
Wie oft erhalte ich vermeintlich einfache Informationen, die ich nicht korrekt einordnen kann! Mir fehlt der Kontext, den der oder die „Sendende” leider nicht mitgeliefert hat. Vermutlich nicht bewusst. Was für einen selbst selbsterklärend erscheint, weil man sich mit der Materie auskennt, ist für andere alles andere als selbsterklärend. In diesen Fällen kann ich nicht entscheiden, ob etwas relevant ist, ob etwas von mir erwartet wird oder worum es im Detail geht.
Die Lösung ist ganz einfach: Liefere stets den Kontext mit! Meist reicht ein Satz. Dieser Gedanke taucht beim Konzept der User Story „In meiner Rolle als XY möchte ich XY machen können, weil …” bzw. beim Konzept der Job Story „Folgender Job soll ausgeführt werden, weil …” auf. Es ist auch sinnvoll, die Erwartungen und die zugrunde liegenden Annahmen mitzugeben. Sie sind oft implizit und daher nicht für jeden nachvollziehbar. Und nein, es braucht in den meisten Fällen keinen Roman. Zwei bis drei Sätze sind ausreichend. Es hilft, sich bewusst zu machen, weshalb man etwas mit welchem Ziel tut und was man dafür braucht, damit es gelingt.
Meiner Meinung nach kann das im Arbeitsalltag einfach umgesetzt werden. Ich schreibe jemandem eine Nachricht und bitte ihn, etwas zu erledigen. Dabei informiere ich den Empfänger der Nachricht über den Zweck und ggf. die Frist für eine Rückmeldung. So sind Kontext und Erwartung transparent. Ein anderes Beispiel: Termineinladungen verschicke ich grundsätzlich nur mit einem formulierten Besprechungsziel, das ich idealerweise in Form von Fragen formuliere. Manchmal erhält man von der empfangenden Seite sogar einen Hinweis, wie es einfacher oder anders geht, weil man den Kontext mitliefert. Der Kontext ermöglicht Mitdenken.