#LINKSDERWOCHE 47/2023 | Produktivität, Lean, Agile, Management und Leadership

PRODUKTIVITÄT

M365 | Die neuen Loop-Komponenten

M365 dürfte eine der am weitesten verbreiteten Office-Suiten sein und hat mittlerweile einige Dinge unter der Haube, die ich sehr spannend finde. Und das als jemand, der Microsoft eher skeptisch gegenüber steht (zumindest was das Thema Datenschutz und marktbeherrschende Stellung angeht). Immer interessanter werden die neuen Loop-Komponenten, die Sigrid Hess in einem Blogbeitrag vorstellt. Das sind durchaus spannende Ansätze, die allerdings noch einige Haken haben, wie auch der Artikel zeigt.

https://www.teamworkblog.de/2023/11/microsoft-teams-die-neuen.html

Feedback geben | 3 Dinge, die wir vorher tun sollten

Bevor ich jemandem Rückmeldung gebe, überlege ich meistens für mich selbst, warum und wozu ich Rückmeldung geben möchte. Das hilft mir auch zu entscheiden, ob das Feedback wirklich angemessen ist. Dann überlege ich mir den passenden Rahmen. Zwischen Tür und Angel, wie ich es selbst oft genug erlebt habe, ist definitiv kein geeigneter Ort und Zeitpunkt. Deshalb gefällt mir sehr gut, was Dan Rockwell schreibt. Denn auch er empfiehlt, einen Moment innezuhalten und genau darüber nachzudenken.

https://leadershipfreak.blog/2023/11/29/feedback-do-these-3-things-before-you-say-a-word/

LEAN

Handwerkliches Können | Nur wer sein Handwerk beherrscht, beherrscht die Dinge

Von Mari Furukawa-Gaspary habe ich vor langer Zeit einmal den Satz gehört: „Nur wer sein Handwerk beherrscht, beherrscht auch die Dinge“. Dieser Satz fiel im Zusammenhang mit einem Seminar, das ich bei ihr besucht habe und das auf den drei Büchern „Lean auf gut Deutsch“ von ihr basiert. Im Prinzip ging es darum, dass handwerkliches Können überhaupt erst die Voraussetzung für die Verbesserung und Entwicklung der Auskömmlichkeit im Sinne von Lean ist. In einem Industrieunternehmen wie Toyota wird das Handwerk deshalb besonders geschätzt. Auf der Leanbase gibt es dazu sogar einen kleinen Prodcast, in dem das Takumi-Konzept erklärt wird. Eigentlich würde ich mir wünschen, dass mehr Unternehmen wieder mehr Wert auf „Handwerk“ legen.

https://leanbase.de/publishing/post/die-kunst-des-takumi-meisterschaft-im-handwerk-bei

Problemlösungsdenken im TPS | Strukturiertes Problemlösen nach Toyota-Art

Zentrales Element des Toyota Production Systems ist die Befähigung jedes Mitarbeitenden, unabhängig von seiner Hierarchiestufe, Probleme zu lösen. Auch wenn der PDCA-Zyklus keine japanische Erfindung ist, spielt das dahinter stehende empirische Verständnis eines strukturierten Vorgehens auf der Basis von Hypothese – Beobachtung in der Praxis – Reflexion – Anpassung und erneuter Beobachtung in der Praxis als kontinuierliche Suche nach Verbesserungspotenzialen mit einem „wissenschaftlichen“ Ansatz eine zentrale Rolle und spiegelt sich unter anderem im A3-Report und anderen Methoden aus dem Umfeld des TPS wider. Christoph Roser macht dies in seiner Einführung in „Toyota Practical Problem Solving“ sehr gut sichtbar:

https://www.allaboutlean.com/practical-problem-solving-introduction/

R-Prinzipien | Wenn die richtigen Leute, die richtige Arbeit zum richtigen Zeitpunkt tun …

Im Lean-Kontext gibt es die R-Prinzipien, die Götz Müller in seinem Blogbeitrag kurz beschreibt, wobei hier vor allem auf die 3 R – Right Person, Right Work, Right Time – abgezielt wird, die Liker und Morgan in einem ihrer Bücher besonders hervorgehoben haben. Man könnte auch sagen, die richtigen Leute machen die richtige Arbeit zur richtigen Zeit, um zu vermeiden, dass wir unnötige Arbeit machen. Das klingt einfach, ist aber eine große Herausforderung. Er überträgt das Ganze von der Logistik auf die Produktentwicklung, wo wir viel weniger auf einen ausgeprägten Wiederholungscharakter hoffen können und eher explorativ unterwegs sind. Das macht es natürlich herausfordernder, aber auch spannender, denn hier können die 3 R durchaus hilfreich sein.

https://wordpress.com/post/tomsgedankenblog.social/25661

AGILE

Feedback als Scrum Master | Beobachtung, Erwartung und einem Hilfsangebot

Ich mag das Wort Feedback nicht. Nicht weil ich ungern Rückmeldung gebe, sondern weil ich schon viel zu oft unter dem Deckmantel des Feedbacks viel zu viel Mist erlebt habe. Deshalb vermeide ich es persönlich, dieses Wort im direkten Gespräch zu verwenden. Zu oft habe ich erlebt, wie Menschen zusammenzucken, wenn das Wort Feedback fällt. Und ich kann das verstehen. Dennoch ist es auch für mich wichtig, immer wieder zurückzuspiegeln, was mir auffällt und wo ich den Eindruck habe, dass wir besser werden können. Was Simon Flossmann hier als BEH-Methode beschreibt, entspricht meiner bevorzugten Vorgehensweise: Beobachtungen mitteilen, Erwartungen klären und einen „Vorschlag“ machen, wie wir es in Zukunft besser machen könnten. Feedback sollte konstruktiv sein, sonst sollte man es lassen.

https://www.scrum.org/resources/blog/wie-du-als-scrum-master-feedback-gibst-ohne-zu-verwirren-oder-unaufrichtig-zu-wirken

Scrum-Fallen | Erkennen, wo wir in typsiche Falle treten

Scrum ist ein leichtgewichtiges Framework, das in der Anwendung sehr anspruchsvoll sein kann. Das ist mir beim Lesen des Blogartikels von Stefan Wolpers wieder aufgefallen. Und noch etwas: Auch hier gilt, was ich bereits unter Lean zum Stichwort Takum beschrieben habe: Nur wer sein Handwerk beherrscht, beherrscht die Dinge. Das gilt auch für Scrum. Scrum ist ein Handwerk, das die Beteiligten erlernen und beherrschen müssen, um nicht in die im Artikel beschriebenen häufigen Fallen zu tappen. Damit aus einem Wissenden ein echter Könner wird, braucht es aber auch viel Übung und immer wieder Reflexion und Verbesserung.

https://www.scrum.org/resources/blog/scrum-trap-how-unfit-practices-will-harm-return-investment

Scrum Master |10 Tipps um als Scrum Master besser zu werden

Ich habe es bereits erwähnt: Um ein echter Experte zu werden, braucht es Übung und ständige Reflexion und Weiterentwicklung. Ein echter „Meister“ weiß, dass die Reise zur Meisterschaft in einem Fach niemals endet und dass die ständige Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten die Voraussetzung dafür ist, vom Wissenden zum Könner zu werden. In diesem Sinne helfen vielleicht die 10 Tipps von Barry Overeem:

https://medium.com/the-liberators/10-tips-to-become-a-better-scrum-master-5359ebf6458c

Ungeplante Arbeit | Über den Umgang mit einem unvermeidbaren Thema: Ungeplante Arbeit

Ungeplante Arbeit gehört zum Arbeitsalltag, auch wenn man manchmal das Gefühl hat, dass manche Kollegen sie einfach ignorieren wollen. Ich bin deshalb ein Freund von ausreichenden Puffern und Reserven, die Spielräume lassen, um ungeplante Arbeit auffangen zu können. Aber das allein reicht nicht. Wie auch Allan Kelly schreibt, muss man sie erst einmal als gegeben akzeptieren. Dann ist es wichtig, sie zu visualisieren, denn nur was sichtbar ist, nehmen wir auch als sinnvoll wahr. Dann gilt es effektiv und effizient die Arbeit zu priorisieren. Durch das Sammeln von Daten kommen wir den Ursachen auf die Spur und können sie, wenn möglich, beheben und so die Quellen für mögliche ungeplante Arbeit reduzieren. Fünf einfache Schritte, die aber oft nicht gemacht werden, weil wir uns im Hamsterrad drehen, weil wir genau diese Schritte nicht regelmäßig machen.

https://dzone.com/articles/5-steps-to-tame-unplanned-work

Produkt Owner | Wenn der PO ein Externer ohne Domänenwissen ist …

Unmöglich, aber nicht ganz einfach ist es, wenn die Rolle des PO durch externe Kräfte besetzt wird. Ich muss zugeben, dass ich da eher skeptisch bin. Es kann funktionieren, aber es gibt einige Hürden und ich rate immer dazu, die Rolle möglichst intern aufzubauen. Das geht natürlich nicht immer. Genau um diese Konstellation geht es im Produktwerker-Podcast. Viel Spaß beim Zuhören.

https://produktwerker.de/interim-product-owner/

Agile Transformation | 10 Fallstricke, die immer wieder zu beobachten sind

Willem-Jan Ageling beschreibt 10 typische Fallstricke, die man bei agilen Transformationen beobachten kann und die mir tatsächlich fast identisch – nicht nur in agilen Transformationsprojekten – schon mehrfach begegnet sind. Dazu gibt es die passenden „Gegenrezepte“ als Inspiration. Vielleicht hilft es ja. Ich hoffe es.

https://ageling.substack.com/p/10-agile-transformation-pitfalls-94c

MANAGEMENT UND LEADERSHIP

Kreativität fördern als Führungsaufgabe | Kreativität am Arbeitsplatz braucht Rahmenbedingungen

Auch wenn für Eingeweihte der Artikel von Lars Richter nicht wirklich neue Erkenntnisse liefert, so kann man – schon allein mit Blick auf die gelebte Realität in vielen Organisationen – den Inhalt nicht oft genug wiederholen. Kreaktivität hat zum einen nichts mit bildender Kunst zu tun, sondern besteht auch darin Lösungen zu entwickeln und zu anderen ist ein Prozess, der sehr viel vom Austausch lebt. D. h. wir brauchen Rahmenbedingungen, die es überhaupt erst ermöglichen und dies ist meines Erachtnes zentrale Führungsaufgabe.

https://cdi.digital/kreativitaet-arbeit/

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