
Fakt ist: Die KI ist gekommen, um zu bleiben. Aber Technik darf nicht der bestimmende Faktor sein. Gerade aus diesem Grund bin ich eher skeptisch. Vor einigen Tagen hat jemand von „KI-Fomo” gesprochen. KI wird unreflektiert für alles ins Spiel gebracht. Hauptsache, KI ist mit drin. Undifferenziert und undurchdacht.
Nein, ich bin nicht grundsätzlich gegen den Einsatz von KI. Es gilt aber auch: Nicht alles, was technisch möglich ist, ist am Ende auch sinnvoll. Eine überbordende Technologiegläubigkeit kann schnell in die Katastrophe führen. So wie einst bei der vermeintlich unsinkbaren Titanic. Gesunde Skepsis ist angebracht.
Es gilt: Die Welt der Dinge hat sich nach der Welt der Menschen auszurichten – und nicht umgekehrt. Leider sehe ich genau diese Gefahr, dass wir in der allgemeinen KI-Euphorie vergessen, was wirklich wichtig ist, und am Ende mit großen Kopfschmerzen aufwachen werden.
Wenn KI, dann muss sie einen sichtbaren Mehrwert für alle Beteiligten mitbringen. Der Einsatz von KI nur, um Kosten zu sparen, endet in lokaler Scheinoptimierung. Diese kannibalisiert die vermeintlichen Effizienzgewinne durch größere Probleme und erzeugt am Ende mehr Aufwand als Nutzen. Im Sinne einer echten Verbesserung darf die Qualität der Ergebnisse nicht leiden und alle Beteiligten – vom Mitarbeitenden bis zum Endkunden – müssen einen echten Mehrwert haben. Ganz im Sinne des Grundsatzes, dass die Welt der Menschen die Führung innehat und nicht die Welt der Dinge, gilt es, die Bedürfnisse der Menschen in den Fokus zu stellen. Das bedeutet, kritisch zu reflektieren, was sinnvoll ist und was nicht.
Nur weil etwas technisch möglich ist, ist es noch lange nicht sinnvoll. Nur weil wir etwas technisch umsetzen können, bedeutet das nicht, dass wir es nicht auch weglassen können. Wir müssen unseren Kopf einschalten, der Versuchung widerstehen, den vermeintlich leichteren Weg einzuschlagen, und Risiken nicht kleinreden, sondern bewusst reflektieren – dann wird ein Schuh daraus.