#LINKSDERWOCHE | 41/2023: Produktivität und Agile

Produktivität

Erwartungsmanagement | Raus aus der „Blockade“

Die eigenen „Erwartungen“ an eine Situation können ganz schön „nerven“. Ich selbst bin in meinem Leben schon einige Male auf die Bilder in meinem Kopf hereingefallen, und wenn es mir gelungen ist, sie beiseite zu schieben, haben sich oft Türen geöffnet, mit denen ich wirklich nicht gerechnet habe. Insofern hat mir die Hansei-Geschichte mit Aha-Effekten von Maria Kühn ganz gut gefallen. Natürlich klappt das nicht immer. Aber es ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Manchmal sind unsere Erfahrungen aus der Vergangenheit einfach nur Ballast, der uns mehr bremst als weiterhilft:

https://leanbase.de/publishing/post/4q6h7-hansei-geschichte-mit-aha-erlebnis-verabschi

Performance-Wahn | Weshalb das Hinterherjagen nach mehr und noch mehr nicht das Ziel sein kann

Was manche alles tracken, messen und sich dafür auf die Schulter klopfen – unfassbar. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es gar nicht mehr um den „Kern der Sache“ geht, sondern nur noch darum, zu zeigen, was für ein „toller Highperformer“ man ist. Sorry, das halte ich für unproduktiven Quatsch. Meine Lieblingsfrage ist das „Weshalb“ und daran messe ich für mich, ob es mir das alles wert ist. Siehe auch dieses Blog. Allein für die Klicks müsste ich hier die Hütte zu machen und die Links der Woche einstellen. Aber ich mache das alles nicht der Reichweite wegen, sondern als Selbstreflexion und freue mich als Nebenprodukt, wenn ich mit meinen Gedankenblitzen mit dem einen oder anderen in fruchtbare Diskussionen komme. Die sind zwar seltener geworden als früher, aber die Qualität zählt – nicht die Quantität. Anna Koschinski treibt ein ähnlicher Gedanke um. Ein schöner Impuls, der mir zeigt, dass Leistung nicht immer das Ziel und der Zweck ist. Und das ist gut so.

https://anna-livia.de/performance-muede/

Pausen | PrMehr Dramma, Baby!

Mehr Dramma, Baby! Genau. Achtung, das doppelte M ist kein Tippfehler. Ja, da bin ich auch drauf reingefallen. Mit DraMMa ist nicht das Theater gemeint. Sondern ein Modell zur Pausengestaltung. Gefunden habe ich es auf dem Blog Projekte leicht gemacht von Andrea Windolph. Ich finde, es passt gut in unsere schnelllebige Welt, in der wir mehr Pausen brauchen, um nicht im Hamsterrad auf der Stelle zu treten.

https://projekte-leicht-gemacht.de/blog/softskills/zeitmanagement/dramma/

Agile

Schätzung | Was ist das Weshalb?

Weshalb schätzt man in agilen Teams? Spannende Frage, denn wir arbeiten meist mit agilen Frameworks, wenn die Aufgabenstellung komplex ist und dann wird das Schätzen zur Herausforderung. Uns fehlen die historischen Daten, um eine brauchbare „Vorhersage“ zu machen. Schätzen macht für mich deshalb Sinn, damit wir abschätzen können, ob ein Produktinkrement in einer Iteration halbwegs realistisch umsetzbar ist, damit wir Ergebnisse vorweisen können, auf deren Basis wir unsere „Annahmen“ überprüfen und weiterentwickeln können. So ähnlich liest sich das bei Mary Iqbal:

https://www.scrum.org/resources/blog/purpose-estimation-scrum-sizing-sprint-success

Werkzeugkoffer für Scrum Master | 3 „Werkzeuge“ die auf jeden Fall hinein gehören

Ich habe schon oft zum Ausdruck gebracht, dass ich mit der häufigen Reduktion der Rolle des Scrum Masters auf den „Moderator“ nicht wirklich glücklich bin und viel mehr hinter der Rolle sehe. Die Definition der „eigentlichen Aufgabe“ eines Scrum Masters, wie sie hier von Simon Flossmann dargestellt wird, ist mir – um allen Fehlinterpretationen entgegenzuwirken – zu kurz gegriffen und dient eigentlich mehr als Einführung in drei recht gute Tools, die man kennen und auch nutzen sollte. Aber auch hier der wichtige Hinweis/die Einschränkung: Die Toolbox der Scrum Master ist weitaus umfangreicher, als man beim unbedarften Lesen meinen könnte. Die drei Tools sind gut. Sehr gut. Und man sollte sie kennen. Aber sie reichen bei weitem nicht aus.

https://www.scrum.org/resources/blog/die-wahre-aufgabe-eines-scrum-masters-und-3-werkzeuge-sie-zu-erfullen

Scrum Master | Scrum Master:innen müssen nicht jedes Scrum Event leiten

Noch einmal: Die Rolle des Scrum Master bedeutet nicht, der Moderator des Teams zu sein. Willem-Jan Ageling weist in diesem Zusammenhang noch einmal sehr schön darauf hin, dass die Rolleninhaber nicht jedes Meeting „moderieren“ müssen. Ja, sie müssen nicht einmal anwesend sein. Nehmen wir den Daily. Für mich sagt es viel aus, wo der Scrum Master während des Daily im Team steht. Wenn er oder sie im Zentrum steht und alle an den Rolleninhaber berichten, gibt es sicherlich viel mehr Bedarf zu klären, was ein Daily ist und welchen Zweck es hat, als wenn der Scrum Master:in am Rand steht und gelangweilt Däumchen dreht. Denn hier hat das Team verstanden, dass das Daily ihre Veranstaltung ist, um sich zu synchronisieren und auszutauschen. Je höher der Grad des Selbstmanagements im Team ist, desto eher können sich die Scrum Master:innen um die Herausforderungen an den Schnittstellen kümmern. Die Arbeit geht nicht aus. Ich finde es auch spannend, wenn ich als Scrum Master in Urlaub gehen kann und das Team auch ohne mich ein gutes Retro hinbekommt, weil es die Verbesserung der Zusammenarbeit verinnerlicht hat und keinen Anstoß von mir braucht. Das ist genau das Ziel, das wir erreichen wollen. Wir haben sie in die Lage versetzt, selbst zu erkennen, was sie brauchen, um produktiv zu sein und ihre Probleme selbst zu lösen. Ganz wie das Idealbild des Mitarbeitenden bei Toyota zum Beispiel (man merkt, da ist auch wieder etwas Lean drin 😉).

https://ageling.substack.com/p/the-scrum-master-doesnt-have-to-lead

Product Owner | Das Product Ownership Evolution Model vorgestellt

Ein Modell ist eine hervorragendes Referenz für die Bestandsaufnahme. Ich habe allerdings ein Problem damit, wenn es als „Malen nach Zahlen“, als Blaupause verwendet wird. Bitte nicht. Ein gutes Referenzmodell ist immer ein Rahmen, eine Reflexionshilfe. Modelle sind naturgemäß immer auch eine Vereinfachung der komplexen Realität und daher ohne kritische Selbstreflexion alles andere als hilfreich in der Anwendung. Das gilt auch für das hier im Podcast der Produkwerker vorgestellte Modell der Product Ownership Evolution. Als Denkhilfe sehr wertvoll.

https://produktwerker.de/poem-product-ownership-evolution-model/

Metriken für Scrum Teams | Ein Experiment für sinnvolle Metriken

Maßnahmen sind ein Kapitel für sich. Sie machen Sinn, wenn sie immer wieder kritisch reflektiert und auf ihren Nutzen hin überprüft werden. Messen um des Messens willen erlebe ich viel zu oft. Gerade in Form von sogenannten KPIs, die in meinen Augen für viele nur „Schulterklopfzahlen“ ohne Aussagekraft und Nutzen sind, da sie weder etwas über den geschaffenen Wert noch über die erreichten Verbesserungen aussagen. Auf der anderen Seite brauchen wir Metriken, um sichtbar zu machen, ob wir Verbesserungen in der Ergebnisqualität und andere gesetzte Ziele erreichen oder nicht. Hier gefällt mir das “ Liberator“-Experiment sehr gut, weil es einerseits die Stakeholder einbezieht und andererseits die Ergebnisqualität in den Mittelpunkt stellt. Ansonsten halte ich es mit Anderson, der im Zusammenhang mit Fit for Purpose „Wohlfühl-Metriken“ als Indiz dafür sieht, dass etwas Grundsätzliches nicht stimmt. Wenn ihr den Bedarf seht, den Happiness-Index im Team sichtbar zu machen, dann schaut genauer hin. Warum habt ihr diesen Bedarf? Was läuft grundsätzlich so schief, dass es ein Thema ist? Denn in einem guten Team sollte es keinen Bedarf dafür geben. Nur so nebenbei. Und denkt daran: Metriken, die gut sind, schaffen Nutzen und sind damit hilfreich. Daran kann man gut erkennen, ob eine Metrik sinnvoll ist oder nicht.

https://medium.com/the-liberators/experiment-create-a-low-tech-metrics-dashboard-to-track-outcomes-82e4b850f0c7

Skalierung | Scrum-Teams mit Nexus skalieren

Es muss nicht immer gleich SAFe sein, wenn die Notwendigkeit zur Skalierung besteht. Es gibt viele Varianten, die je nach Situation, Kontext und Aufgabe mehr oder weniger geeignet sind. Nexus ist eine davon. Lars Richter stellt hier kurz die Grundlagen vor. Übrigens: Wer entlang eines Wertstroms oder vertikal skalieren muss, sollte Kanban nicht vergessen. Das wirkt hier Wunder – ganz ohne die Musterblaupausen von SAFe und den Zertifikatskram (die hier übrigens auch Kanban assimiliert haben).

https://cdi.digital/nexus/

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..