagieren. Nicht kleinreden. Nicht verharmlosen. Wir dürfen nicht ignorieren. Wir müssen Kante zeigen.

2 Kommentare zu „#GEDANKENBLITZ | Die schweigende Mehrheit ist das Problem

  1. Alltagsheuristik: Drama wird oft von Psychopathen produziert und man tut gut daran, sich rauszuhalten. Das Bedürfnis, anderen „eine Rote Karte zu zeigen“ kann selbst unangemessenes Betragen sein. Ja, manchmal muss man eingreifen. Oft aber auch nur kopfschüttelnd vorbeifahren, wenn sich etwa ein Rad- und ein Autofahrer ob einer Linie auf der Fahrbahn und vermeintlich daraus resultierender Ansprüche gegenüber anderen in die Haare kriegen. Die Kehrseite übertriebener Einmischerei wäre eine Gesellschaft, in der jeder jeden zurechtweist.

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