#GEDANKENBLITZ | Jeder ist für irgendjemanden ein Arschloch

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Jeder ist für irgendjemanden ein Arschloch und das ist vollkommen in Ordnung, solange man kein Riesenarschloch ist. Diese Erkenntnis verdanke ich einem kleinen Buch (Ein Arschloch kommt selten allein von Claudia Hochbrunner, Rowohlt 2017), das ich schon vor ein paar Jahren gelesen habe.

Was ist damit gemeint? Jeder von uns hat seine eigenen Erfahrungen im Leben gesammelt, die uns geprägt haben. Das heißt, jeder von uns hat seine persönlichen Triggerpunkte, auf die er oder sie anspringt. Was für den einen vollkommen harmlos sein mag, löst bei jemand anderem direkt das innere Rumpelstilzchen aus. Das Problem dabei ist, dass wir es oft nicht wissen. Es ist ja höchst individuell. Seitdem ich mir das immer wieder vergegenwärtige, gehe ich entspannter mit Situationen um, in denen es plötzlich und unerwartet kracht. Ich versuche, in diesen Situationen das Gespräch zu suchen. Und tatsächlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass es zum gegenseitigen Verständnis beiträgt, wenn wir die „impliziten” Triggerpunkte offen ansprechen und explizit machen. Sozusagen als „Bedienungsanleitung” 😉 Dieses gegenseitige Verständnis führt dazu, dass wir erkennen, dass es einen guten Grund gibt, auf den man sich einstellen kann.

Es gibt allerdings eine Ausnahme: die sogenannten amtlichen Riesenarschlöcher. Das sind Menschen, die in die Kategorie der Psycho- und Soziopathen gehören. Hier lässt sich auch kein gegenseitiges Verständnis herstellen. Solche Menschen sollte man, ganz im Sinne von Robert I. Sutton („Der Arschloch-Faktor“, Hanser 2006), gnadenlos „kaltstellen“, denn sie richten überall mehr Schaden an, als sie Nutzen stiften.

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