Organisationen sind ein unauflösbares Dilemma. Ohne Steuerung funktioniert vieles nicht, zu viel Steuerung kippt ins Gegenteil. Ohne formale Regeln funktionieren sie nicht, mit zu vielen formalen Regeln auch nicht. Einerseits müssen sie Regelverstöße sanktionieren, um ihre Existenz nicht zu gefährden, andererseits können sie ohne Regelverstöße nicht funktionieren. Ohne formale Hierarchie funktionieren sie oft ebenso wenig wie mit zu viel formaler Hierarchie. Sie müssen sich an ihre Umwelt anpassen, um zu überleben, dürfen aber ihre Anpassungsfähigkeit nicht verlieren, indem sie sich zu sehr an ihrer Umwelt orientieren. Sie brauchen Stabilität und gleichzeitig Anpassungsfähigkeit sowie Beweglichkeit. Auf der einen Seite wissen wir, dass die Idee der rationalen Steuerung nicht wirklich funktioniert, auf der anderen Seite brauchen wir die Grundidee, um die notwendige Komplexitätsvereinfachung zu schaffen, damit eine Organisation funktioniert. Die Vorstellung zweckrationalen Steuerung einer Organisation ist eine Illusion. Mit anderen Worten: Organisationen sind hochkomplex und damit ein Ort der Widersprüche auf allen Ebenen. So viel ist sicher: Der Organisationssoziologie geht die Arbeit nicht aus.
#GEDANKENBLITZ | Organisationen als unauflösbares Dilemma
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Veröffentlicht von Thomas Michl
Agile Coach - Organisationsscout - Scrum-Enthusiast - Kanban- und Obeya-Fan - Veränderungsbegleiter - Dipl.-Verw.Wiss. - MBA - 🇮🇪 Irland-Fan - Mitgründer Forum Agile Verwaltung - überzeugter Europäer, Demokrat und Antifaschist Zeige alle Beiträge von Thomas Michl
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