
Regeln sind nicht per se schlecht. Sie bieten gewisse Orientierung, immer dann, wenn etwas klar und eindeutig reproduzierbar ist. Sie stoßen jedoch an ihre Grenzen, wenn der Kontext kompliziert bis komplex wird. Denn keine noch so detaillierte Vorschrift kann alle Eventualitäten abdecken. Sie muss sogar bei dem Versuch scheitern, denn sie wird dabei selbst so kompliziert, dass sie nahezu unanwendbar ist und doch nicht alle Ausnahmen abdecken kann.
Hier kommen für mich Prinzipien im Sinne von Leitlinien ins Spiel. Sie bieten Spielräume und zugleich Orientierung. Vorausgesetzt, dass das Vertrauen in die Beteiligten so groß ist, dass sie gute Entscheidungen treffen. Und es gibt ein regelmäßiges Feedback, das es erlaubt, über Abweichungen zu reflektieren und die Standards im Sinne einer guten Arbeitshypothese weiterzuentwickeln.
Denn Standards, die starr eingehalten und nicht reflektiert werden, verkommen schnell zu einer leeren Hülle. Gute Regeln sind effektiv und flexibel zugleich.