Veranstaltungshinweis | Wehrhafte Demokratie in der Weimarer Republik: Ausstellung über das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold im Weinsberger Rathaus

Vom 6. Oktober bis 14. November 2025 gastiert die Wanderausstellung „Freiheit und Demokratie! Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold im Kampf für die Demokratie 1924–1933“ der Gedenkstätte Deutscher Widerstand im Rathaus Weinsberg. Die feierliche Eröffnung findet am Donnerstag, 2. Oktober 2025, um 19 Uhr im Ratssaal statt. Der Historiker Dr. Marcel Böhles führt mit einem Impulsvortrag in die Thematik ein. Sie wird damit erst zum zweiten Mal in Baden-Württemberg präsentiert.

Die „vergessene“ Massenbewegung für die Weimarer Republik

Die Weimarer Republik gilt oft als gescheitertes Demokratieexperiment, doch sie war wehrhafter als heute allgemein angenommen wird. Eine zentrale Rolle spielte dabei das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, eine demokratische Massenorganisation, die bis zu drei Millionen Mitglieder zählte. Auch in Weinsberg gab es eine aktive Ortsgruppe neben denen in Heilbronn, Neckarsulm und Böckingen.

Von der Verteidigung der Demokratie bis zum Verbot 1933

Gegründet 1924 als parteiübergreifendes Bündnis von Kriegsveteranen, SPD, DDP und Zentrum, setzte sich das Reichsbanner für die Verteidigung der Weimarer Verfassung und gegen extremistische Angriffe ein. Mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten formierte es 1931 die „Eiserne Front“ – ein Bündnis mit Gewerkschaften und Arbeitersportlern. Doch nach Hitlers Machtergreifung 1933 wurde die Organisation verboten, ihre Mitglieder verfolgt oder ins Exil getrieben.

Prominente Mitglieder

Zu den prominenten Mitgliedern zählten für die junge Bundesrepublik prägende Personen wie Theodor Heuss, Kurt Schumacher und Hubertus Friedrich Prinz zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg. Viele engagierten sich im Widerstand gegen das NS-Regime, darunter Julius Leber, der 1943 als Teil der Widerstandsgruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg ermordet wurde.

Einladung zur Auseinandersetzung mit Demokratiegeschichte

Die Ausstellung lädt Besucherinnen und Besucher ein, sich mit der Geschichte des demokratischen Engagements in einer der turbulentesten Phasen Deutschlands auseinanderzusetzen. Sie zeigt, wie wichtig zivilgesellschaftliches Handeln für den Erhalt von Freiheit und Demokratie ist – eine Botschaft, die auch heute aktuell bleibt.

Die Ausstellung kann während der regulären Öffnungszeiten des Weinsberger Rathauses besucht werden. Gruppen ab 6 Personen werden gebeten, sich vorab anzumelden: https://wir-in-weinsberg.de/anmeldung-ausstellung.html

Besuche außerhalb der Öffnungszeiten sind für Gruppen ab 6 Personen auf Nachfrage möglich.

Die Ausstellung ist eine Kooperation der Stadt Weinsberg, dem Wir in Weinsberg – Verein für Demokratie und Vielfalt und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand mit Unterstützung des baden-württembergischen Landesverbands des Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold – Bund der aktiven Demokraten.

Weitere Vertiefende Informationen:

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